Fußball

Auf der Suche nach einem Mittelstürmer wie Kalajdzic

Montag Abend wurde Sasa Kalajdzic auf der Brunogala der Vereinigung der Fußballer von Ex-Teamtorhüter Michael Konsel (Bild oben) als Aufsteiger des Jahres für das Durchstarten beim VfB Stuttgart nach einem Kreuzbandriss im Herbst 2020 geehrt. Zweimeter-Riese Kalajdzic ist der Typ des klassischen Mittelstürmers, der selten geworden ist. Selbst in Deutschland klagt man, dass es e aktuell keinen gibt. In Österreich? Ercan Kara ist ein ähnlicher Typ, Marco Raguz wäre einer, wenn er topfit ist, Admiras Marlon Mustapha zeigt zuletzt gute Ansätze dazu. In den Nachwuchsteams wie U 19 und U 17,die diese Woche im ungarischen Györ sowie in Traiskirchen um den Aufstieg in der EM-Qualifikation spielen, sucht man auch vergeblich nach dem Strafraumstürmer. Woran das liegt? Vielleicht auch an der Ausbildung. Kalajdzic und Kara wurden in keiner Akademie ausgebildet. Kalajdzic ist bei Admira sozusagen „passiert“, als der damalige Sportchef  Ernst Baumeister Kalajdzic vorschlug, es bei seiner Größe doch im Angriff zu versuchen, als er noch ein defensiver Mittelfeldspieler bei der zweiten Mannschaft war. Mustapha war in der Salzburger Akademie, ehe er nach Mainz wechselte.

Stichwort Ausbildung. Die Trainer der Jugendmannschaften sind in der Mehrzahl darauf aus, mit guten Ergebnissen auch Werbung in eigener Sache zu machen, sich für den Sprung nach oben zu empfehlen. Da steht mitunter nicht mehr die Entwicklung der Spieler an erster Stelle. Zudem haben die Stürmer, egal wo, meist mit dem Schicksal zu leben, als erste ausgetauscht zu werden, wenn das Spiel nicht wie erhofft läuft. Dabei brauchen Stürmer wahrscheinlich mehr Vertrauen als Abwehrspieler, um die Erwartungen zu erfüllen. Und zudem erscheint es im modernen Fußball aktuell bei den Stürmern fast das wichtigste zu seinen, ihnen das richtige „Anlaufen“ der Verteidiger, das Pressing zu lernen. Und nicht, wie man sich im gegnerischen Strafraum verhält. Der berühmte Pep Guardiola  „erfand“ für seine Mannschaften das System ohne Stürmer, die Variante mit der „falschen neun“, was nicht wenige nachzuahmen versuchten. Das alles könnte dazuführen, dass Stürmertypen wie Kalajdzic inzwischen eine Rarität sind. Wahrscheinlich muss man bei der  Ausbildung etwas umdenken. ÖFB-Sportchef Peter Schöttel sieht die Situation aktuell schon etwas besser als in der Zeit vor Kalajdzic.

In Österreich U 19 und U 17 fehlt der klassische Mittelstürmer. Die U 19 von Martin Scherb kämpft in Györ gegen Estland, Weißrussland und Veranstalter Ungarn um das Weiterkommen. Mit Talenten, die bereits in der Bundesliga zum Einsatz kamen. Wie die Austrianer Leonardo Ivkovic und  Muharem Huskovic, Onurhan Babuscu von der Admira oder Wolfsberg-Verteidiger Adis Jasic. Scherb  hat drei Spieler aus der Salzburg-Filiale Liefering dabei dazu Legionäre von Juventus Turin (Ermin Ovic), Bayern München (Emilian Metu) und dem 1. FC Köln (Philipp Wydra).

Die U 17 von Oliver Lederer steht der Papierform nach in Traiskirchen gegen Kosovo, die Färöer und Slowenien vor der etwas leichteren Aufgabe. Im Kader fällt der Name Benedikt Scharner auf. Der Sohn des ehemaligen Teamspielers und England-Legionärs Paul Scharner, der in der  AKA St. Pölten ausgebildet wird. Etwas überraschend, dass mit dem 16 jährigen Abwehrspieler  Sebastian Leitner nur einer aus der  Salzburger Akademie zur Mannschaft gehört. Salzburg U 18 ist in der ÖFB-Jugendliga Tabellenführer. Im Kader sind zehn Österreicher des Jahrgangs 2005, der in der U 17 spielen darf. Ob da wirklich nur einer gut genug für das Nachwuchsteam sein kann? Lederer galt in seinen Bundesligazeiten als großer Befürworter des Ballbesitzfußballs. In Salzburg ist hingegen das Umschalten sozusagen „Religion“. Ob es daran liegen kann?

Foto: VdF.

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