Fußball

Graz gegen Anfield Road oder Fernduell zwischen den Freunden Rose und Klopp

In den letzten zwei Saisonen kassierte  Red Bull Salzburg die erste  Saisonniederlage jeweils in Graz gegen Sturm. 2016/17 unter Oscar Gar cia, 2017/18 unter Marco Rose durch ein eigentlich irreguläres Tor, erzielt  von dem inzwischen bei Rapid spielenden Deni Alar. Heuer kommt  der Tabellenführer mit beeindruckenden Rekorden in die Merkur-Arena zu Sturm: Neun Siege zu Beginn schaffte Salzburg als erste Mannschaft in der Bundesliga, ebenso vier Auswärtssiege zu Beginn. Noch nie hatte der Tabellenführer vor der zehnten Runde schon sieben Punkte Vorsprung auf den Zweiten, in diesem Fall St. Pölten. Salzburg ist zuzutrauen, den zehnten Sieg hintereinander zu feiern. Trainer Marco Rose erkannte aber letzten Sonntag beim 0:0 der Grazer in Pasching gegen den LASK, dass Sturm sehr gut gegen den Ball gearbeitet hat. Das wird auch das Rezept gegen die bessern Salzburger sein. Trotz Platz sechs, 14 Punkten weniger als Salzburg, sieben weniger als der Dritte LASK und Ausscheiden aus dem Cup wagte Sturms Trainer Heiko Vogel ein in dieser Situation etwas unerwartetes Versprechen: „Wir werden uns wieder für den  Europacup qualifizieren.“ Damit wollte er wohl die Fanszene etwas beruhigen. Aber es gab in dieser Woche eine Krisensitzung, in der ssitens des Vorstand versucht wurde,die Diffrenzen zwischen Sportvorstand Günter Kreissl und Vogel zu beseitigen. Wenn das mit der „Kleinen Zeitung“ ein Sponsor des Vizemeisters berichtete, wird es wohl stimmen.

11.000 Karten sind für den Schlager aus Graz verkauft. Im TV ist er live auf „Sky“ zu sehen. Exklusiv, um eine Anleihe bei der laufenden Werbekampagne des Senders, auf dem der Fußball seine Heimat hat, zu nehmen. Aber eine halbe Stunde nach dem Anpfiff beginnt im Free-TV eine große Konkurrenz in Sachen TV-Quoten. Puls 4, das sich Donnerstag Abend über 454.000 Zuseher bei der Übertragung  vom 3:1 der  Glasgow Rangers gegen Rapid freute, zeigt im Zuge seines Sublizenz-Abkommens mit DAZN aus der Anfield Road das Spitzenduell der Premier League zwischen dem FC Liverpool und Meister und Tabellenführer Manchester City. Mit den besten Offensivreihen der Liga, mit klingenden Namen wie Mohamed Salah, den Ex-Salzburgern Sadio Mane und Naby Keita, der trotz des Ausscheidens beim 0:1 in der Champions League bei Napoli einsatzfähig sein dürfte, Roberto Firmino, Sergio Aguero, Riyad Mahrez, David Silva, Raheem Sterling oder Kevin de Bruyne, falls der Belgier den Fitnesstest besteht. Durchaus möglich, dass da einige von Graz nach Liverpool umschalten. Ein „Fernduell“ zwischen Rose und Europas Spitzentrainern Jürgen Klopp (Bild oben) und Pep Guardiola, der heuer noch keines der drei Spiele gegen Liverpool gewinnen konnte. Mit Klopp ist der Salzburg-Trainer befreundet, seit sie vor zehn Jahren mit Mainz in die deutsche Bundesliga aufsteigen. Klopp als Trainer, Rose als sein Verteidiger. Der Kontakt zwischen ihnen ist nie abgerissen.

Dei Puls 4-Übertragung bedeutet sicher eine große Konkurrenz für das Spitzenspiel in Österreich. Die Chefetage der Bundesliga nahm das schweigend zur Kenntnis. Verhindern konnte sie da nicht. Überrascht doch, dass kein Verstand öffentlich die Stimme erhob, das Missfallen kundtat, seit die Kooperation zwischen Puls 4 und DAZN offiziell wurde. Registriert müsste man es schon haben. Seit wenigen Tagen gibt´s den Trost, dass sich nächste Saison das nicht wieder holen kann. Weil sich Sky nach Verhandlungen mit Englands Ligachef Richard Scudamore wieder die Exklusivrechte der Premier League für Österreich und Deutschland sicherte. Drei Jahre lang, von 2019 bis 2022.

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