Fußball

Ja zu Windtners Trainingszentrum! Neue Macht für Nachfolger Milletich? Sicher nicht

Am vorletzten Tag seiner  Ära feierte ÖFB-Präsident Leo Windtner (Bild oben) seinen letzten Sieg: Das Präsidium sagte mit deutlicher Mehrheit Ja zu seinen Plänen für ein Trainingszentrum samt Bürogebäude in Wien-Aspern. Vorausgesetzt die Baukosten überschreiten nicht 60 Millionen Euro und sowohl Bund als auch Stadt Wien bestätigen auch mittels schriftlichem Vertrag, sich mit je einem Drittel daran zu beteiligen. Die Gegner des Projekts befürchten, es könnte die seise Finanzlage des ÖFB in Schieflage bringen.

Von veralterten Strukturen ist rund um die Neuwahl des Präsidenten wieder einmal die Rede. Wie aber moderne ausschauen sollten, das sagte noch keiner. Die Landesverbände aufzulösen, was manchen vielleicht vorschwebt, wäre der totale Blödsinn. Dann würde man sozusagen die Basis zerstören. Aber wer sonst als die Landesverbandspräsidenten, die im Präsidium sitzen, und die Vertreter der Bundesliga, die sich derzeit zum Unterschied früherer Zeiten erstaunlich diskret oder passiv verhält, sollen den Präsidenten wählen? Das Problem in den letzten Jahren von Windtner war in erster Linie, dass er das Präsidium nicht mehr zusammenhalten konnte. Schuldlos war er daran nicht. Es kann ja kein Zufall sein, dass zu den schärfsten Kritikern  des Oberösterreichers Windtner der Präsident des Landesverbands von Oberösterreich, Gerhard Götschhofer, zählte.

Hat nur Österreich angeblich veraltete Strukturen? Ein Blick zum großen Nachbarn Deutschland, der ja oft als Vorbild genommen wird, sagt das Gegenteil. Dort geht es genauso zu. Sogar noch fast ärger. Den DFB führt nach dem praktisch erzwungenen Rücktritt von Fritz Keller nach 21 Monaten im Mai wegen einer Nazi-Äußerung eine zerstrittene Doppelspitze der Vizepräsidenten Rainer Koch und Peter Peters. Bis Februar könnte Kandidaten für die Wahl des neuen Präsident am 11. März vorgeschlagen werden. Die Vorschläge können von Landes-und Regionalverbänden sowie der Liga kommen. Letzte Woche gab es einen Gipfel der Landesverbandspräsidenten, um Weichen zu stellen. Erinnert etwas an das Wahlkomitee des ÖFB, das Gerhard Milletich als Kandidaten für die Nachfolge von Windtner kürte. Keller war der dritte DFB-Präsident hintereinander, der das Amt vorzeitig räumen musste. Zwölf Jahre so wie Windtner schaffte in Deutschland zuletzt  Hermann Neuberger, der von 1975 bis 1992 den Verband führte. Danach kamen Egidius Braun (neun Jahre), Gerhard Mayer-Vorfelder (fünf), Theo Zwanziger (acht), Wolfgang Niersbach (drei), Reinhard Grindel (vier) und Keller. Bei seinem  letzten Rundumschlag forderte er einen personelle Erneuerung, um einen glaubwürdigen Neuanfang zu ermöglichen. Klingt fast nach Österreich.

In Windtners ÖFB-Amtszeit verbrauchte Deutschland vier Präsidenten. Was beim DFB ein Thema ist:  Der nächste Präsident soll mehr Macht, sprich die Richtlinienkompetenz, zurückbekommen. Nicht um den eigenen Willen durchzusetzen, wie es Gegner dieser Variante aus Landesverbänden behaupten, sondern um die Autorität in schwierigen Situationen einzusetzen, bei Streitigkeiten über schwierige Themen oder der Besetzung des Generalsekretär-Postens, der denn Präsidentensache wäre. Umgelegt auf Österreich hieße das mehr Macht für Milletich, Sicher denkt weder der Landesverband aus Wien, noch der aus Niederösterreich, der Steiermark, von Kärnten, Oberösterreich, Salzburg, Tirol und Vorarlberg daran.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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