Fußball

Die Rapid-Herrlichkeit dauerte nur 68 Stunden

Die Rapid-Herrlichkeit nach dem 4:0 gegen Slovan Pressburg dauerte nur 68 Stunden und 20 Minuten. Von Donnerstag, 22.30 Uhr bis Sonntag, 18.50 Uhr, bis die erste Meisterschaftsniederlage dieser Saison feststand. Das 1:2 beim LASK in Pasching bedeutete: Schon drei Runden kein grün-weißer Sieg. Trotz günstiger Auslosung nach vier Partien nur fünf Punkte. Zu wenig wie vor einem Jahr, Sieben Zähler weniger  als Meister und Tabellenführer Red Bull Salzburg, fünf weniger als St. Pölten, das passt nicht zu den grün-weißen Ansprüchen. Nach vier Runden ist es zwar nur eine Momentaufnahme, aber  im Moment wäre Rapid als Siebenter nicht in der Meisterrunde. Trainer Goran Djuricin (Bild oben) hatte zwar recht, wenn er meinte, die Leistung war bei weitem nicht so schlecht wie eine Woche zuvor beim katastrophalen 0:0 in Hütteldorf gegen Wolfsberg. Aber im eigenen Interesse sollte er besser nicht mehr sagen, er könne nicht von seiner Mannschaft  in jedem Spiel einen Sieg verlangen. Das werden viele Rapid-Fans gar nicht gerne hören.

Kapitän Steffen Schwab fehlte wegen eines geschwollenen Knies. Dazu rotierte Djuricin noch dreimal: Manuel Thurnwald statt Marvin Potzmann, statt Schwab Manuel Martic, der wie eine Runde zuvor komplett überfordert wirkte, Aleksandar Kostic ersetzte Thomas Murg, Andrij Ivan  Deni Alar. Von dem Quartett der Neuen erlebte einzig Ivan den Schlusspfiff am grünen Rasen. Nur „Ersatzkapitän“ Richard Strebinger konnte es Rapid verdanken, dass im Endeffekt nur wenige Minute zu einem Punkt fehlten. Er hielt das „zu null“ fest, bis ihn LASK-Innenverteidiger Christian Ramsebner nach 65 Minuten mit einem 90 km/h-Knaller aus 36 Metern bezwang. Rapid reagierte, kam aber nur mit Hilfe von Referee Markus Hameter sechs Minuten vor Schluss zu einem Elfmeter, der keiner war. Bei dem Christoph Knasmüllner an Tormann Alex Schlager scheiterte. Gerade Knasmüllner zeigte den Unterschied zu Donnerstag. Fast könten man sagen von heroe zu zero, vom Helden zu einer Null. Donnerstag dreifacher Torschütze, Sonntag traf er nach 20 Minuten  zum fünfte Mal in der Saison Aluminium, tauchte dann ab, fiel erst wieder durch den vergebenen Elfer auf. Sein zweites Gesicht.

Dabei hatte Rapid noch Glück, dass sich aus dem Eckball nach der vergebenen Elfmeter der Ausgleich entwickelte, weil LASK-Verteidiger Philipp Wiesinger einen Schuss von Veton Berisha unhaltbar abfälschte. Doch das Blatt wendete sich vier Minuten später noch einmal zu einem hochverdienten Happy End für die Linzer. Nach einem Eckball, bei dem Berisha in seinem Rücken Wiesinger offenbar übersah und laufen ließ. Der nützte dies in seinem 22. Bundesligaspiel zu seinem ersten Treffer. „Bei uns dachten alle daran , noch das zweite Tor zu erzielen, haben in dieser Situation nicht gut verteidigt“, behauptete Djuricin. Kollege Oliver Glasner stürmte nach dem Wiesinger-Tor jubelnd auf den Paschinger Hybridrasen. Wer will es ihm verdenken? Bisher hatte er alle zehn Spiele als Trainer, egal ob bei Ried, ober beim LASK, verloren. Jetzt konnte er erstmals einen Sieg genießen. Beachtlich, dass der LASK mit dem Pech gegen Besiktas Istanbul offenbar besser umgehen konnte als Rapid mit den Glücksgefühlen nach dem Aufstieg gegen Slovan. Jetzt ist die Lage in Hütteldorf wieder angespannt, braucht es Donnerstag gegen Steaua Bukarest den nächsten Befreiungsschlag.

Die Chance hat Sturm nach der Blamage gegen Larnaka nicht mehr. In dieser Situation war das 1:1 (1:0) gegen Schlusslicht Altach daheim sicher zu wenig. Die verärgerten Grazer Fans bekamen  nicht die Reaktion geliefert, die sie wollten, skandierten enttäuscht, dass sie Sturm sehen wollten Auch das Altacher Geschenk zum Führungstor nützte Sturm nicht richtig. Nach der Pause verdienten sich die Vorarlberger durch den eingewechselten Ex-Rapidler Kristjan Dobras den Punkt. Sturm-Trainer Heiko Vogel wird sich mit seiner Meinung, dass zwei Siege, je ein Unentschieden und eine Niederlage nach vier Runden eigentlich okay sind, keine neuen Freunde gemacht haben,

Foto: © FOTObyHOFER/CHRISTIAN HOFER.

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