Fußball

Greiml gegen Baumgartner: Das Waldviertel-Duell im Kohlenpott

Es war sicher nicht das Gelbe vom Ei, das Startelfdebüt von Leo Greiml (Bild oben) in der deutschen Bundesliga bei Aufsteiger Schalke 04. am letzten Samstag. Das 0:4 in Leverkusen zeigte Greiml  noch einmal, was der 21 jährige Innenverteidiger ohnehin schon wusste:  Es wird bis zur letzten Runde ein Kampf gegen den Abstieg, Daher versuchte er, dem Debakel noch positive Seiten abzugewinnen. Denn es war sein erstes Profimatch über die volle Spielzeit, seit er sich am 24. Oktober 2021 bei Rapids 2:2 in Hartberg so schwer am rechten Knie verletzte, dass eine Kreuzbandoperation notwendig war. Trotzdem wechselte er ablösefrei zu Schalke. Nach dem Debüt kann er feststellen: Mit dem Knie ist alles in Ordnung. Darum sagt er: „Ich bin fit, ich stehe zur Verfügung!“ Freitag für sein Heimdebüt in der Arena auf Schalke, die 62.000 Zuschauer fasst, gegen Hoffenheim ausverkauft sein wird. Bei einem Waldviertler Duell in Gelsenkirchen, mitten im Kohlenpott: Sowohl Greiml als auch Hoffenheims Kreativspieler, der zwei Jahre ältere Christoph Baumgartner, wurden in Horn geboren. Mit Thomas Böhm haben sie auch den gleichen Berater.

Schalkes Defensive wirkte in Leverkusen hilflos, daher wird von Viererabwehr auf eine Fünferkette mit drei Innenverteidigern umgestellt. Für Greiml kein Problem, das kennt er aus seinen Rapid-Zeiten. Auch, dass wie derzeit bei Schalke, der interne Zusammengehalt beschworen und trotz Krisenstimmung gelobt wird. Die Personalsituation im Abwehrzentrum de „Knappen“ ist prekär: Der 34 jährige Japaner Maya Yoshida ist zu langsam und überfordert, was bereits vor zweieinhakb Jahren  Ralph Hasenhüttl bei Southampton festgestellt hatte. Die holländische Liverpool-Leihgabe Sepp van den Berg kann wegen einer Sprunggelenksverletzung heuer nicht mehr spielen. Auch der Pole Marvin Kaminski und der Franzose Ibrahima Cisse fallen aus. Da kommt einiges auf Greiml zu. Sicher mehr, als er bei Rapid gewohnt war: „Ich mache meinen Job!“

Wenn es eine Niederlage geben sollte, kommt es höchstwahrscheinlich zum Trainerwechsel. Bereits zum fünften der Saison. Bisher mussten Domenico Tedesco bei RB Leipzig, Thomas Reis bei Bochum, Gerardo Seoane bei Leverkusen und am Montag Stuttgarts Pellegrino Matarazzo gehen, Nach drei Pleiten in Serie hat Schalkes Frank Kramer Freitag sein Endspiel. Ausgerechnet gegen Hoffenheim mit Coach Andre Breitenreiter, der auf Rache an Schalke brennt. Weil ihn vor sechs Jahren der damalige Manager Christian Heidel (jetzt Sportchef bei Mainz) entließ, da er mit Platz fünf die Champions League verpasste. So hoch sind die Ansprüche bei Schalke nicht mehr. Gewinnt Breitenreiter, ist Kramer dennoch trotz Vertrag bis 2024 weg. Der Nachfolger dürfte mit dem bei Bochum entlassenen Reis schon feststehen. Im Vergleich zu Deutschland ist Österreichs Bundesliga für die Trainer eine Insel der Selingen. Diese Saison wurde noch keiner entlassen, nur zwei galten bis zum letzten Wochenende als angezählt. Christian Heinle bei Schlusslicht Ried und Klaus Schmidt in Hartberg,

Greiml hält sich aus allen Trainer-Diskussionen verständlicherweise raus. Seine Devise gilt derzeit auch bei seinem Ex-Klub Rapid: „Jeder muss mehr machen, mutiger und selbstbewusster auftreten.“

Foto: Schalke 04.

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