Fußball

Dynamisch + sympathisch + erfolgreich = LASK!

Selten erlebte man noch eine Mannschaft, die ihren bisher größten internationalen Erfolg zwar mit viel Freude, aber fast genauso viel Demut feierte wie der LASK den Einzug ins Achtelfinale durch das 2:0 (1:0) gegen Alkmaar auf der ausverkauften Gugl. Sie sind dynamischer  auf dem Rasen als beim Feiern (zumindest nach außen hin) und beim Reden. Keiner Spur von großen Tönen, wie man sie von anderen bei ähnlichen Erfolgen schon erlebt haben. Torhüter Alexander Schlager bemerkte, dass es spielerisch nicht die  beste Leistung gewesen sei. Selbst Marko Raguz (Bild oben), der mit seinen Toren Alkmaar praktisch erschoss, stellte sich nicht in den Mittelpunkt, obwohl er beim 1:1 im Hinspiel den Führungstreffer erzielte, Donnerstag Abend beide Tore.  Die Nummer 29 lobte lieber die Mannschaftsleistung. Das macht diese Siegertypen durchaus sympathisch, wahrscheinlich auch den Höhenflug des Tabellenführers  aus. Spricht für Trainer Valerien Ismael, seinen Vorgänger Oliver Glasner und den Mastermind Jürgen Werner.

Unglaublich auch, dass der LASK alle drei Tore zum Aufstieg aus Standardsituationen erzielte. Im ersten Speil nach einem Outeinwurf von James Holland, Donnerstag knapp vor der Pause aus einem Elfmeter nach einem Foul an Reinhold Ranftl, bei dem Raguz den starken Tormann Marco Bizot in die falsche Ecke schickte, und in der fünften Minute der zweiten Hälfte nach einem Outeinwurf von Holland, der auch nach dem Spiel Akzente setzte: Als er im Schneeregen in Badeschlapfen zum Interview vor den Puls 4-Kameras stand. Raguz verlängerte den Outeinwurf des Australiers per Kopf, war dann bei einem Abpraller zur Stelle, traf im Fallen spektakulär mit links. Und das alles vor den Augen von  Teamchef Franco Foda. Der hat beim LASk wohl mehr Kandidaten für die Europameisterschaft als im Herbst gedacht. Nicht nur Schlager oder Ranftl oder Thomas Goiginger, sondern auch Raguz. Und sicher würde es Kapitän und Abwehrchef Gernot Trauner verdienen, nicht nur auf der Abrufliste zu stehen, sondern seine Chance zu bekommen.

Raguz reagierte aber defensiv, als er auf seien Chance für einen Platz in Fodas  Kader für die Europameisterschaft angesprochen wurde. Vier Tage für Österreich erstem Gruppenspiel in Bukarest feiert Raguz seinen 22. Geburtstag. Wäre ein schönes Geschenk an ihn, sollte er dabei sein. Doch er behauptete, sich damit nicht zu beschäftigen, sagte hingegen: „Ich freu mich schon auf die nächsten Spiele mit der Unter 21!“ Für die erzielte er in fünf Spielen drei Tore, für den LASK in acht Partien in der Europa League fünf. Er kann es also international.

„Es war ein großer Fight, die Reise geht weiter“, lobte Ismael seine Sieger. Was er nachher im Mannschaftskreis an der Mittellinie seinen Aufsteigern sagte, hörte man nicht. Man  konnte es aber auf Grund der Körpersprache des 44 jährigen Franzosen erahnen: Am Boden bleiben, jetzt heißt es, diese Niveau zu bestätigen. Schon Sonntag im Heimspiel gegen Hartberg. Aber zuvor gibt es Freitag Mittag die Auslosung. Von einem Wunschgegner sprach keiner, sie nehmen alles. Egal ob Wolfsburg mit Ex-Trainer Glasner, Bayer Leverkusen, den FC Basel mit Österreichs Ex-Teamchef Marcel Koller, den der LASK  bereits in der Qualifikation zur Champions League eliminierte, oder die Glasgow Rangers, AS Roma , Wolverhampton und Manchester United, in Old Trafford 5:0-Sieger über den FC Brügge, den LASK-Bezwinger im Play.off zur Champions League  Im Achtelfinale stehen auch aus Spanien Getafe, der Bezwinger von Ajax Amsterdam, und der FC Sevilla, aus Dänemark der FC Kopenhagen, der Celtic Glasgow auswärts 3:1 bezwang, Inter Mailand, Schachtjor Donezk aus der Ukraine als Sieger über Benfica Lissabon, Basaksehir Istanbul, nach Verlängerung der Bezwinger von LASK-Gruppengegner Sporting Lissabon, und Griechenlands Champion Olympiakos Piräus als größte Sensation mit dem 2:1 in London bei Arsenal nach Verlängerung. Wolfsburg gewann bei Malmö 3:0, wobei Ex-LASK-Torjäger Joao Victor, der nach 57 Minuten für Xaver Schlager eingewechselt wurde, für den Endstand sorgte. Leverkusen besiegte im Estadio Dragao den FC Porto 3:1(0:0), das ist beachtlich. Von den Österreichern spielte Aleksandar Dragovic statt des angeschlagenen Sven Bender in den letzten 25 Minuten im Abwehrzentrum. Julian Baumgartlinger, mit dessen Einsatz in der Startformation selbst „Bild“ gerechnet hatte, hingegen gar nicht. Der holländische Leverkusen-Trainer Peter Bosz ist unberechenbar.

Foto: LASK/Media.

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