Fußball

Die Sternstunde einer neuen Supertruppe: In 26 Minuten von 0:1 auf 4:1!

Auch Österreichs Ex-Teamkapitän Andi Ivanschitz war in seinem neuen Teilzeitjob als Kommentator bei DAZN hin-und hergerissen von dem, was er da kommentierte und lobte. Die Sternstunde einer neuen Supertruppe namens LASK in der  Europa League, die eigentlich nur 26 Minuten dauerte. Wie in dieser Phase im Duell der Vizemeister aus Österreich und Holland die Linzer ein unglückliches 0:1 gegen PSV Eindhoven in ein 4:1 verwandelten, das verdiente höchsten Respekt, übertraf alles, was der LASK bei seinem Höhenflug in den letzten Jahren zuvor zeigte. War besser als die ohnehin mitreißenden Heimspiele gegen Besiktas Istanbul,  den FC Basel, gegen Brügge und Rosenborg Trondheim. Das riss die 14.000 Zuschauer im ausverkauften Linzer Stadion auf der Gugl zu Standing Ovations hin. Am Ende stand der größte Sieg in der  Linzer Klubgeschichte, der sogar noch vor dem denkwürdigen 1:0 gegen Inter Mailand vor 34 Jahren kommen muss. Mit dem eroberte der LASK ins einer Gruppe schon Platz zwei hinter Sporting Lissabon (2:0 bei Rosenborg Trondheim) aber vor PSV Eindhoven. Bei Punktegleichheit kommt der LASK wegen der direkten Duelle vor den Holländern.

Wie sich die Linzer präsentierten, das erinnerte an die magischen Nächte von Red Bull Salzburg in den  vergangenen Saisonen in der Europa League. Egal, ob gegen Borussia Dortmund, Lazio Rom, Olympique Marseille, den FC Brügge oder Napoli, die Linzer standen Donnerstag Abend bei ihrer Sternstunde dem nicht nach. Dabei rief der Beginn schlechte Erinnerungen hervor. An den August, an das 0:1 gegen FC Brügge. Damals eine fragwürdige, falsche Elfmeterentscheidung des Polen Szymon Marciniak und seines Videorefereees Pawel Gil, die nach zehn Minuten zum einzigen Treffer und damit zur Niederlage führte. Diesmal schon sechs Minuten früher durch den Dänen Radu Petrescu und seinen Assistenten Adrian Ghinguleac allein, da es in der  Europa League erst ab der k.o.-Phase den Videoreferee gibt. Irgendwie konnte man das Handsvergehen von James Holland noch regeltechnisch vertreten, wie es im Schiedsrichterjargon so schön heißt. Aber unzweifelhaft passierte das nicht im Strafraum, sondern knapp davor. Petrescu gab trotzdem Elfer, der Assistent an der Linie sah es auch falsch. Der Deutsche Daniel Schwaab schickte Tormann Alexander Schlager in die falsche Ecke, der LASK musste einem Rückstand nachlaufen. Ließ sich nicht beeindrucken, machte dies beeindruckend mit viel Leidenschaft.

Angefangen von der Defensivabteilung vor Schlager mit  Philipp Wiesinger, Kapitän Gernot Trauner und Petar Filipovic, über die zentralen Mittelfeldspieler Holland und Peter Michorl, die Außenspieler Reinhold Ranftl und Marvin Potzmann,  bis zu den Angreifern Thomas Goiginger, Marco Raguz und Dominik Frieser. Bei Potzmann muss man sich schon fragen, warum Rapids Trainer Didi Kühbauer für ihn keine Verwendung hatte. Denn wie Potzmann marschierte und spielte, das war besser als alles, was seine Nachfolger in Grün-Weiß, egal ob der vom LASK geholte Max Ullmann oder der von Roter Stern Belgrad gekommene Filip Stojkovic, bisher zeigten. Zur Pause hieß das Torschussverhältnis bereits 18:1 für den LASK, aber so richtig los ging es erst ab Minute 56.

Da traf Ranftl mit seinem schwächeren linken Fuß zum Ausgleich. Und trat damit eine Lawine los. Vier Minuten später traf Frieser nach einem von Torhüter Jeremy Zoet gerade noch abgewehrten Goiginger-Schuss zum 2:,1 durfte sich wenig später auf seinen Lorbeeren ausruhen. Für ihn kam der  Brasilianer Joao Klauss, der danach im Alleingang wieder in nur vier Minuten per Kopf für zwei Tore sorgte, In der 78. und 82. Minute. nach Vorarbeit von Ranftl und Goiginger. Wie der Teamkandidat vor den Augen von Franco Foda zuvor  den Tschechen Michael Sadilek überspielte, dann von der  Toroutlinie perfekt auf den Kopf von Klauss flankte, das verdient schon das Prädikat Weltklasse. Wie die ganze zweite Hälfte des LASK. Ein größeres Kompliment kann man der neuen Supertruppe made in Austria nicht machen. Der Aufstieg ist jetzt machbar und damit wird der LAS in finanzielle Sphären vordringen, die er bisher nicht kannte. Die es den Wiener Klubs immer schwer machen werden, diesen LASK wieder einzuholen. Trainer Valerien Ismael sprach von einer grandiosen Leistung, die ihn sprachlos mache: „Wir haben uns durch nichts aus der Bahn werfen lassen und daher eine überragende Ausgangsposition.“

 

Foto: LASK Gmbh.

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