Seit Samstag ist da Derby 375. Wiener Derby zwischen Rapid und Austria ausverkauft. Daher droht Sonntag im Westen Wiens ein Verkehrschaos. Dem Verlierer droht ein Saison-Nachspiel. Sprich das Play-off um den Europacupplatz. Gibt es ein Unentschieden, dann bleibt Rapid zwar einen Punkt vor der Austria, hätte aber erstmals seit 2022/23 in der gesamten Saison keinen Derbysieg gefeiert. Mit einer 1:3-Heimniederlage gegen den Erzrivalen begann im Herbst Rapids Talfahrt. Es gab in dieser Saison sechs grün-weiße Heimpleiten – mehr waren es nur in der Saison 2005/06 nach dem Meistertitel, als nicht nur der Meistertrainer (Josef Hickersberger), sondern auch die besten Spieler (der aktuelle Geschäftsführer Steffen Hofmann und Andreeas Ivanschitz) abhanden kamen.
Bei Hoff Thorup stellt sich mehr die Frage nach der Aufstellung als bei Stephan Helm. Wer ersetzt Matthias Sidl im zentralen Mittelfeld? Es könnte Lukas Grgic sein, aber auch Jakob Schöller, da er diesmal nicht als Innenverteidiger „benötigt“ wird, weil Nenad Cvetkovic, der „Ersatz“ für Matthias Seidl als Kapitän, wieder zur Verfügung steht. Grgic gehörte in den letzten sieben Runden nicht mehr zur Startelf. Beginnen Andreas Weimann und Nikolaus Wurmbrand wie bei der Niederlage gegen den LASK auf der Bank? Auf Wurmbrand (Bild) zu verzichten, bedeutet grün-weißen Luxus. In der Pause werden die Rapid-Fans an bessere Zeiten erinnert: Da werden das Trainerduo Ernst Dokupil und Herbert Feurer sowie die Spieler, die vor 30 Jahren ins Finale des Europacups der Cupsieger gekommen waren, nach der 0:1-Niederlage gegen Paris St. Germain aber das Titelfinale gegen Sturm Graz 2:0 gewannen, auf dem Rasen geehrt.
Jedes Derby ist ein Hochsicherheitsspiel. Diesmal ist es ein besonderes. Bei der Polizei ist man daauf eingestellt, das es nicht ohne Zwischenfälle abgehen wird, da die Austria-Fans in den Gästesektor dürfen, die violette Chefetage um Präsident Kurt Gollowitzer nicht darauf verzichtete. Die Aussprachen zwischen Gollowitzer und Fanvertrtern in allen Ehren, aber es wird trotzdem zu Provokationen kommen. Und es gibt eben leider in beiden Lagern unverbesserliche. Krawallmacher.
Foto: Yigit Oerme.