Nach einer Seuchensaison, in der er 29 Spiele bei Werder Bremen wegen einer Muskelverletzung verpasste, die ihn die WM-Teilnahme kostete, heißt es für Max Wöber „Glück Auf“. Das bedeutet einen Neubeginn beim deutschen Traditionsklub Schalke 04 aus dem „Kohlenrevier“ Gelsenkirchen, bei dem er Mittwoch im Tiroler Trainingslager in Neustift den Fitnesscheck bestand. Aber das allein hätte nicht gereicht, um den Wechsel zum Aufsteiger zu fixieren: Der 28 jährige Wiener löste seinen bis 2027 laufenden Vertrag mit Leeds United, wodurch er die kostenlose Freigabe bekam. Dadurch konnte er einen Einjahresvertrag bei Schalke auf Leistungsprinzip unterschreiben. Dass Schalkes Sportvorstand Romed Baumann nicht zu mehr bereit war, ist nachvollziehbar.
Es spricht jedenfalls für Wöbers professionelle Einstellung, dass er wusste, keine Forderungen stellen zu können, sondern erst wieder Leistung zeigen zu müssen. Um es konkret auszudrücken: Wöber verzichtete dafür auch auf Geld. Denn der Vertrag in der englischen Premier League war sicher besser dotiert als der bei Schalke. Aber Wöber weiß, dass jetzt der sportliche Aspekt der einzige ist, der zählt. Das hat für den Jungvater abgesehen von der Familie jetzt Priorität. Vor neun Jahren war er von Rapid für 7,5 Millionen Euro Ablöse zu Ajax Amsterdam gewechselt, zwei Jahre später kaufte ihn der FC Sevilla um 10,5, um die gleiche Summe holte ihn Red Bull Salzburg in die Bundesliga zurück. 2023 war er Leeds zwölf Millionen wert, doch irgendwie passte es dort nicht, was auch am deutschen Trainer Daniel Farke gelegen haben könnte. Nach einem Jahr Leihe zu Mönchengladbach, dort überzeugte er bei 27 Einsätzen. Doch seinen Kauf, für den Leeds 15 Millionen wollte, konnte sich Mönchengladbach nicht leisten. Daher an Werder Bremen verliehen, wo ihn das Verletzungspech zum Zuschauen verdammte. Als er im Finish der Saison wieder fit war, verletzte er sich beim zweiten Einsatz an den Adduktoren. Damit war die WM kein Thema mehr.
Wenn Wöber fit bleibt, dann ist er für Schalke und dessen österreichischen Aufstiegstrainer Miron Muslic wie ein Geschenk des Himmels. Sowohl als Abwehrspieler wie auch als Persönlichkeit, der die Mannschaft führen kann. Wöber geann mit Ajax zwei Titel, mit Salzburg sieben. Bei Schalke geht es nur um den Klassenerhalt. Er ist bei den „Königsblauen“ der dritte Österreicher zu Dejan Ljubicic, den er von Rapid-Zeiten kennt, und dem 25-jährigen Stürmer Junior Adamu, der bisher weder bei Freiburg noch bei Celtic Glasgow den Sprung zum Stammspieler schaffte. Bleibt Wöber fit, dann ist sein Comeback in Österreichs Team nur eine Frage der Zeit. Bei Ralf Rangnick stand der Linksfuß immer hoch im Kurs.
Auch beim ablösefreien Xaver Schlager ist alles geklärt: Er unterschrieb bei Nottingham Forest, dem neuen Klub von Oliver Glasner, einen Zweijahresvertrag, flog bereits nach Portugal ins Trainingslager an der Algarve.
Foto: Schalke 04 Media.