Fußball

Auch nur vier Punkte könnten reichen! Aber so holt das Team die Fans nicht zurück

Belgien qualifizierte sich mit dem 9:0-Rekordsieg über San Marino als erste Mannschaft fix für die Europameisterschaft 2020. Russland mit Ex-Tirol-Trainer Stani Tschertschessow als Teamchef fehlen nach dem 4:0 gegen Schottland nur noch zwei Punkte aus den letzten drei Partien für das EM-Ticket. Da darf man „Stani“ schon gratulieren. Bemerkenswert am Donnerstag Abend war auch, dass Holland im ausverkauften De Kuip von Rotterdam erst durch zwei Tore in der Nachspielzeit den 3:1 (0:0)-Sieg über Nordirland nach einem 0:1-Rückstand fixieren konnte, damit länger zittern musste als Österreich um das 3:1 gegen Israel. Der Jubel danach im Happel-Stadion vor dem Fansektor war dementsprechend groß, wie das Bild oben zeigt. Speziell am Lachen von Kapitän Julian Baumgartlinger.

Der reagierte zuvor im ORF-Interview bei der Frage, warum es kein souveräner Sieg wurde, für seine Verhältnisse merkbar und deutlich eingeschnappt. Er verstand nicht, wie man das zur Diskussion stellen konnte, wo doch mit dem 3:1 viel geschafft wurde: Alles in der eigenen Hand, das zweite EM-Ticket hintereinander in Reichweite. Aus diesem Blickwinkel hatte Baumgartlinger durchaus Recht. Wenn man die Tabelle und die restlichen zwei Spieltage betrachtet, dann  könnten Österreich auch vier Punkte aus den letzten drei Partien reichen, um auf Platz zwei hinter Polen zu bleiben.  Aber das kann nicht der Anspruch sein. Über eins sollen sich Baumgartlinger und die anderen Teamspieler im klaren sein: Solche Spiele wie Donnerstag reichen nicht, um die Fans zurückzuholen. Da sprang der berühmte Funke zwischen Publikum und Mannschaft zu selten über. Etwa nach dem Klasse-Führungstor von Martin Hineregger, das im ORF Analytiker Herbert Prohaska als eines im Stile der großen österreichischen Torjäger wie Hans Krankl oder Toni Polster bewunderte. Und das von einem Innenverteidiger. Warum die Fans Hinteregger quasi ins Herz geschlossen haben, ihm auh Ausrutscher verzeihen? Weil er ein geerdeter Typ blieb, nie den Eindruck macht, abgehoben zu sein. Den  hat man nicht bei allen.

Auffallend an der Kulisse von 26.200 Zuschauern war die Tatsache, dass die teuersten Plätze auf den Längsseiten am besten besucht waren. Was wiederum gegen einen Protest an den Eintrittspreisen spricht. Aber die Mannschaft hätte sich von Beginn an mutiger, aggressiver präsentieren müssen, damit die Fans am Ende gesagt hätten: Die reißen mich mit, die muss ich mir im November gegen Nordmazedoenien wieder ansehen!  Auch die eher vorsichtige Aufstellung von Franco Foda missfiel einigen, wie man nachher den Fanforen entnehme konnte. Aber nach denen darf kein Trainer bei seinen Entscheidungen, die er verantworten muss, gehen. Der Teamchef kann am Ende behaupten: Wer gewinnt, der hat alles richtig gemacht!

Nachher kam auch die Personalie Markus Rogan zur Diskussion. Manche Spieler verhehlten nicht, wie froh sie waren, dass ihnen die „Revanche“ am ehemaligen Weltklasseschwimmer, jetzt Israels Mentaltrainer, für seine Gesten bei Israels 4:2 in Haifa zu den israelischen Fans gelungen war. Baumgartlinger artikulierte das etwas ruhiger, nicht so emotionell wie Aleksandar Dragovic, der Rogan am liebsten dazu gratuliert hätte, 2020 die EM vor dem Fernseher zu sehen. Da alles ist seit Freitag abgehakt. Jetzt stellt sich die Frage: Wer von denen, die Donnerstag verletzt ausscheiden, wird fit? Bei Konrad Laimer und Marko Arnautvoic soll es schlechter aussehen als bei Stefan Posch, der einen Schlag erhielt. Aber ihn in der für ihn  ungewohnten Rolle als Rechtsverteidiger in Laibach vorgeben zu müssen, würde weniger Kopfweh bereiten als die Ausfälle von Laimer und Arnautovic. Warum? Foda strich  Donnerstag vor den ORF-Kameras die starke Leistung von Christopher Trimmel bei seinem Comeback nach neuneinhalb Jahren hervor, als er für Posch gekommen war.

 

Foto: © FOTObyHOFER/Christian Hofer.

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