Als erste Bundesligamannschaft nahm kein Europacupteilnehmer, sondern der GAK bereits am Donnerstag die Vorbereitung auf. In der Doublegewinner LASK sein Trainingslager in der Adidas-Zentrale Herzogenaurach beziehen wird, der Homebase der deutschen Nationalmannschaft bei der Heim-EM vor zwei Jahren. Red Bull Salzburg beginnt am kommenden Dienstag mit zwei neuen Außenverteidigern: Für rechts kam der Kärntner Nikolas Veratschnig von Mainz, für links holte Sportchef Marcus Mann den 28-jährigen Schweizer Dominik Schmid vom FC Basel (Bild). Mit dem er vor einem Jahr das Double gewonnen hatte. So wie Veratschnig kostete auch Schmid, der es bisher nicht in die Schweizer Nationalmannschaft schaffte, drei Millionen Euro Ablöse. Jetzt kann man durchaus sagen: Wer knapp 40 Millionen für die Innenverteidiger Joane Gadou und Yannick Schuster bekam, der kann sich sechs für zwei Außenverteidiger leisten. Stimmt hundertprozentig. Nur hätte es Salzburg vielleicht nötiger, sich an anderen Positionen zu verstärken. Derzeit gibt es mit Stefan Lainer, Veratschnig und Tim Trummer drei Rechtsverteidiger im Kader, mit Schmid, Frans Krätzig und Aleksa Terzic drei linke.
Die Millionenreserven wird Salzburg auch anzapfen müssen, um den Wunschtrainer präsentieren zu können. Favorit von Jürgen Klopp, dem Head of Global Soccer bei Red Bull, ist der 37-jährige Rostocker Danny Röhl. Nur hat der einen Vertrag bei den Glasgow Rangers bis 2028, aus dem ihn Salzburger herauskaufen müssten, wenn Röhl das will. Er übernahm die Rangers letzten Oktober mitten in einem Tief, konnte sie stabilisieren, aber keinen Titel holen. Von 40 Spielen mit ihm gewannen die Rangers 22. Vor seiner Zeit in Glasgow war er zwei Jahre in der englischen Championship, der zweiten Liga, bei Sheffield Wednesday. Das waren seine ersten Engagements als Cheftrainer. Zuvor war er jahrelang Assistent: von Hansi Flick in dessen Zeit als deutscher Teamchef und bei Bayern München (auch beim Triple 2020 mit Österreichs Teamkapitän David Alaba), bei RB Leipzig von Ralf Rangnick und dann von Ralph Hasenhüttl, dem er auch zu Southampton gefolgt war. Als neuen Kaderplaner holte Mann den Deutschen Jonathan Harder. Den Job hatte er zuletzt bei Hoffenheim unter Sportvorstand Andreas Schicker, war allerdings nur für die zweite Mannschaft zuständig.
Transferaktivitäten gab es auch bei den Vorarlberger Bundesligaklubs: Altach engagierte als zweiten neuen Stürmer nach Marko Raguz von der Wiener Austria Denizcan Cosgun von Austria Salzburg. Der 24-Jährige kam letzte Saison in der zweiten Liga bei Aufsteiger Austria Salzburg auf acht Tore und fünf Assists. Aufsteiger Austria Lustenau erinnerte sich an seine Vergangenheit, holte nach 13 Jahren den inzwischen 34-jährigen brasilianischen Linksverteidiger Danilo Soares zurück. Seit 2013 war er in Deutschland bei Ingolstadt, Hoffenheim, Bochum und beim 1. FC Nürnberg. Letzte Saison kam er aber nur auf drei Einsätze.
Auch in der zweiten Liga tut sich einiges. St. Pölten holte für den nächsten Anlauf Richtung Aufstieg den Torjäger des Floridsdorfer AC, Lukas Gabbichler, der letzte Saison elf Tore erzielte, und Yannick Wanner, den Cousin von Österreichs Teamspieler, dessen Schottland-Engagement bei Livingston nicht nach Wunsch verlief. Viennas Sportchef Dieter Elsneg engagierte einen Stürmer mit Bundesligaerfahrung: Der 26 jährige Tobias Anselm erzielte in 79 Spielen bei WSG Tirol 16 Tore. Die neue Nummer eins im Tor des Floridsdorfer AC ist Paul Pius Scharner, der Sohn des ehemaligen Teamspielers, der zu Österreichs Vizeweltmeister-Team bei der U 17-WM in Katar gehörte, im Gruppenspiel gegen Neuseeland zum Einsatz kam.
Foto: Red Bull Salzburg.