Seit Samstag hat eine Trainerin erstmals in der deutschen Bundesliga einen Punkt gewonnen. Das gelang Marie Louise Eta mit Union Berlin gegen den 1.FC Köln durch ein Tor in vorletzter Minute zum 2:2. Da einen Tag später weder St. Pauli noch Wolfsburg gewannen, reichte das Unentschieden zum Klassenerhalt. Daher hat Eta nach zwei Niederlagen zuvor gegen Wolfsburg und RB Leipzig die Mision erfüllt. Für einen der Ex-Rapidler bei den „Eisernen“ war es aber kein guter Tag: Leopold Querfeld wurde von seiner Trainerin sozusagen degradiert. Der 23 jährige, der in dieser Saison zuvor nur einmal wegen einer Gelbsperre fehlte, ansonst alle 30 Partien durchspielte, musste erstmals auf die Ersatzbank. Wer den Ehrgeiz von Querfeld kennt, weiß, dass er damit nur schlecht leben kann. Denn da gibt es noch einen Aspekt: Es geht um seinen Platz in Österreichs WM-Kader.
Bisher war die Nummer 14 bei Union Berlin gesetzt. Warum letzten Samstag überraschend der Franzose Stanley Nsoki statt Querfeld begann, weiß niemand so richtig. Eta bgründete dies mit den Eindrücken der Trainingswoche. Schwer vorstellbar, dass Querfeld nicht gut trainiert. Sollte er auch in den letzten zwei Runden in Mainz und gegen Augsburg auf der Bank bleiben, wäre das bitter für ihn. Denn im März-Teamkader von Ralf Rangnick fehlte er schon, auch das kam etwas unerwartet: „Wir wissen, was wir an ihm haben“, versicherte der Teamchef damals. Der vor zwei Monaten acht Innenverteidiger einberief. Maximal sechs wird er zur WM mitnehmen. Gesetzt sind Kapitän David Alaba, Philipp Lienhart, Kevin Danso und Stefan Posch, der auch als Rechtsverteidiger zum Zug kommen kann. Maximal drei weitere Innenverteidiger werden noch dabei sein, Die Kandidaten außer Querfeld: David Affengruber, Michael Svoboda, Gernot Trauner, der nach langwierigen Achillessehnenproblemen dreimal bei Feyenoord Rotterdam insgesamt 131 Minuten spielte, davon zweimal von Beginn an, Marco Friedl und der wieder fitte Max Wöber. Ein Linksfuß wird zu Alaba noch dazukommen, Wöber oder Friedl. Rechts wird Rnagnick zwischen Querfeld, Trauner, Affengruber und Soboda entscheiden.
Trauner, Affengruber und Svoboda waren am Wochenende im Einsatz. Trauner gewann mit Feyenoord 3:1 gegen Sittard, Affengruber verlor mit Elche bei Celta da Vigo 1:3, wurde nach 58 Minuten ausgewechselt, ist weiter in Abstiegsgefahr Svoboda gelang mit Venezia sein dritter Aufstieg in die Serie A. Querfeld, Affengruber und Svoboda debütierten unter Rangnick. Querfeld hat fünf Länderspiele (eines beim Sieg gegen Holland bei der Europameisterschaft), Svobdoa kam viermal als Joker zum Einsatz, Affengruber spielte 19 Minuten beim 5:1 gegen Ghana.
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