Fußball

Rapids Dauerbrenner Seidl bräuchte nach 3106 Minuten eine schöpferische Pause, aber . . .

Endzeitstimmung vor dem Sonntag an dem zunächst der LASK mit einem Sieg gegen Rapid im Linzer Stadion wie letzte Saison Platz so gut wie fixeren könnte, danach Sturm Graz die Tabellenführung beim Titelverteidiger RB Salzburg verteidigt. Eine Konstellation, die es im Titelkampf vier Runden vor Schluss seit vielen Jahren nicht mehr gab, die dem von Spitzenreferee Harald Lechner geleiteten Duell um Platz eins viel Brisanz verleiht. Sollte Sturm nach dem Semifinale im Uniqa-Cup zum zweiten Mal hintereinander in Salzburg gewinnen, dann hätten die Grazer sogar die Chance, sich innerhalb von vier Tagen praktisch das Double zu sichern. Das erste seit Ivica Osims Zeiten (1997, 1999). Mit einem Sieg am Mittwoch im Klagenfurter Cupfinale gegen Rapid. Grün-Weiß hat also viel zu verlieren.

Die Personalsituation bleibt für Trainer Robert Klauß weiter angespannt. Sicher fehlen werden der an der Wade verletzte Max Hofmann und der gesperrte Linksverteidiger Jonas Auer. Bei Abwehrchef Leopold Querfeld, Terrence Kongolo, Lukas Grgic und Guido Burgstaller muss er abwägen, ob es das Risiko wert ist, sie im Kampf um Rang drei einzusetzen oder sie vor die Chance auf den ersten Cupsieg seit 1995 aufzuheben. Wohin die Tendenz geht, wusste Klauß am Freitag noch nicht. Dauerbrenner Matthias Seidl (Bild), der als einziger Feldspieler alle bisherigen Partien bestritt, in Bundesliga, Cup und Qualifikation für die Conference League zusammen 3106 Minuten, also mehr als 50 Stunden spielte, würde eine schöpferische Pause brauchen. Dem stimmt Klauß zwar zu. Aber zugleich stellt er die Frage, wer auf seiner Position spielen könnte. Darauf fiel ihm wenig ein. Fix zurück in die Mannschaft kommt der bei der Heimpleite gegen Sturm gesperrt gewesene Roman Kerschbaum. Beim LASK fehlt Kapitän und Abwehrchef Philipp Ziereis, dessen Last Minute-Tor Mittwoch die lange sieglose Serie gegen Hartberg beendet hatte, wegen  Gelbsperre. Die Linzer Fans werden diesmal nicht mehr ruhig sein, sondern wieder die Mannschaft lautstark unterstützen. Wenn gegen Rapid nicht der Stimmungsboykott beendet wird, wann dann? Vorangegangen waren Gespräche zwischen Geschäftsführer Siegmund Gruber und Fanklubs, bei denen die sieben Stadionverbote aufgehoben wurden.

Die Personalsituation vor dem Schlager in Salzburg: Interimstrainer Unur Cinel muss eine neue Abwehr „basteln“, in der nicht nur der gesperrte Strahinja Pavlovic, sondern auch die verletzten Kapitäne Andreas Ulmer und Amar Dedic, damit zwei Außendecker fehlen. Hinter dem an der Schulter verletzten Mads Bistrup steht ein Fragezeichen. Bei Sturm wird auf der Position des gesperrten David Schnegg links Defensivallrounder Dimitri Lavalee verteidigen. Sturm hat den bisher von Mechelen ausgeliehenen 27 jährigen Belgier inzwischen fix erworben, bis 2026 unter Vertrag genommen.

Foto: FotobyHofer/ChristianHofer.

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