Fußball

Ein Kroate aus Ägypten: Ried sorgt für Trainer-Neuland

Noch bevor Red Bull Salzburg seinen neuen Trainer, den Deutschen Danny Röhl offiziell bekanntgab, tat dies Ried eine Woche vor dem Start der Vorbereitung. Betrat damit Trainer-Neuland in der Bundesliga: Einen Kroaten aus Ägypten holte zuvor kein Verein aus Österreichs Bundesliga. Es muss besondere Gründe geben, dass die Wahl auf den 41-jährigen Kroaten Mario Despotovic fiel, der zuvor noch nirgendwo Cheftrainer war. In seiner Heimat war er drei Jahre lang Co-Trainer von Hajduk Split, danach Sportdirektor beim ägyptischen Erstligisten Wadi Degla Sportdirektor. Es müssen besondere Gründe sein, dass er den Vorzug vor österreichischen Kandidaten, die am Markt waren, erhielt. Klubchef Thomas Gahleitner sprach von einer typischen Rieder Lösung, mutige und neue Wege zu  gehen.

Es stimmt, dass Oliver Glasner (dessen Nachfolger bei Crystal Palace Pierre Sage vom französischen Cupsieger Lens wurde, bei dem er auch Kevin Danso und Samson Baidoo trainiert hatte) seine so erfolgreiche Trainerkarriere bei seinem Stammklub begann. Ebenso, dass Gludovatz mit Ried erstmals eine Klubmannschaft trainierte. Aber beide kann man wirklich nicht mit Despotovic vergleichen. Glasner kannte genau das Umfeld und die Liga, Gludovatz war zuvor erfolgreicher Nachwuchsteamchef, der mit der U 17 2007 in Kanada das Semifinale der  Weltmeisterschaft erreichte, zudem Leiter der Trainerausbildung. Despotovic soll bei Hearings einen höchst professionellen Eindruck hinterlassen haben. Mit ihm sieht Sportvorstand  Wolfgang Fiala die Weichen zur Weiterentwicklung des unter Max Senft begonnenen Weges gestellt. Denn Senft, Fiala und Despotivic standen schon länger in Kontakt.

Das könnte der wahre Hintergrund der seltsamen Entscheidung gewesen sein. Fiala hat auch eine Trainerlizenz. Sogar die Prolizenz, mit der er eine Bundesligamannschaft trainieren könnte. Daher werden von ihm die Vorgaben kommen, an die sich der Kroate halten muss. Ein Trainer mit anderen, sprich neuen Ideen war daher nicht gefragt. Es hat aber nicht unbedingt mit dem neuen Trainer zu tun, dass man Ried schon jetzt eine schwere Saison prophezeit. Sondern mit dem Abgang von Abwehrchef Niki Havenaar, Mittelfeldspieler Nikolas Bajlicz und Torjäger Kingstone Mutandwa.

Wolfsberg beginnt Donnerstag mit der Vorbereitung. Ohne Dominik Baumgartner. Der Innenverteidiger und Kapitän verabschiedete sich nach acht Jahren nach Polen zu Erstligist KS Cracovia, bei dem mit Dijon Kameri bereits ein Östereicher spielt. Im Lavanttal sind schon die vier Neuerwerbungen dabei: Thomas Schriebl, Raffael Behounek, der albanische Stürmer Giacomo Vroni, und das 20-jährige Mittelfeldtalent Marco Schabauer, den Trainer Thomas Silberberger von seiner Zeit in der Südstadt bei Admira kennt.

Foto: SV Ried.

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