Fußball

Brentford ist das große Ziel – aber wahrscheinlich auch die Endstation

Ein Unentschieden am Freitagabend im Community Stadium von Brighton, das 30.666 Zuschauer fasst, gegen Norwegen  und Österreichs Frauenteam hat bei seiner zweiten Endrundenteilnahme das Ziel erreicht. Das liegt im Westen von London. Denn dort wird nächsten Donnerstag das Viertelfinale über die Bühne gehen. Gegen den großen Nachbarn Deutschland. Brentford heißt das Ziel, dort droht aber auch die Endstation. Außer es gibt eine Sensation, die man etwa mit der gleichsetzen könnte, die jetzt schon 44 Jahre zurückliegt. Als die Herren bei der 1978 in Argentinien durch das historische 3:2 den regierenden Weltmeister Deutschland heim schickten. Was damals Corboda für die Herren, wäre jetzt Brentford für die Damen.

Trotz 2:0 gegen Nordirland folgte Kritik an den siegreichen Frauen. Wegen ihrer Jubelszenen, die manchen etwas übertrieben vorkamen. Sie crashten die Pressekonferenz von Teamchefin Irene Fuhrmann, tanzten auch auf der Tribüne Polonaise. Da darf man schon auf die Steigerung gespannt sein, sollte gegen Norwegen der Aufstieg unter die letzten acht gelingen. Torfrau Manuela Zinsberger unr ihre Mitspielerinnen reagierten auf die Feier-Vorwürfe erfrischend und vielleicht auch treffend. Mit dem Hashtag „wirübertreibennicht, wirsindso!“

Zinsberger wurde in zwei Partien unter nur einmal bezwungen, die gute Defensivarbeit macht Hoffnung, dass es gelingt, die Norwegerinnen nicht in Fahrt kommen zu lassen. Obwohl viele die norwegische Offensive mit Spielrrinnen von Champions League-Sieger Lyon, FC Barcelona und Chelsea als eine der besten Europas bezeichnen. Fuhrmann will dagegen mit unterschiedlichen Pressing-Konzepten agieren. Laura Wienroither, die Montag gegen Covid fehlte, könnte wieder spielen. Aber Katharina Schiechl, die sie ersetzte, gelang das Führungstor. Katharina Naschenwang, die für das 2:0 sorgte, wird hingegen fehlen. Auch sie wurde von Corona erwischt. Norwegen, bei zwölf von bisher 13 Europameisterschaften dabei, ist sicher nach dem fürchterlichen 0:8-Debakel gegen England verunsichert, muss selbst das Spiel machen, weil nur ein Sieg hilft. Teamchef Martin Sjörgen wurde von norwegischen Medien noch Montag Abend zum sofortigen Rücktritt aufgefordert, den er aber nicht in Betracht zog.

Deutschland wird aber sowohl für Österreich als auch Norwegen außer Reichweite liegen. Die Mannschaft von Teamchefin Martina Voss-Tecklenburg überzeugte sowohl gegen Dänemark (4:1) als auch gegen Spanien (2:0). Das bedeutet schon vor dem Samstag-Spiel gegen Finnland den Gruppensieg. Die TV-Quote beim zweiten Sieg sagt alles: 8,02 Millionen Zuseher gegenüber 5,95 beim ersten. Deutschland ist auf ein Sommermärchen der Frauen eingestimmt.

Foto: UEFA.

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