Fußball

Achtmal positiv: Der Corona-Schock bei Wolfsberg!

Sechs Tage nach der 4:1-Sensation bei Feyenoord Rotterdam kam es knüppeldick für den einzigen österreichischen Klub, der in der Europa League Tabellenführer seiner Gruppe ist: Bei den Corona-Tests für die nächste Prüfung am Donnerstag Abend bei Kroatiens Serienmeister Dinamo Zagreb gab es acht positive Fälle unter Spieler und Betreuern. So hart traf es bisher keinen österreichischen Profiklub. Die gute Laune bei Präsident Dietmar Riegler und Trainer Ferdinand Feldhofer war schlagartig vorbei. Alle Personen befinden sich in Heimquarantäne. Die Namen blieben im Sinne des Datenschutzes unter Verschluss. Mehr wird man erst wissen, wenn man 90 Minuten vor Anpfiff  erfährt, welche Mannschaft Feldhofer im Maksimir-Stadion aufbieten kann

Das Auswärtsspiel in der kroatischen Hauptstadt ist das einzige in der Europa League, zu dem die Kärntner mit dem Bus fahren können. Rund drei Stunden für die 250 Kilometer. Schon in kompletter Besetzung wäre Wolfsburg nur Außenseiter, aber durch die Covid 19-Fälle erst recht. Gegen eine Mannschaft, die in ihren Spielen gegen Feyenoord und CSKA Moskau weder ein Tor erzielte noch eines bekam. Auch wenn es bei Dinamo  positive Tests gab, bei fünf Spielern, Trainer Zoran Mamic und drei Betreuern, ändert das wni an der Ausgangsposition. Mamic darf Donnerstag nicht  dabei sein.

Er war schon einmal an einem österreichischen Klub gescheitert: Vor sieben Jahren an der Wiener Austria in der  Qualifikation zur Champions League. 2:0 in Zagreb verloren, in Wien nur 3:2 gewonnen. Ein Austria-Torschütze vom Sieg in Zagreb, Marin Leovac, gehört zum aktuellen Kader von Dinamo. Trainer der Austria war der gerade aus Wolfsberg geholte Nenad Bjelica. Der war bis vor sieben Monaten Trainer bei Dinamo, ehe er nach Differenzen mit Mamic, damals „nur“ Sportdirektor, den Vertrag auflöste. Derzeit trainiert Bjelica seinen Stammklub Osijek, mit dem ungarische Investoren große Pläne haben. Unter anderem mit einem neuen Stadion.

Der Name Mamic fällt in Kroatien fast immer, wenn es um Korruption oder Bereicherung in Zusammenhang mit Fußball und Transfers geht. Der ältere Bruder des Trainers, Zdravko, gilt als „Pate“, der aus dem bosnischen Wallfahrtsort Medjugorje die Geschicke Dinamos lenkt. Bis 2016 war er Präsident. Zdravko Mamic ist auch bosnischer Staatsbürger. Im Juni 2018 verurteilte ein Gericht in Osijek sowohl Zdravko als auch Zoran wegen Betrugs in Höhe von 17 Millionen Euro im Zuge von Transfers und 1,6 Millionen Steuerhinterziehung. Zdravko zu sechseinhalb Jahre Gefängnis, Zoran, damals Trainer in den Arabischen Emiraten, zu vier Jahren und elf Monaten.  Beide Strafen sind noch nicht rechtskräftig. Deshalb kann Zoran sozusagen als verlängerter Arm des Bruders Dinamos sportliche Geschicke leiten. Und weiter die Kassen mit Transfers füllen: Im Winter Dani Olmo um 21 Millionen Euro an RB Leipzig verkauft, letztes Monat den 18 jährigen Innenverteidiger Josko Gvardiol um16 Millionen ebenfalls nach Leipzig. Bis Saisonende spielte er für Dinamo. Also auch gegen Wolfsberg. Falls er nicht zu den positiven Corona-Fällen zählt.

 

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