Fußball

Das fünfte Duell wird das heißeste: Adi Hütter hat gegen Marco Rose noch nicht gewonnen

Sie kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei Red Bull Salzburg, als Adi Hütter 2015 das Double gewann, Marco Rose noch die U 16 trainierte. In der deutschen Bundesliga trafen sie bisher in den letzten  zwei Saisonen viermal aufeinander. Die Bilanz spricht für Rose: Drei Siege mit Borussia Mönchengladbach gegen Hütters Eintracht Frankfurt (4:2, 3:1, 4:0), ein Unentschieden (3:3). Das fünfte  Duell am Samstagabend im Borussia -Park wird das heißeste: Hütter als Rose-Nachfolger bei Mönchengladbach, der Vorgänger kommt mit Borussia Dortmund. Der Druck auf Hütter ist größer, weil die Borussia nur einen Sieg in fünf Runden feierte, Rose gewann mit Dortmund zuletzt viermal hintereinander, Aber ihm steht doch einiges bevor.

Viele empfahlen dem coolen Rose Ohropax, da die Gladbach-Fans ihn gnadenlos auspfeifen werden. Dazu wird es Transparente gegen ihn geben. Weil er die Fans so enttäuscht hat. Nach dem Amtsantritt 2019 führte er Mönchengladbach in die Champions League, schaffte im Herbst 2020 in der Hammergruppe gegen Real Madrid, Inter Mailand und Schachtjor Donezk den Aufstieg in der k.o.-Phase, was Mönchengladbach zuvor nie geschafft hatte. Am 15. Februar dieses Jahres verkündete er aber die Ausstiegsklausel aus seinem Dreijahresvertrag zu ziehen, nach Dortmund zu wechseln. Danach ging es bergab. Ohne Zuschauer in den Stadien Rückfall in der Bundesliga auf Platz acht, Scheitern im Pokal gegen Dortmund, papierformgemäß k.o. in der Champions League gegen Manchester City. Adi Hütter zog die Ausstiegsklausel zwei Monate nach Rose als Frankfurt acht Punkte vor Dortmund auf einem Champions League-Platz stand. Den Frankfurt nicht halten konnte, aber als Fünfter in die Europa League kam. Das galt als vor der Saison als optimistisches Ziel. Rose durfte laut Vertrag für fünf Millionen Euro Ablöse gehen, für Hütter musste Mönchengladbach an Frankfurt 7,5 zahlen.

„Marco Rose hat die Identifikation, die er anfangs bei uns gepredigt hat, nicht unbedingt in dem Maße gelebt“, sagt Sportchef Max Eberl, „ich hoffe aber sehr, dass alles korrekt abläuft, unsere Fans sich nicht auf diesen Kleinkrieg konzentrieren. Unsere Mannschaft braucht die ganze Unterstützung.“ Für die Fans wäre ein Gladbach-Sieg doppelt schön. Es wären drei Punkte gegen die Krise und vor allem gegen Rose, der das Thema in seiner unaufgeregten Art kaum beredete. Hütter zerbricht sich auch über anderen Dinge den Kopf: „Wir müssen, aggressiver sein, mutiger nach vorne spielen, besser in die Zweikämpfe gehen!“ Mönchengladbach ist die Mannschaft, die bisher als einzige gegen Meister und Tabellenführer Bayern einen Punkt holte. Konnte aber die Leistung vom 1:1 danach nicht mehr wiederholen.  Hannes Wolf, von Rose in Erinnerungen an die Salzburger Erfolge von Leipzig nach Mönchengladbach geholt, wird vermutlich nicht zu Hütters Startelf gehören. Hütter braucht die Trendwende, die ihm vor drei Jahren auch in Frankfurt gelungen war: So wie jetzt nur vier Punkte nach vier Runden, aber am Ende für Europa League qualifiziert.

Bayern München verteidigte Freitag Abend Platz eins durch ein 3:1 (2:0) beim Aufsteiger Fürth. Marcel Sabitzer spielte ab der 61. Minute statt Leory Sane. Österreichs Teamchef Franco Foda wird Samstag vermutlich das Duell Frankfurt – 1. FC Köln am meisten interessieren, da drei Kandidaten für den Kader zu den WM-Qualifikationsspielen auf den Färöer und in Dänemark spielen, den er Dienstag nominiert: Martin Hinteregger bei Frankfurt, Florian Kainz und Dejan Ljubicic beim 1.FC Köln, bei dem Louis Schaub wieder als Joker beginnt. Frankfurts Oliver Glasner hofft den Bann zu brechen, den ersten Sieg seiner Ära zu feiern. Bei Union Berlin gegen Bielefeld spielen in der Alten Försterei mit Christopher Trimmel beziehungsweise Manuel Prietl, Alessandro Schöpf und Patrick Wimmer vier Österreich, zu Fodas Kandidatenkreis zählen aber nur Trimmel und Schöpf. Konrad Laimer soll bei Leipzigs Heimspiel gegen Hertha BSC Berlin erste Wahl von Jesse Marsch sein, Karim Oniswo stürmt für Mainz in Leverkusen, Christoph Baumgartner und Florian Grillitsch empfangen mit Hoffenheim Salzburgs Champions League-Gegner  Wolfsburg.

Für Philipp Lienhart wird´s ein sentimentaler Sonntag: Das letzte Spiel im alten Dreisam-Stadion, das für ihn seit 2017 eine Art „Heimat“ war. Am 16. Oktober wird das neue Europa Park-Stadion, das mit 34.700 Zuschauern fast 11.000 mehr fasst als das alte, mit dem Duell gegen RB Leipzig eröffnet.

 

Foto: AP.

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