Fußball

Dank VAR Elfmeter als Rettung: Enttäuschendes 1:0 als Weckruf für den Kampf um Platz eins

Da war wirklich keine Ruhmestat, der bisher knappste Heimsieg gegen Zypern. Das 1:0 (0:0) vor 16.300 Zuschauern im Linzer Stadion kam durch einen Marcel Sabitzer in der 52. Minuten verwandelten harten Elfmeter zu Stande, den der dänische Referee Jakob Kehlet erst nach Intervention des VAR Jonas Hansen verhängte. Es ging um ein Foul an Christoph Baumgartner. Es passte zur bedenklichen Leistung, bei der die Sieger in der ersten Hälfte keinen Schuss auf das zypriotische Tor zu Stande brachten, dass erstmals bei einem Sieg gegen Zypern der Torhüter eine entscheidende Rolle spielen musste. Alexander Schlager verhinderte bei 0:0 einen Rückstand und später den Ausgleich. Mit dem alles andere als überzeugen Leistung blieb Österreich auf WM-Kurs, aber Tabellenführer Bosnien machte es beim vierten Sieg, dem 6:0 (1:0) in San Marino, bei dem Salzburgs Jungstar Kerim Alajbegovic  beim Debüt das 5:0 erzielte und San Marino ab der 16. Minute mit zehn Mann spielte, besser. Zwei Tore schoss der 39 jährige Kapitän Edin Dzeko. Dienstag geht es in Zenica um Platz eins. Um den zu erobern, braucht Österreich einen Sieg. Dazu muss aber viel mehr kommen als beim Sieg gegen die Zyprioten, man kann die vor allem spielerisch enttäuschende Leistung auch als Weckruf zur rechten Zeit betrachten.

Teamchef Ralf Rangnick entschied sich bei der Qual der Wahl, bei der für Werder Bremen-Legionär Marco Grüll nur ein Platz auf der Tribüne blieb, für Konrad Laimers Premiere in seiner Bayern-Rolle als rechter Verteidiger, für das Leipzig-Duo Xaver Schlager und Nicolas Seiwald im zentralen Mittelfeld, für Marko Arnautovic als einzige Spitze und dahinter für Patrick Wimmer, Christoph Baumgartner und Sabitzer. Schon zur Pause wechselte Rangnick zweimal. Für Arnautovic, der praktisch nicht mitspielte, kam Michael Gregoritsch, für Wimmer Romano Schmid. Die Bilanz der ersten Hälfte zwang zum Handeln: Wenig Gefahr für Zyperns Debütanten im Tor, den 37 jährigen gebürtigen Brasilianer Fabiano, die erste Torchance erst nach der ersten von Zypern. Laimer kam alleine durch, schoss aber am langen Eck vorbei.

In der zweiten Hälfte gab es zwar eine Steigerung, die auch notwendig war, und mehr Energie, aber die Chancen zum 2:0 vergaben Baumgartner, dem nur wenig gelang, und der für Xaver Schlager eingewechselte Stefan Posch vergaben, aber auch Zypern hatte zwei. Einmal hielt Schlager, dann rettete Gregoritsch auf der Linie. „Wir haben vor allem bis zur Pause zu viele Fehler gemacht, blieben zu lange am Ball, waren nicht präzise genug“, analysierte Rangnick, „es ist kein schlechtes Zechen, wenn man verdient gewinnt, obwohl man unter seinen Möglichkeiten blieb!“ Was zählt, sind die drei Punkte, für die man ackern musste, wie Sabitzer treffend meinte. Sicher zu den positiven Aspekten des Abends zählte die Leistung des Kapitäns an der Seite des wie immer zuverlässigen Philipp Lienhart im Abwehrzentrum: David Alaba hinterließ beim Comeback einen fitten Eindruck, das Knie hielt, der Wechsel nach knapp 70 Minuten war vorher abgesprochen.

Bezeichnend, dass an diesem Abend nur wenig passte, war das Loch im Rasen, das nach 74 Minuten eine fünfminütige Unterbrechung nötig machte, die zu insgesamt zehn Minuten Nachspielzeit führte. Nach fünf Minuten konnte mit Sand wieder alles geschlossen werden. Aber das passierte nicht zum ersten Mal, sondern auch schon 2022 nach dem Spiel gegen Dänemark. Damals im Happel-Stadion, jetzt in Linz. Kein Renommee.

 

Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.

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