Eishockey

Bratislava beginnt in Danzig

Roger Bader, Österreichs Eishockeyteamchef aus der Schweiz, behauptet, man brauche 50 Spiele gegen A-Nationen, um sich an das höhe Tempo und die Intensität des dort üblichen Spiels zu gewöhnen. Seine Mannschaft ist noch nicht ganz bei der  Hälfte dieser Zahl angekommen. Zwei kommen beim Turnier von Danzig  Freitag und Samstag gegen Norwegen und Dänemark dazu. Nationen, die laut Baders Einschätzung im Moment weit vor Österreich stehen.  Polen ist Sonntag der einzige der 16 Gegner in der umfangreichsten WM-Vorbereitung, die es in Österreich bisher gab, der keine A-Nation ist. Bader (Bild oben) bietet ein junges Team mit vier Neulingen und einem Durchschnittsalter von nur 24,0 Jahren auf, Linz-Kapitän Brian Lebler ist mit 30 der Oldie der Truppe.

Das Debüt des 16jährigen KAC-Verteidigers Thimo Nickl fiel einer Verletzung zum Opfer, aber zwei 18jährige werden erstmals zum Zug kommen: Julian Payr, ein Vorarlberger Verteidiger sowie Stürmer Benjamin Baumgartner. Beide spielen in der Schweiz bei Davos, Bader ist bei ihnen stets auf dem aktuellsten Stand. Der Grund liegt auf der Hand: Auch sein Sohn spielt bei Davos.  Weitere Neulinge: Der 21jährige Black Wings Linz-Verteidiger Moritz Matzka und Villachs Goalie Lukas Schluderbacher, bereits 26. Sie haben die Chance, sich weiter zum empfehlen. Denn im Dezember gegen die Schweiz sowie Russland oder die Slowakei in Luzern wird Bader eine routiniertere Mannschaft aufbieten.

Mit den Neulingen Payr und Baumgartener sind in Danzig vier Legionäre dabei. Die anderen kommen mit Marcus Ganahl und Lukas Haudum aus dem Norden Europas, aus Finnland, wo Ganahl nach 12 Einsätzen bei Pelicans Lahti zu Rauman Lukko wechselte. sowie Schweden (Pantern): „Wenn man in ein Spiel geht, will man es gewinnen, Ergebnisse sind nie unwichtig“, bemerkte Bader, auch wenn es ihm derzeit in erster Linie darum geht, Spieler zu testen. So gesehen beginnt die WM 2019 vor der Wiener Haustür in Bratislava mit der Herausforderung, gegen Lettland, Russland, die Schweiz, Schweden, Norwegen, Tschechien und Italien nicht abzusteigen, bereits in Danzig, um in sieben Monaten beim höheren Tempo ebenso gerüstet zu sein wie im Frühjahr beim geglückten Klassenerhalt in Kopenhagen. Zehn Spieler aus dieser Mannschaft sind in Polen wieder dabei.

Die Erste Bank Liga feiert sich nach 17 Runden bei ersten Teamtermin dieser Saison statistisch als sie spannendste in Europa. Weil jedes zweite Spiel nur mit einem Tor Differenz endet,  weil die ersten drei, die Grazer 99ers, Bozen und die Vienna Capitals, innerhalb von zwei Punkten liegen. Das stimmt zwar. Aber Tempo und Intensität sind in den Ligen gestandener A-Nationen, auch in der Schweiz und Deutschland, deutlich höher als unter Klubs aus Österreich, Italien, Tschechien und Kroatien. Sonst hätte nicht eine ehemalige Teamgröße, der 34jährige Oliver Setzinger, in der neuen Rolle als Verteidiger im Herbst seiner Karriere zu einem der herausragendsten Spieler der Liga avancieren und die Grazer überraschend auf Platz eins führen können. Für die A-WM kann Verteidiger Setzinger kein Thema mehr sein.

 

Foto: Wikimedia Common.

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