Fußball

Austria versagte kollektiv: Hilfe von Altachs drittem Tormann nicht genützt

Die nächste Enttäuschung für die Wiener Austria in der Qualifikationsgruppe, die Trainer Michael Wimmer total enttäuschte und frustrierte. Er sprach sogar von einem kollektiven Versagen, weil die zweimalige Führung gegen Altach vor 11.409 Zuschauern nicht zu einem Sieg reichte. So gab es nur ein 2:2 (1:1) gegen Altach, bei dem Violett nur zweimal voran lag, weil Altachs dritter Tormann, der 24 jährige Alexander Eckmayr bei seinem ersten Einsatz in der Bundesliga zweimal nicht gut aussah, um es höflich auszudrücken. Sonst hätte es für die Austria sogar noch  schlimmer kommen können. Falsch war es, den Schiedsrichter als Buhmann zu sehen. Bei Wimmers Gesten hatte man mitunter das Gefühl. Der 32 jährige Grazer Jakob Semler gilt als größtes Talent unter den Unparteiischen, gehört zu einem Förderprogramm der UEFA, bei dem ihn Ex-FIFA-Referee Konrad Plautz betreut. Deswegen saß der Tiroler neben Schiedsrichterchef Viktor Kassai auf der Tribüne. Semler pfiff sein fünftes Bundesligaspiel, bei dem er acht gelbe Karten zeigte, so viele wie in keiner der vorangegangenen vier Partien. Zum dritten Mal war er bei einem Austria-Heimspiel im Einsatz. Dass es anders als gegen Blau Weiß Linz und FC Tirol keinen Heimsieg gab, lag  wirklich nicht an ihm. Sondern nur an der schwachen Austria.

Die nach 25 Minuten in Führung ging. Weil Eckmayr bei einem weiten Pass in Richtung Andreas Gruber ausrutschte, als er herauslaufen wollte, danach ziemlich orientierungslos war. Gruber traf die Stange, der Abpraller kam via Frans Krätzig zu Muharem Huskovic, der vollendete. Eckmayr saß nach dem Handbruch von Altachs Nummer eins, Dejan Stojanovic, dreimal auf der Bank, musste Freitag ins Tor, weil Stojanovic-Ersatz Tobias Schützenauer mit einer Wadenverletzung ausfiel. Auf die glückliche Führung folgte prompt der Ausgleich. Lucas Galvao, ebenso wie Johannes Handl wieder in der Mannschaft, schoss im Strafraum mit links zunächst Lukas Fadinger an, traf ihn dann mit rechts, als der beste Altach-Spieler nachsetzen wollte. Semler sah es nicht, ließ weiter laufen. VAR Stefan Ebner griff spät, aber doch ein, schickte Semler zum On Field-Review. Danach musste es Elfmeter geben, den Mike Bähre verwandelte.

Nach der Pause kam Altach aus Kontern zu den ersten zwei Chancen, in der 85. Minute ging die Austria, der spielerisch wenig einfiel, eher unerwartet in Führung. Bis dahin war kein Ball auf Altachs Tor gegangen, dann traf Joker Fisnik Asllani mit dem Hinterkopf nach einem langen Pass von Galvao. Eckmayr war ganz schlecht postiert. Asllani sieben Minuten zuvor eingewechselt worden. Sein zweiter Kurzeinsatz nach monatelanger Pause wegen einer Sehnenverletzung. Das war das vierte Saisontor der Hoffenheim-Leihgabe. Wer glaubte, dass Austria den Vorsprung sicher heim spielen würde, der irrte.

Zunächst traf Altachs Jan Jurcec die Stange, ehe er gegen den Franzosen Sofian Bahloul ausgetauscht wurde. Der lieferte die Vorarbeit zum Ausgleich durch Fadinger, drei Minuten nach dem 2:1. Austrias Tormann Christian Früchtl lag frustriert am Rasen (Bild). Wimmer war das unerklärlich. Joachim Standfest, Altachs Trainer mit Austria-Vergangenheit, behauptete im „Sky“-Interview, im Finish einem Herzinfarkt nahe gewesen zu sein. Nach dem verdienten Punkt braucht sich Altach keine Abstiegssorgen mehr zu machen. Samstag kann auch WSG Tirol die Rettung mit einem Sieg gegen Schlusslicht Austria Lustenau im Innsbrucker Tivoli gelingen.

 

Foto: Mario Urbantschitsch.

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