Fußball

Beim Singen der Bundehymne sind die Frauen viel besser als die Männer

Österreichs Frauen haben das geliefert, was sie versprachen. Sie ließen mit einem couragierten Auftritt ihr komplettes Herz auf dem Rasen des Old Trafford, sie verteidigten sehr gut, ärgerte daher einen Großen. Aber es reichte doch nicht zur Eröffnung der Europameisterschaft zur erträumten Sensation gegen Favorit England. Sondern nur zu einem 0:1 (0:1) wie zehn Monate zuvor in der WM-Qualifikation. Sicher kann man von einer Leistung reden, auf der man aufbauen kann. Teamchef Irene Fuhrmann brachte die Stimmungslage auf den Punkt: „Es tut weh, so zu spielen und keinen Punkt mitzunehmen!“

Es war großes Kino, was sich Mittwoch Abend in Old Trafford abspielte. Auf der Tribüne auch  Frauenministerin Susanne Raab, Vizekanzler und Sportminister Werner Kogler, ÖFB-Präsident Gerhard Milletich und sein Vorgänger Leo Windtner, Stars von Manchester United wie Kapitän Harry Maguire und Tormann David de Gea. Ausverkauft bedeutete zwar nicht 75.000 Zuschauer,  sondern „nur“ 68.871, der bisher beste Besuch bei einem Spiel der Frauen-EM. Die Zuschauer flippten schon bei der Feuer-Show während der Eröffnungszeremonie aus, dann nach 16 Minuten noch einmal. Als Beth Mead Österreichs Torfrau Manuela Zinsberger bezwang. (Bild oben). Bitter, dass die Aktion mit einem Ballverlust von Sarah Puntigam begann. Beim Rettungsversuch traf Carina Wenninger die Innenlatte, aber der Ball war schon zuvor hinter der Linie. Das Signal bekam die spanische Schiedsrichterin Huerta de Aza auf die Uhr. „Bild“ schrieb in Erinnerung an das WM-Finale 1966, dem Tor von Geoff Hurst zum 3:2 Englands gegen Deutschland, von einem „Rückwärts-Wembley-Tor“.

Zum Ausgleich gab es auch in den besten Phasen der Verliererinnen nur „Halbchancen“. Fuhrmann sprach auch die fehlende Durchschlagskraft an. Wohltuend, wie fair beide Mannschaft agierten, ohne Mätzchen auskamen. Beeindruckend waren die Österreicherinnen bei der Bundeshymne. Wenninger hielt das Trikot der ausgefallenen Lisa Kolb, Zinsberger das der verletzten Maria Plattner. Wie alle die Bundeshymnen sangen, geradezu mit Inbrunst und Leidenschaft, das war geradezu mitreißend. Da können sich Österreichs Herren schon ein Beispiel an den Frauen nehmen. Die singen viel besser, mit viel mehr Emotionen.

Foto: UEFA.

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