Fußball

Der fünfte Österreicher bei Hoffenheim: Grillitsch auf Alabas Spuren

Hoffenheim ist vor den letzten 18 Spielen der einzige Klub der deutschen Bundesliga ohne Niederlage. Der Klub, hinter dem mit Dietmar Hopp, dem Begründer des Softwaregiganten  SAP, einer der reichsten Deutschen steht,  den der  aktuelle Leipzig-Sprotchef Ralf Rangnick 2008 mit den Österreicher Ramazan Özcan und Andreas Ibertsberger in die deutsche Bundesliga geführt hatte, hat mit dem 29jährigen Julian Nagelsmann den jüngsten Trainer der Liga. Und holte jetzt den fünften  Österreicher: Der 21jährige Florian Grillitsch aus Neunkirchen in Niederösterreich kommt zur neuen Saison ablösefrei von Werder Bremen. Deutsche Medien bezeichneten dies als Schock für Bremen. Auf jeden Fall ist es ein gelungener Coup für den Grillitsch-Berater aus Salzburg, Thomas Böhm.

Grillitsch ist der fünfte Österreicher bei Hoffenheim. Auf Özcan und Ibertsberger folgten im Frühjahr 2011 als Bayern-Leihgabe in der Ära von Louis van Gaal David Alaba. Siebzehn Spiele bestritt er im Mittelfeld, nicht als Linksverteidiger, für Hoffenheim, ein Tor erzielte er, wollte eigentlich in Baden-Württemberg bleiben. Aber van Gaal-Nachfolger Jupp Heynckes bestand darauf, ihn zu Bayern zurückzuholen. Alaba ist ihm noch heute dafür dankbar.  Der vierte Österreicher bei Hoffenheim hieß Michael Gregoritsch. 2012 als 18jähriger von Kapfenberg um 200.000 Euro Ablöse geholt, aber bei Markus Gisdol , der jetzt fünf Jahre später  beim Hamburger SV sein Trainer ist, nicht zum Zug gekommen. Daher  nach einem Jahr an St. Pauli verliehen, danach an Bochum, ehe  ihn  der Hamburger SV kaufte. Der fünfte hätte schon 2013 Philipp Hosiner heißen können. Damals  Meister und Torschützenkönig bei Austria. Aber  Hoffenheim Manager Alexander Rosen, der sich  Montag mit Grillitsch fotografieren ließ,  lehnte es ab, die  Ablöseforderungen der Austria-Vorstände Markus Kraetschmer und Thomas Parits  über vier Millionen Euro zu erfüllen, so sehr sich Hosiners damaliger Berater Wolfgang Rebernig auch darum bemühte.  Kraetschmer und Parits wollten vor der Champions League-Qualifikation nicht den torgefährlichsten Spieler verlieren und behielten recht:  Austria kam über Dinamo Zagreb in die Champions League, Hosiner bereitete in der Generali Arena das entscheidende Tor von Roman Kienast perfekt vor.

Also folgt vier Jahre später Florian Grillitsch, den Bremen  2013 aus der St, Pölten-Akademie als Offensivhoffnung geholt hatte. Der sich bei Bremen aus der U19 in die erste Mannschaft hinauf kämpfte, letzte Saison unter Trainer Viktor Skripnik im zentralen, defensiven  Mittelfeld vor der Abwehr eine wichtige Rolle im bestandenen Abtiegskampf spielte. Im letzten Herbst lief es unter Skirpnik-Nachfolger Alexander Nouri bei den elf Einsätzen weniger gut, ehe ihn eine Muskelverletzung stoppte. Jetzt verhindern Probleme mit der Schulter seinen Einsatz am Samstag gegen Bourssia Dortmund. Und wer Grillitsch in Österreichs U21 in der letzten EM-Qualifikation eher lustlos agieren sah, konnte nicht richtig nachvollziehen, warum er  bei Bremen einen Fixplatz hatte. Aber offenbar agierte er dort mit angezogener  Handbremse. Vielleicht sogar auf Befehl aus Werders Chefetage.

Jetzt holte ihn Hoffenheim. Eine Reaktion darauf, dass Bayern  mit Innenverteidiger  Niklas Süle und dem deutschen Teamspieler Sebastian Rudy zwei Hoffenheim-Stützen nach München lotste. Also brauchte  Hoffenheim Nachfolger. Statt Rudy enschied sich Nagelsmann im Mittelfeld für den ablösefreien Grillitsch:“Weil er immer spielerische Lösungen sucht“, wie der Trainer   erklärte. Jetzt liegt´s an dem 21jährigen, der einen Vertrag bis 2021 erhielt, als fünfter Österreicher in Hoffenheim den hohen Erwartungen gerecht zu werden.

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