In zwei der drei Samstagspiele gab es die ersten Überraschungen der neuen Saison: Zunächst erlitt Cupsieger Wolfsberg gegen Altach eine unerwartete 0:2 (0:0)-Heimpleite, ein Tiefschlag fünf Tage vor der Qualifikation zur Europa League in Griechenland gegen Paok Saloniki. Den Vorarlbergern, die letzte Saison bis zur letzten Runde in Abstiegsgefahr waren, gelang ihr erster Startsieg seit sieben Jahren. Am Abend lag Red Bull Salzburg beim Aufsteiger Ried bis zur 96. Minute 1:2 zurück, ehe Joker Yorbe Vertessen nach Flanke von Frans Kraetzig, der wenig später die gelb-rote Karte sah, das 2:2 (1:1) gelang und einen Punkt rettete. Ein schwacher Trost, dass der Mittwoch-Gegner in der Qualifikation zur Champions League, der Club Brügge, Freitag in der Meisterschaft mit 1:2 gegen Mechelen eine Auswärtsneiderlage bezog.
Am Tag nach dem Verkauf von Oscar Gloukh kam Salzburg zu 23 Torschüssen, 14 mehr als Ried, nützte aber seine Möglichkeiten zu wenig, ließ daher zwei Punkte liegen. Trainer Thomas Letsch bot im Mittelfeld den Japaner Sota Kitano, Kapitän Mads Bistrup, Soumalia Diabate und Maurits Kjaergaard auf, ließ im Angriff Karim Oniswo und Edmund Baidoo beginnen. Kitano (Bild) brauchte nur neun Minuten, um in seinem ersten Bundesligaspiel sein erstes Tor zu erzielen. Aber auch Ried hatte einen Debütanten, der traf: Die Sambia-Perle Kingstone Mutandwa, Leihgabe von Cagliari, verwertete eine Flanke von Ante Bajic, der Linksverteidiger Kraetzig davonlief, per Kopf. Mutandwa war auch an Rieds Führung beteiligt: Nach einem von Kraetzig verschuldete Freistoß kam der Ball von Mutandwa zum 30 jährigen deutschen Innenverteidiger Oliver Steurer, der kein Problem hatte, aus kurzer Distanz erstmals in der Bundesliga zu treffen. Danach brachte Letsch mit Petar Ratkov und Vertessen neue Stürmer, nach 66 Minutn mit Dorgeles Nene auch den besten Torschützen der letzten Saison. Rieds Führung hielt dank Torhüter Andreas Leitner 32 Minuten lang, ehe noch der Ausgleich fiel und Vertessen jubelte: „Die Enttäuschung ist da“, gestand Salzburgs Heimkehrer Stefan Lainer, „wir müssen daraus lernen“. Letsch fand, dass Salzburg insgesamt doch gut unterwegs ist: „Lieber so ein Unentschieden als so eines wie gegen Brann Bergen am letzten Mittwoch!“
Von einer ernüchternden Leistung, die kein Trainer sehen will, sprach hingegen Wolfsbergs Trainer Didi Kühbauer: „Alles hat gefehlt!“ Er ließ Neuzugang Donis Avdijaj nicht mit Dejan Zukic beginne, dessen Transserpläne sich zerschlagen haben, der bleiben dürfte. Zukic und Avdijaj erschien ihm offenbar als zu riskant. Avdijaj ersetzte nach 66 Minuten Zukic, sechs später fiel Altachs Führung durch Mali-Stürmer Ousmane Diawawa, der ebenso wie der zweite Torschütze, Joker Alexander Gorgon, im Winter von Ex-Sportchef Roland Kirchler geholt wurde. Eine späte Bestätigung der Personalpolitik. Gorgons erster Treffer im Altach-Dress war eine „Granate“ aus 20 Metern.
WSG Tirol gelang vor nur 1000 Zuschauern am Tivoli mit 4:2 (2:2) der erste Sieg in diesem Jahr gegen Hartberg. Die Tiroler bewiesen gute Moral, verwandelten ein schnelles 0:1 in ein 2:1, steckten auch den Ausgleich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte weg, hatten mehr zuzusetzen. Hartbergs Abwehr mit vier Neuen, mit dem Tormannriesen Tom Hülsmann, Coulibaly und Lukas Spendlhofer im Abwehrzentrum sowie Linksverteidiger Max Henning war sehr löchrig. Da hat Trainer Manfred Schmid ein Defensivthema.
Foto: Red Bull Salzburg.