Fußball

Dank Joker sind Austria und Rapid auf Kurs-Richtung Play-off

Auswärtssiege für Austria und Rapid, damit sind beide Wiener Klubs auf Kurs Richtung Play-off in der Qualifikation zur Conference League. Für Rapids müsste nach dem 4:1 (1:1) in Tallinn gegen Paide schon vor dem Retourspiel am Mittwochabend in Hütteldorf alles gelaufen sein, Austria hat nach dem 2:1 (1:1) in Ploiesti gegen Beitar Jerusalem am Donnerstag eine sehr gute Ausgangsposition. Bei Grün-Weiß brachte erst eine starke Rapid-Viertelstunde mit drei Toren zwischen der 83. und 93. Minute von 1:1 auf 4:1, alle erzielt von Jokern, für den klaren Sieg. Auch Austrias Siegestreffer erzielte ein Joker: Sanel Saljic (Bild),  nach 62 Minuten eingewechselt, traf sieben später aus 18 Metern mit links. Rapids Play-off-Gegner, der Verlierer des Duells Benfica Lissabon gegen Hearts, wird aus Schottland kommen: Hearts erlitt in Lissabon gegen Benfica ein 1:6-Debakel. Bei Austria ist noch alles offen: Sporting Braga gewann daheim gegen Dinamo Minsk nur 1:0.

Sowohl Austria-Trainer Stephan Helm als auch sein Kollege Mads Thorup setzten auf Rotation. Sechs „freiwillige“ Wechsel bei Violett und ein erzwungener durch die Verletzung von Johannes Eggestein. Aleksandar Dragović begann auf der Bank, wurde auch nach einer Stunde eingetauscht, spielte nach der Gehirnerschütterung mit modischem Kopfschutz. Auch bei Rapid gab es sechs Neue im Vergleich zum 1:0 gegen Altach. Gelungene Umstellungen waren das aber genau genommen nicht. Die erste Hälfte war nämlich die schwächere. Bei Rapid trotz schneller Führung durch einen Handelfmeter nach Flanke von Nikolaus Wurmbrand, den Bendegüz Bolla nach fünf Minuten verwertete. Danach musste Gambias Teamkeeper im Tor von Paide, Ebirimi Jarju, nur noch selten eingreifen. Rapid hatte zwar viel Ballbesitz, doch der brachte nichts. Knapp vor der Pause glich Paide nach einem Eckball aus. Die Austria lag ab der 19. Minute 0:1 zurück, zuvor verhinderte schon Tormann Samuel Sahin-Radlinger ein Tor von Ex-Wolfsberg-Torjäger Shon Weissmann. Austrias Ausgleich fiel mit der letzten Aktion vor der Pause durch den ersten Treffer von  U 17-Weltmeister Vasilje Markovic.  Nach der Pause hatte die Austria Beitar im Griff, ließ Chancen für eine höhere Führung aus, brauchte dann im Finish aber Glück, um den Vorsprung zu halten.

Obwohl Rapid zweifeslohne offensiv ausgerichtet war, änderte sich bis ins Finish nichts an der Harmlosigkeit. Ercan Kara war für Thorup keine Option, hingegen Petter Nosa Dahl, Moulaye Haidara, Nicolas Bajlicez und Yusuf Demir. Vor allem Demir in der zentralen Rolle des wieder einmal völlig farblosen Tobias Gulliksen tat Rapids Spiel gut. Als  Jarju Demir gerade noch stoppte, traf Haidara. Kurz darauf Dahl nach Bolla-Pass. Und im Finish jubelte Haidara über seinen ersten Doppelpack. Bei allen drei Aktionen hatte auch Tonni Adamsen seine Beine im Spiel. Die Version von Thorup und Sportchef Markus Katzer zu den Leerläufen: das Spiel immer kontrolliert, den Gegner müde gespielt, dann zugeschlagen. So kann man es auch sehen.

Rapid spielte mit  Trauerflor. Ein Fan, der Donnerstag nach Tallinn fliegen wollte, wurde in Wien auf der Fahrt zum Flughafen im Zug von einer Wespe gestochen. Das löste eine allergische Reaktion aus, an der er tragisch verstarb.

 

 

Foto: Yigit Örme.

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