Falsch aufgestellt, spät, aber richtig gewechselt, mit Hilfe von Salzburgs 19-jöhrigem Innenverteidiger Jannik Schuster doch noch gewonnen – das ist die Zusammenfassung von Rapids glücklichem 1:0 (0:0) gegen Red Bull Salzburg durch ein spätes Tor von Joker Ercan Kara in der 88. Minute. Es war das sechste von Kara in dieser Saison, das den dritten 1:0-Sieg hintereinander gegen Salzburg möglich machte. Ein Happy End vor 24.100 Zuschauern. Die erste Kulisse über 20.000 in diesem Jahr. Mit Trainer Daniel Beichler erzielte Salzburg bei drei Anläufen keinen Treffer gegen Rapid-Tormann Niklas Hedl. Das könnte nach einem „Klassiker“ auf mäßigem Niveau das Ende der Titelhoffnungen bedeuten.
Über die Startelf von Trainer Hoff Thorup konnte man nur den Kopf schütteln. Die zwei Spieler, die bei der Heimpleite gegenHartberg drei Tage zuvor für die meiste Torgefahr gesorgt hatten, begannen auf der Bank – Kara und Nikolaus Wurmbrand. Die Begründung, dass Kara in beiden Spielen gegen Hartberg 175 Minuten spielte und daher für weitere 90 Minuten nicht fit genug sei, weil er zuvor nicht regelmäßig zum Einsatz kam, war nicht nachvollziehbar Einer der zuvor nur Kurzeinsätze hatte, nict verletzt war, muss doch Kraft genug für drei Partien haben. Petter Dahl, Andreas Weimann und Janis Antiste durften beginnen – das blieb ein „Trio harmlos“, das nur eine auffällige Szene hatte. Als Antiste kurz nach der Pause mit einer Flanke Rapids erste Torchance vorbereitete, bei der Verteidiger Bendegüz Bolla an Alexander Schlager scheiterte. Innenverteidiger Guy Ahoussou als linker Verteidiger war auch eine Fehlbesetzung. Mehr Schwung kam durch die erzwungene erste Umstellung ins Spiel, Als Nenad Cvetkovic, der nächste Runde beim neue Tabellenführer LASK gesperrt ist, verletzt ausschied, wechselte Ahoussou ins Abwehrzentrum. Seine Position an der linken Flanke übernahm Wurmbrand. Er war sofort eine Bereicherung, obwohl er weiter vorne besser eingesetzt wäre. Nach 69 Minuten ahnte wohl auch Thorup, dass Rapid in dieser Besetzung kein Tor schießen wird. Daher kamen Kara und Yusuf Demir für Weimann und Antiste.
Mit Kara gab es mehr gefährliche Szenen in Salzburgs Strafraum, die Entscheidung war eine Ko-Produktion der Joker. Salzburg schien die Situation geklärt zu haben, doch Schuster ließ Kapitän Matthias Seidl noch zum Ball kommen. Der brachte ihn in den Strafraum zu Demir. Dessen Pass verlängerte Kara an Schlager vorbei ins Tor. Großer Jubel vor der Fantribüne, die gelbe Karte, die Kara bekam, weil er beim Jubel das Trikot auszog, nahm er sicher gerne in Kauf. Nach Schlusspfiff schrie das ganze Stadion seinen Namen: „Vielleicht das schönste Gefühl meiner Karriere“, gab Kara zu, „ich bin einfach nur glücklich!“
Foto: Yigit Oerme.