Fußball

Gespanntes Warten auf weitere Foda-Neuigkeiten

ÖFB-Präsident Leo Windtner präsentierte Donnerstag Mittag im Presseraum des Wörthersee-Stadion mit Diana Langes aus der Swarovski-Dynastie eine neue, attraktive Markenbotschafterin des Verbands. Die Tochter des legendären ehemaligen Konzernchefs Gernot Langes, der 1987 den legendären Ernst Happel als Trainer vom Hamburger SV nach Tirol geholt hatte, ist seit fünf Jahren Präsidentin des nunmehrigen Erstligisten WSG Wattens und wie man hört, auch in neue Pläne, den Tiroler Fußball zu alter Stärke wie zu den Zeiten ihres Vaters und Happels  zu entwickeln, involviert. Freitag Abend wird  Franco Foda gefordert sein, im ersten Länderspiel des WM-Jahres gegen Slowenien mit dem slowenischen UEFA-Präsidenten Aleksandr Ceferin als Ehrengast mit dem Team ein ähnlich attraktiver Markenbotschafter zu sein wie Diana Langes.

Hat der Teamchef ähnliche unerwartete Neuigkeiten zu bieten wie der Präsident? Das Wort Neuanfang sollte man nicht mehr strapazieren. Der war bereits im November im ersten Spiel nach sechs Jahren Marcel Koller. Vor vier Monaten wartete Foda beim 2:1 gegen Uruguay  mit einem interessanten, gelungenen Wechsel von Kollers bevorzugtem  4-2-3-1 auf ein 4-4-2 auf, mit dem Comeback von Andreas Ulmer als Linksverteidiger sowie Marco Arnautovic als zweiter Spitze statt Flügelspieler. Vom damaligen Kader fehlen jetzt nur wegen Verletzungen Kevin Danso und Marcel Sabitzer, dazu Deni Alar. Dem wurde wie erwartet der im November verletzte Michael Gregoritsch vorgezogen. Kann Foda mit kaum verändertem Personal etwas entscheidend anderes aus dem Hut zaubern? Eher nicht.

Mehr geht es um den nächsten Schritt in Richtung mehr Flexibilität, wie auch Teamkapitän Julian Baumgartlinger, andeutete. Aber die Veränderungen werden darüber hinausgehen, dass Marko Arnautovic neu zum Mannschaftsrat gehört, dort Kassenwart ist und sein 68.Länderspiel  sein erstes als Rolls Royce-Besitzer ist. Klagenfurt und Arnautovic  bedeutet ohnehin ein besonders Kapitel. Beim ersten Heimspiel der Koller-Ära 2012 gab es gellende Pfiffe der Kärntner Fans gegen ihn, als beim 3:1 gegen Finnland manch misslungener Trick fast aufreizend wirkte. Auch zwei Jahre später beim 1:1 gegen Uruguay sowie 2016 hielt sich die Begeisterung beim 2:1 gegen Malta in Grenzen. Obwohl Arnautovic beim vorletzten Test zur Europameisterschaft die schnelle Führung erzielt hatte. Aber da richtete sich die Enttäuschung mehr gegen die ganze Mannschaft, speziell nach dem kuriosen Eigentor von David Alaba im Finish.

Was bringt das vierte Arnautovic-Spiel in der attraktiven Wörthersee-Arena, die viel öfters, warum nicht durch den Kärntner Bundesligaklub Wolfsberg, genützt werden sollte? Da glauben viele an drei Innenverteidiger. Beim EM-Ausscheiden, dem 1:2 gegen Island, erwies sich das 2016 als Reinfall. Wenn sich Foda in seinem zweiten Spiel als Teamchef erstmals zu dieser Variante entschließt, die er mitunter auch bei Sturm Graz gewählt hatte, ein 3-4-3 oder 3-5-2 spielen lässt, dann sicher nicht deshalb, ob Alaba nicht sagen zu müssen, dass er linker Verteidiger spielt, sondern eine Mittelfeldrolle hat. So viel Mumm besitzt der Teamchef garantiert, um intern mit offenen Karten zu spielen. Um bei der Position des linken Verteidigers zu bleiben: Eigentlich gäbe es  keinen Grund, Ulmer nicht wieder zu bringen. Ausser dem triftigen, dass Alaba die sieben Jahre jüngere Variante ist,  auch die etwas dynamischere, und  offensivere. Wem auf der linken Seite mit Alaba und Arnautovic ein Duo vorschwebt wie bei Bayern mit Alaba und Franck Ribery oder Kingsley Coman, dem sollte klar sein, dass dies nur mit einer Viererabwehr  funktionieren kann. Denn mit Dreierkette spielen die Bayern unter Jupp Heynckes nicht. Alaba gefallen die taktischen Ideen, die er von Foda bisher hörte, sehr: „Von hinten herausspielen und offensiv kreativ sein, dafür haben wir das Potenzial.“ Vielleicht jetzt sogar mehr als in der beeindruckenden EM-Qualifikation 2015, zumindest genau soviel. Bis Herbst, bis zur Nations League, muss Foda das Team so weit haben, wieder so beeindruckende Leistungen wie damals unter Koller abrufen zu können.

Mit dem Vorgänger ist Foda in Sachen Sponsor auf einer Linie. Das ist wie beim Schweizer tipp3. Für Philip Newald, den Geschäftsführer der Sportwetten GmbH, ging es darum, ein Alleinstellungsmerkmal für Foda zu finden, das dem Teamchef auch für seine Mannschaft vorschwebt. Daher gibt´s den neuen tipp3-Club mit dem Teamchef als Testimonial. Da kann man eine Reise mit ihm nach Moskau zur Weltmeisterschaft gewinnen. Bei den Dreharbeiten zum ersten TV-Spot bewies Foda schon großes schauspielerisches Talent. Da liegt aber die Latte hoch, um so viel Kultstatus wie die TV-Spots mit Koller als Automechaniker oder Friseur zu erreichen. Die tipp 3-Quoten für Freitag Abend gegen die unberechenbaren Slowenen mit ihrem Weltklassetormann Jan Oblak sind  optimistisch: 1,70 gegenüber 4,50 für einen slowenischen Sieg.

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