Meister LASK ist auf jeden Fall in der Ligaphase der Europa League. Aber der Kampf um das erste Champions-League-Ticket hat für die Linzer Priorität. Um zu verhindern, im Play-off zu scheitern, wurde der Kader mit dem 27-jährigen Ex-Rapidler Robert Ljubicic verstärkt. Seit Mittwoch ist der Leihvertrag mit dem griechischen Meister plus Kaufoption offiziell. Trainer Didi Kühbauer kennt die Qualitäten von Ljubicic aus gemeinsamen Zeiten bei St. Pölten und in Hütteldorf. Sturm Graz hat am Dienstag mit dem 4:0-Heimsieg gegen Hearts of Midlothian praktisch die dritte Runde der Qualifikation für die Königsklasse geschafft. Gibt es dort eine Niederlage gegen Fenerbahce oder Gornik Zabrze, bedeutet das Ligaphase in der Europa League. Das ergibt die Chance, Österreichs Platzierung in der Fünfjahreswertung zu verbessern. Aber erst Siege in der Ligaphase helfen, von Rang 22 wieder nach oben zu klettern.
Donnerstag beginnt für die Wiener Klubs Austria und Rapid der Kampf um den Aufstieg in die Ligaphase der Conference League. Drei Hürden müssen dafür genommen werden. Für Austria in Jūrmala nahe der lettischen Hauptstadt Riga gegen Liepaja, den Fünften der laufenden lettischen Punktejagd: „Jedes internationale Spiel ist etwas Besonderes“, sagt Trainer Stephan Helm, der in der Vorbereitung gegenüber den letzten Saisons etwas geändert hat. Was die Belastung von Leistungsträgern wie Kapitän Manfred Fischer oder Aleksandr Dragovic betrifft. Sie erhielten mehr Zeit zur Regeneration, um die Verletzungsgefahr zu verringern. Liepaja darf für Austria kein großes Problem bedeuten. Der Südkoreaner Taesok Lee, der nach der WM seit Montag wieder mit der Mannschaft trainiert, gehört zum Kader, für die Neuzugänge Ibrahim Buhari, Joe Feddersen und Julian Hettwer könnte es der erste Europacupeinsatz in Violett werden. Auch für die Talente Valentin Toifl, Daniel Nnodim und Hasan Deshsishku, die neu zum Profikader gehören.
Rapid bestreitet sein erstes Europacupspiel in Andorra. 350 Fans werden vor Ort sein. Zuerst drei Stunden Flug nach Girona, dann Busfahrt über 214 Kilometer hinauf nach Andorra- das war Mittwoch die Anreise. Gegen Santa Coloma wird auf Kunstrasen gespielt. Trainer Hoff Thorup (Bild) wird dafür „Spezialisten“ aufbieten, die Spieler, die sich auf dem ungewohnten Terrain im Training am besten zurechtfanden. Laut Wetterprognosen wird die Temperatur beim Anpfiff um 19 Uhr 27 Grad betragen. Für Rapid beginnt die Saison mit einem Kunstrasen-Doppelpack: Zuerst Santa Coloma, drei Tage später am Sonntagabend auch in der ersten Cuprunde beim SV Wienerberg im zehnten Wiener Gemeindebezirk. Rapids Trainerteam beobachtete Santa Coloma live vor Ort beim 3:0 gegen den walisischen Klub Ponybont: „Sie haben einige Spieler mit einem Niveau für bessere Ligen“, behauptete Thorup.
Von Rapids Spiel in Andorra gibt es keine klassische TV-Produktion, sondern ein Livestream-Format mit nur drei Kameras. Grün-weiße Fans können das in der RapidKantin´gegenüber vom Allianz-Stadion verfolgen. Austrias Match in Lettland wird ab 17 Uhr von Puls 4 live übertragen.
Foto: Yigit Örme.