Fußball

Den Start verschlafen, danach harmlos: Austria verhalf Salzburg zum „Befreiungsschlag“

Oscar Gloukh beendete mit seinem Goldtor vor 13.600 Zuschauern in der Generali-Arena Austria Erfolgsserie nach 12 Runden, sorgte schon nach sieben Minuten für das 1:0 (1:0) für Red Bull Salzburg, den ersten Sieg unter Trainer Thomas Letsch, eine Art kleiner Befreiungsschlag, der den Vizemeister auf zwei Punkte an den Dritten Wolfsberg heranbrachte. Gloukh hatte zwölf Spiele davor für die letzte Niederlage der Austria gesorgt, mit einem Doppelpack zum 2:0 in der achten Runde am 28. September. Damit bleibt Letsch der letzte Austria-Trainer, unter dem ein Sieg gegen Salzburg gelang. Samstag scheiterte der 21. Anlauf, dies zu wiederholen.

Der Salzburger Befreiungsschlag gelang unter violetter Mithilfe der Austria. Auch beim Tor; Gloukh konnte unbehindert bis knapp vor den Strafraum laufen, Austrias Innenverteidiger attackierte den Israel nicht, der Schuss mit links aus 18 Metern (Bild) war aber sicher haltbar. Drei Minuten zuvor gab es eigentlich die größte Gefahr für Salzburg, als Samson Baidoo als letzter Mann Austrias Stürmer Nik Prelec, der freie Bahn in Richtung Tor hatte, mit einem Foul stoppte. Eigentlich ein Torraub, aber Schiedsrichter Stefan Ebner beließ es bei der gelben Karte, VAR Markus Hameter meldete sich nicht. Mit elf gegen elf war Salzburg die bessere Mannschaft, die mit Gloukh den besten Offensivspieler am Platz hatte, zu mehr Chancen kam als die Austria, die eigentlich nur eine hatte, als Hakim Gouenouche kurz nach der Pause an Alexander Schlager scheiterte. Salzburg traf noch einmal durch Winterkauf Yoube Vertessen, aber nach minutenlanger VAR-Überprüfung wurde auf abseits entschieden. Einen guten Eindruck in der „Notabwehr“ machte der 18 jährige französische Innenverteidiger Joane Gadou, dem 19 jährigen Linksverteidger Tim Trummer, einem Steirer, der in Salzburgs Akademie ausgebildet wurde, gelang ein seriöses Bundesligadebüt. „Der Sieg wird uns neue Kraft geben“, prophezeite Gloukh. Letsch gefiel der Auftritt, „weil wir zeigten, dass wir eine Mannschaft sind. Aber wir müssen das Match klarer für uns entscheiden!“

Bei Austria ändert sich nichts an der offensiven Harmlosigkeit, als Trainer Stephan Helm nach 64 Minuten mit Marko Raguz eine dritte Spitze ins Spiel brachte. Von „Derbyheld“ Dominik Fitz war so gut wie nichts zu sehen. Von ihm kamen keine Impulse. Diesmal halfen der Austria auch nicht individuelle Fehler des Gegners zu Toren. Wie  beim gewonnenen Derby die von Rapid Verteidiger Jonas Auer und Tormann Niklas Hedl. Es fehlte die Präzision, wie auch Helm zugab. Für Abwehrchef Aleksandar Dragovic, der nach der fünften gelben Karte nächste Runde beim GAK gesperrt ist, warn die verschlafenen ersten 20 Minuten für das Ende der Erfolgsserie verantwortlich: „Es tut weh“.

Mehr Tore als in Wien waren in Innsbruck und Klagenfurt zu sehen, nämlich jeweils sechs. Am Innsbrucker Tivoli endete die Siegesserie von Wolfsberg. Nach dem zweiten Tor von Adis Jasic zu 2:1-Führung nach 65 Minuten sah es nicht danach aus, aber WSG Tirols Trainer Philipp Semlic brachte nach 79 Minuten einen Joker, der zweimal traf: Lukas Hinterseer sorgte in der 84. und 91. Minute für die 3:2-Führung der Tiroler. Die ersten Tore des Ex-Teamstürmers seit der Rückkehr. Aber auch Wolfsberg hatte einen Tiroler Joker: Alessandro Schöpf verwandelt in der neunten Minute der Nachspielzeit einen Handselfmeter zum 3:3. Im zweiten Spiel für Wolfsberg das zweite Tor. Elfmeter verhalfen auch dem zweiten Kärntner Klub, Austria Klagenfurt, zum  4:2 (1:0) gegen GAK, dem ersten Sieg nach sieben Runden und in diesem Jahr: Nach 60 Minuten schien bei 2:0 alles für die Mannschaft von Peter Pacult zu laufen, doch Daniel Maderner und Salzburg-Leihgabe Jano Zeteny mit seinem ersten Bundesligator sorgten in 13 Minuten für den Ausgleich. Durch zwei korrekte Elfmeter gab es aber noch den Heimsieg. Knut Bobzien verwandelte beide, den ersten erst im Nachschuss. Klagenfurts Bilanz mit Martin Hinteregger: Zwei Unentschieden und ein Sieg.

 

Foto: Red Bull Salzburg/Michael Meindl.

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