Fußball

Ex-Schützling von Stöger und Schmid macht die USA glücklich

Im Frühjahr 2018 zählte Christian Pulisic, damals 20 Jahre alt, bei Borussia Dortmund zu den Schützlingen des österreichischen Trainerduos Peter Stöger und Manfred Schmid. Die werden sich Dienstag Abend mit Pulisic (Bild oben) gefreut haben, als er für den Aufstieg der USA ins Achtelfinale sorgte. Durch sein goldenes Tor zum 1:0 (1:0) im brisanten Duell der politischen Erzfeinde gegen den Iran, dessen Spieler diesmal die Hymne mitsangen. Laut TV-Sender CCN wegen Drucks aus der Heimat mit Drohungen gegen ihren Familien. Das Siegestor musste Pulisic teuer bezahlen. Er prallte mit dem iranischen Tormann Alireza Beiranvand heftig zusammen, war danach total benommen, musste zur Pause ausscheiden. Ob er bis Samstag, bis zum ersten Achtelfinale gegen Holland wieder auf die Beine kommt? Bei den Amerikanern ist der Stürmer eine unverzichtbare Stütze, bei Chelsea zählt er seit drei Jahren nicht zum Stammpersonal.

Die USA erreichten erstmals seit acht Jahren wieder die k.o.-Phase. 2014 in Brasilien war dies unter einem deutschen Teamchef (Jürgen Klinsmann) und einem österreichischen Assistenten (Andreas Herzog) gelungen. Können die in Katar noch ungeschlagenen Amerikaner Holland gefährlich werden?  Wer gegen England 0:0 spielt, dem kann man das durchaus zutrauen. „Oranje“ überzeugte auch beim ungefährdeten 2:0 (1:0) gegen Katar, bei dem Memphis Depay erstmals in der Startelf stand, nicht ganz. Codey Gakpo traf wieder, erzielte damit in jedem der drei Gruppenspiele einen Treffer. Die Bilanz des Veranstalters Katar: Kein Punkt, nur ein Tor erzielt. Zu schwach für eine Endrunde.

England gegen Senegal ist das zweite Achtelfinale, das bereits feststeht. England ließ im britischen Derby Wales beim 3:0 (0:0) keine Chance. Teamchef Gareth Southgate, nach dem Unentschieden gegen die USA stark in der Kritik,  wechselte dreimal, stellte Routinier Jordan Henderson, Markus Rashford und Phil Foden in die Startelf. Rashford brachte mit dem ersten direkten verwandelten Freistoß dieser WM den Bann, nur 35 Sekunden später traf Foden. Sein erster Treffer für England seit zwei Jahren, ehe Rashford ein Doppelpack gelang. Raheem Sterling, Mason Mount und Bukayo Saka saßen auf der Bank. Das zeigt, welch großes Offensivpotenzial England hat. Ungewohnt, dass bei neun erzielten Toren keines auf das Konto von Goalgetter Harry Kane geht. Der Kapitän hält bei drei Assists. Österreich-Bezwinger Wales gewann kein Spiel, holte durch sein einziges WM-Tor, einen von Gareth Bale gegen die USA verwandelten Elfmeter, einen Punkt. Apropos Bale: Er war auch gegen England kaum im Spiel, kam zur zweiten Hälfte wegen muskulärer Probleme nicht wieder. Könnte ein bitteres Ende seiner Teamkarriere nach 111 Länderspielen gewesen sein. Senegal erreichte auch ohne seinen am Knie operierten Topstar Sadio Mane erstmals seit 20 Jahren wieder das Achtelfinale. Das 2:1 (1:0) gegen Ecuador führte zu Freudenszenen in der Hauptstadt Dakar. Für den Siegestreffer sorgte Chelsea-Legionär Kalidou Koulibaly. Der Kapitän profitierte davon, dass nach einem Freistoß der Ball via Ecuadors Kapitän Enner Valencia vor seinen Beine fiel. Der Innenverteidiger traf im Stile eines Torjägers. Ein Drama für Valencia: Erstmals nach fünf WM-Spielen mit einem Tor von ihm traf er nicht, gab den Assist zum Siegestreffer des Gegners.

Eine Premiere wird es Donnerstag beim Deutschlands letztem Gruppenspiel gegen Costa Rica geben: Erstmals leitet eine Frau eine WM-Partie, die 38 jährige Französin Stephanie Frappart. Österreichs Teamkapitän David Alaba weiß, wie Madame Frappart pfeift: Sie war bei Real Madrids 5:1 gegen Celtic Glasgow in der Champions League im Einsatz.

 

Foto: FIFA.

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