Fußball

Für Napolis Offensive war Salzburg nicht kompakt genug

Erstmals seit 20.Oktober 2016, nach 19 Heimspielen in Champions-und Europa League ist es wieder passiert; Red Bull Salzburg bezog eine Heimniederlage im Europacup. Vor drei Jahren 0:1 in der Gruppenphase der  Europa League gegen OGC Nizza vor 9.473 Zuschauern, Mittwoch Abend 2:3 (1:1) gegen Napoli vor ausverkauftem Haus in Wals-Siezenheim. Bei beiden Niederlagen dabei waren Kapitän Andreas Ulmer, Takumi Minamino und Hee Chan Hwang. Die Tore fünf und sechs von Erling Haaland vor den Augen seines Vaters Alf, machten zweimal einen Rückstand wett, aber das reichte nicht. Wie schon drei Wochen zuvor beim 3:4 gegen den FC Liverpool an der Anfield nach dem Ausgleich zum 3:3 kassierte Österreichs Meister  wieder ein billiges Tor. „Wir kriegen zu viele Tore“ gab auch Trainer Jesse Marsch zu. Und daher dürfte es mit dem Überwintern in der Königsklasse nichts werden. Sondern „nur“ in der Europa League. Und das ist kein Grund, Trübsal zu blasen. Denn das Überwintern galt als primäres Ziel.

Nach sechs Minuten jubelte das ganze Stadion über Haalands vermeintliche schnelle Führung. Doch der französische Referee Clement Turpin lief in die Review Area, entschied dann: Kein Tor, weil Haaland zu Beginn der Aktion im Abseits stand. Da nützte es nichts, dass dazwischen zwei Napoli-Spieler den Ball berührten. Sie taten das nicht bewusst, daher galt die Regel, wonach es kein Abseits gibt, wenn der Ball vom Gegner kommt, nicht. Und so lag Salzburg bald wie im März im Achtelfinal-Retourspiel der Europa League 0:1 zurück. Napoli  begann mit sechs Mann aus der damaligen Startelf, Salzburg nur mit vier. Vor sieben Montan hieß es nach 17 Minuten durch den Polen Arkadius Milik, der diesmal auf der Bank blieb, 0:1 zurück. Diesmal bereits nach 14 durch den Belgier Dries Mertens.

Nach 33 Minuten der nächste Rückschlag. Das 0:2 blieb nach einem perfekten Konter, der auf einen Eckball für Salzburg folgte, blieb bei einem Heber von Mertens zwar erspart, aber Tormann Cican Stankovic erlitt beim Zurücklaufen einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel, musste raus. So kam der 22jährige Brasilianer Carlos Coronel zu seinem Champions League-Debüt. Von Jänner bis Ende Juli war er in die Major Soccer League an Philadelphia verliehen, ehe er nach der Verletzung von Alexander Walke zurückbeordert wurde. Jetzt steht der deutsche Routinier wieder im Mannschaftstraining. Teamchef Franco Foda sah das Pech von Stankovic von der Tribüne. Möglich, dass Foda für die  letzten zwei Qualifikationsspiele im November wieder eine neue Nummer eins braucht.

Vor der Pause holte Hee-Chan Hwang gegen den französischen Verteidiger Kevin Malcuit einen Elfmeter raus, den Haaland sicher verwandelte. Zu Beginn der zweiten Hälfte schien Salzburg für mehr Druck sorgen zu können, aber da fehlten beim Spielaufbau und in der Offensive sowohl die Präzision als auch die Schnelligkeit im Passpiel. Die Ausnahme hieß Max Wöber, der für einen Innenverteidiger auch ungewöhnlich viel lief, nämlich mehr als zehn Kilometer, diesmal der  Beste der Verlierer war. Gesamt liefen die Salzburger sogar zehn Kilometer mehr als die Sieger ohne damit Napolis Plus an Klasse wettmachen zu können.

Als Hwang und Ulmer Malcuit laufen ließen, nutzte der dies zur Vorlage an Mertens, der dies zu seinem 116.Tor im 300. Spiel für Napoli nützte.  Damit hat er eines mehr als der große Diego Maradona im Napoli-Dress erzielt. Aber nochmals kam Salzburg zurück. Die perfekte Flanke von Junuzovic verwertete Haaland per Kopf, jubelte noch einmal (Bild oben). Aber mitten im Jubel kam der Tiefschlag. Praktisch im Gegenstoß konnte Ulmer Mertens nicht an der Flanke zu Lorenzo Insigne hindern, den Schuss des Italieners, der zuvor für den Mexikaner Hirving Lozano gekommen war, fälschte Andre Ramalho noch ab. Damit filen alle NapoliTor über die linke Abwehrseite Salzburg, wo Ulmer keienn gutn Tag erwischte. Der dritte Ausgleich gelang nicht mehr.

„Unsere Qualität setzte sich am Ende durch“, behauptete Ancelotti. Dazu gehörte auch die bessere Raumaufteilung. Da Genk daheim dem FC Liverpool 1:4 (0:1) unterlag, hat Salzburg als Dritter vier Punkte mehr als Belgiens Meister. Um ins Aufstiegsrennen der Champions League zurückzukehren, müsste am 5.November im Stadio San Paolo beim Tabellenführer ein Auswärtssieg gelingen. Dort hatte Salzburg im März 0:3 verloren. Aber Marsch will noch nicht aufgeben: „Wir sind noch am Leben“, behauptete er. Aber er weiß auch: Um das in Neapel zu bleiben, braucht es eine bessere Defensive. Neun Verlusttore in drei Spielen sind einige zu viel.

Foto: Red Bull Salzburg.

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