Sieben Tore muss man erst einmal schießen! Das sagte der zufriedene deutsche Teamchef Julian Nagelsmann nach dem 7:1 (3:1) zum WM-Auftakt gegen WM-Debütant Curacao, die Nummer 82 der Weltrangliste. Das zweite deutsche 7:1 bei einer WM, das erste seit dem Semifinale 2014 gegen Brasilien in Belo Horizonte, war jedenfalls ein standesgemäßer Start, ein viel besserer als bei den letzten zwei Weltmeisterschaften, in denen Deutschland zum Auftakt jeweils verlor. Mitunter wirkte Deutschland in der Raumfahrt-Metropole Houston völlig losgelöst. Siebenmal erklang die deutsche Tormusik, Peter Schillings „Major Tom“. Es gab sechs verschiedene Schützen, nur Kai Havertz traf zweimal.
Der erste deutsche Torschuss war gleich ein Treffer. Dortmunds Mittelfeldspieler Felix Nmecha eröffnete schon in der sechsten Minute den Torreigen. Das erinnerte wiederum an das deutsche Sommermärchen bei der Heim-WM 2006. Damals war im ersten Spiel gegen Costa Rica in München auch der erste Torschuss die deutsche Führung durch Philipp Lahm. Das erste WM-Tor von Curacao nach 21 Minuten durch einen vom deutschen Kapitän Joshua Kimmich abgefälschten Schuss des 22 jährigen Verteidigers Livano Comanecia, Legionär in der Schweiz beim FC Zürich, sorgte für wahre Ekstase im Block der Curacao-Fans. Für die das immer ein Highlight bleiben wird. Aber die Freude war 17 Minuten später verflogen, weil Deutschland nach einem Eckball durch ein Kopftor von Innenverteidiger Kevin Schlotterbeck in Führung ging. In der letzten Aktion vor der Pause fiel aus einem von Kai Havertz verwandelten Elfmeter das 3:1, kurz nach Beginn der zweiten Hälfte das 4:1 durch Jamal Musiala (Bild), womit alles gelaufen war. Die weiteren Treffer durch Linksverteidiger Nathaniel Brown, den für Musiala eingewechselten Deniz Undav und Havertz waren nur noch Draufgabe eines gelungenen Abends: „Nach der Pause haben wir sehr überzeugend agiert“, zog Nagelsmann ein positives Fazit.Deutschland kam auch „zu Hilfe“, dass Curacao versuchte, mitzuspielen, nicht den eigenen Strafraum verbarrikadierte. Darum warnte nachher ORF-Experte Herbert Prohaska im Studio: „Für Österreich wird das Spiel gegen Jordanien sicher viel unangenehmer als für Deutschland das gegen Curacao!“
Holland hingegen ließ im größten WM-Stadion in Dallas, wo Österreich in einer Woche auf Argentinien und Lionel Messi treffen wird, gegen Japan zwei Punkte liegen, kassierte in der 89. Minute den Ausgleich zum 2:2 (0:0). Holland führte durch Tore von England-Legionären, von Liverpool-Kapitän Virgil van Dijk und West Ham-Stürmer Crysencio Summerville, 1:0 und 2:1, Japan glich durch den Rekordverkauf des LASK, Keito Nakamura, und Daichi Kamada zweimal aus. Kamada war unter Oliver Glasner Leistungsträger bei Crystal Palace, zuvor auch sein Spieler bei Eintracht Frankfurt.
Foto: DFB/Marvin Güngor.