Fußball

Bitterer Sonntag durch Selbstfaller: Rapid wieder am Boden der Realität!

Die erste Heimniederlage in der Bundesliga gegen Hartberg brachte Rapid nach vier zum Teil glücklichen Siegen wieder auf den Boden der Realität zurück. Rapids Kapitän Stefan Schwab sprach nach dem 0:1 (0:1) von einem bitteren Sonntag. Grün-Weiß hätte mit einem Heimsieg sogar bis auf drei Punkte an den Tabellenführer und Meister herankommen können: Denn Red Bull Salzburg gewann wie Mittwoch wieder nicht gegen Wolfsberg, schaffte trotz 2:0-Führung nur ein 2:2 (1:0). Rapid liegt nun vor dem Spitzenspiel am Mittwoch in Hütteldorf sechs Punkte hinter  Salzburg, bei einem vollen Erfolg gegen die Steirer, wären es nur drei gewesen. Aber so marschierte Hartbergs Präsidentin Brigitte Annerl nach Schlusspfiff im Allianz-Stadion strahlend und applaudierend in Richtung  der Betreuerbank, um Trainer Markus Schopp, der zurecht mächtig stolz auf seine Truppe war, und den Sensationssiegern zu gratulieren. Hartberg feierte den dritten Auswärtssieg in der Meisterrunde, bezwang nach dem LASK und Wolfsberg auch Rapid, ist damit im Rennen um einen Europa League-Platz. Wer hätte das gedacht? Auf jeden Fall verdient das großen Respekt für alle Beteiligten.

Bei Rapid gab´s nach dem Mittwoch-Sieg in Hartberg fünf Umstellungen: Der wieder fitte Tobias Knoflach kehrte für Paul Gartler ins Tor zurück, die in Hartberg verletzten Taxiarchis Fountas und Kelvin Arase fielen aus, Leo Greiml erhielt eine Pause, Dejan Petrovic blieb auf der Bank. Für sie begannen Dejan Ljubicic, Srdjan Grahovac, der 17 jährige Yusuf Demir, der wie erwartet zu seinem Startelfdebüt kam und Ercan Kara.  Trainer Didi Kühbauer hatte keine großen Alternativen zu dem gewählten 3-4-2-1-Konzept. An dem lag die Niederlage nicht. Fountas und Arase waren sozusagen zwei Ausfälle zu viel: Arases Schnelligkeit ging ebenso ab wie die Torgefährlichkeit von Fountas. Die zeigten weder Kara noch der Japaner Koya Kitagawa, der ihn zur Pause ablöste. Zu allem Überdruss hatte Schwab keinen guten Tag, ermöglichte Linskverteidiger Max Ullmann mit einem schlimmen Fehler Hartberg das goldene Tor durch Dario Tadic nach 42 Minuten.

Also war Ärger angesagt in Hütteldorf. Nicht nur bei Kühbauer, der von einem Selbstfaller sprach, für den man sich selbst bei der Nase nehmen müsste. Auch bei Ex-Rapidler Gerald Willfurth, der zum Präsidium gehört: „Bei uns spielen immer die gleichen gut. Und sagt man sich auch bei den gleichen, dass da eigentlich mehr kommen sollte und müsste!“ Willfurth war so fair, keine Namen zu nennen Aber es war nicht schwer zu erahnen, wen er damit meinte. Christoph Knasmüllner nützte bei 0:0 den großen Sitzer zur Führung, Tadic nützte ihn später. Das kann man auch als Qualitätsunterschied bezeichnen. Auch Kitagawa ließ eine Chance auf den Ausgleich aus, die man nützen muss. Von einem Legionär, der eine siebenstellige Ablöse kostete, muss mehr kommen. Die Eingewöhnungszeit des Japaners müsste eigentlich nach zehn Monaten vorbei sein. Und Demir? Dem jüngsten Spieler darf man keinen Vorwurf machen, auch wenn er sich einige Male verzettelte. Er gab Rapids ersten Torschuss,  bereitete klare Chancen für Knasmüllner und Schwab vor, 42 Sekunden nach Beginn der zweiten Hälfte fehlten nicht viel zu seinem ersten Bundesligator. Seine Technik ist aber auf jeden Fall beeindruckend. Demirs Berater Emre Öztürk stellte klar: „Er wird erst ins Ausland wechseln, wenn er wirklich Stammspieler ist, auch Rapid das Okay gibt!“ Also wird sich das bis Sommer kaum ausgehen.

In der zweiten Hälfte versuchte Kühbauer mit Bundesligadebütant Dragoljub Savic auf der linken Außenbahn noch den Umschwung zu schaffen, im Finish kam mit Innenverteidiger Paul Gobara ein zweiter Debütant. Dafür übersiedelte Ljubicic fast an die vorderste Front. Aber nichts ging mehr in der auch von den Ex-Präsidenten Rudi Edlinger und Michael Krammer eingeklatschten Rapid-Viertelstunde. Die Wende wäre nur möglich gewesen hätten Demir oder Kitagawa in den ersten drei Minuten nach der Pause die Möglichkeiten zum Ausgleich genützt. Schwab: „Wir ließen schon beim Sieg in Hartberg zu viele Chancen liegen, wir brauchen eine bessere Effizienz!“ Der grün-weiße Ärger begann schon vor dem Anpfiff: Das von den Fans vor ihrer Tribüne aufgehängte Transparent wurde erst knapp vor Beginn der Live-Übertragungen von ORF und Sky abgehängt.. Es war nicht „jugendfrei“, sondern schwer geschmacklos und frauendfeindlich. Die Frage bleibt, warum so etwas überhaupt aufgehängt werden durfte. Geschäftsführer Christoph Peschek machte im „Sky“-Interview zu dem unnötigen Thema nicht die allerbeste Figur, Kühbauer sprach Klartext: „Das hat auf einem Fußballplatz nichts verloren!“

 

 

Foto: SK Rapid/Gepa.

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