Reinhard Fendrichs „I am from Austria“ ist so wie vor zwei Jahren bei der Europameisterschaft in Deutschland auch bei der Weltmeisterschaft der offizielle „Team Song“. Wenn Österreich sein Startspiel gegen Jordanien in San Francsico gewinnt, wird nach dem Schlusspfiff „I am from Austria“ ertönen. Bei Teamchef Ralf Rangnick heißt es weiterhin „I am for Austria“, wie er Samstag mit dem neuen Zweijahresvertrag unterstrich. Und nach der Bekanntgabe nochmals seine hohen Ziele bestätigte: „Weiter kommen als bei der Europameisterschaft“. Das heißt: Die Gruppe aufsteigen und dann zwei Runden in der k.o.-Phase zwei Siege feiern. Selbst wenn Österreich als Gruppenzweiter im Sechzehntelfinale am 2. Juli in Los Angeles auf Spanien treffen sollte, ändert sich nichts an seiner Devise.
Der Jet Lag ist inzwischen überwunden, bisher sieht sich Rangnick mit seinen Entscheidungen bestätigt. Vor allem mit der Home Base im Ritz Carlton von Santa Barbara. Gewöhnungsbedürftig wird nur die Anstoßzeit beim zweiten Spiel gegen Argentinien sein: „Um 12 Uhr haben die meisten wahrscheinlich in der Jugend gespielt“, glaubte Rangnick. Aber zunächst kommt ohnehin Jordanien: „Es wird keine Dankbarkeitsentscheidungen bei der Aufstellung geben“, kündigte der Teamchef an. Damit meinte er, nicht im Zweifelsfall den Spielern den Vorzug geben, die sich in der Qualifikation bewährten, sondern denen, von denen er überzeugt ist, derzeit die besten zu sein. Rangnick kündigte an, in jedem Gruppenspiel eine andere Mannschaft beginnen zu lassen. Ganz einfach, weil gegen Jordanien etwas anderes erforderlich sein wird als gegen Argentinien oder Algerien. Gegen Jordanien wird ein defensiv verlässlicher Linksverteidiger wichtig sein: Denn der beste Offensivspieler der Jordanier, Mousa Tamari, Legionär in Frankreich bei Rennes, stürmt über rechts.
Rangnick nannte bei seinen Gründen für die Vertragsverlängerung dezidiert auch Paul Wanner und Carney Chukwuemeka. Mit ihrer Entscheidung, für Österreich gäbe es auch gute Perspektiven für die nächsten Jahre. Wahrscheinlich schon für die Gegenwart: Durchaus vorstellbar, dass entweder Wanner oder Chukwuema statt des verletzten Christoph Baumgartner zu den ersten Elf gehören wird. Keine Dankbarkeitsentscheidungen könnte bedeuten: Zu Beginn ohne Marko Arnautovic. Sasa Kalajdzic (Bild) ist unter Garantie fitter und robuster als der 37-jährige Rekordspieler.
Foto: Yigit Oerme.