Fußball

Jubel über großartige Rangnick-Nachricht: Hoffentlich auch nach der WM!

Vier Tage vor Österreichs WM-Startspiel gegen Tunesien in San Francisco, nach US-Zeit nur drei, kam Teamchef Ralf Rangnick erstmals in Boca Raton zu einem Medientermin. Den Grund lieferte der ÖFB bereits drei Stunden früher vor dem Trainingsbeginn im Harder Stadium: Der Vertrag mit Rangnick, der am 29. Juni, also während der WM, seinen 68. Geburtstag feiern wird, konnte um zwei Jahre bis zur EURO 2028 verlängert werden. Alle hoffen, dass „Happy Birthday“ noch in den USA gesungen wird. Denn dann wäre Österreich in der K.-o.-Phase, hätte das Sechzehntelfinale erreicht. Eigentlich wäre logisch gewesen, erst danach die Einigung mit Rangnick offiziell zu machen. Aber vielleicht nervte das ständige Nachfragen Rangnick. Also passierte es bereits am dritten WM-Tag als Meldung des Tages. Dass deswegen die WM-Erfolgschancen entscheidend steigen, ist aber eine Illusion.

Freitag vermeldeten Italiens Sportgazetten, dass Milan von Rangnick eine Absage bekam .Die Verlängerung ist sicher ein Erfolg für ÖFB-Boss Josef Pröll und Geschäftsführer Bernhard Neuhold, die Rangnick bereits im Dezember bei der WM-Auslosung in Washington erstmals auf die Vertragsverlängerung ansprachen . Samstag jubelte Pröll über eine großartige Nachricht, ein Signal für Geschlossenheit. Hoffentlich ist der Jubel auch nach der Weltmeisterschaft so groß oder noch größer. Sehen das alle noch als großartige Nachricht. Denn sollten die hochgesteckten Erwartungen nicht erfüllt werden, wäre es in Österreich keine große Überraschung, sollte die Stimmung etwas umschlagen. Das Beispiel von Marcel Koller vor zehn Jahren dient dabei als Warnung: Die Euphorie nach der geschafften EM-Qualifikation war enorm. Der damalige ÖFB-Präsident Leo Windtner erfüllte alle finanziellen Forderungen für die Vertragsverlängerung mit dem Schweizer, dem vor der EM noch alle möglichen Orden verliehen wurden. Nach dem Ausscheiden mit nur einem Punkt aus den Gruppenspielen gegen Ungarn, Portugal und Island, der gegen den späteren Europameister Portugal geholt wurde, schlug die Stimmung um. Die letzten zwei Jahre mit Koller waren vom Misserfolg gezeichnet. Die Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2018 wurde klar verpasst.

Kann das wieder passieren? Eher nicht. Schon alleine deshalb, weil Österreichs Kader jetzt besser besetzt ist als bei der Europameisterschaft vor zehn Jahren in Frankreich. Von damals ist nur noch einer dabei: Kapitän David Alaba. Ebenso Marc Janko, der jetzt als ServusTV-Experte in Boca Raton ist. Und wohl richtig lag, als er zur Vertragsverlängerung meinte: „Ich glaube, die Spieler haben es schon länger gewusst!“ Die Sponsoren Uniqa, Raiffeisen, Sporteo und ImmoUnited von Viennas Vizepräsident Roland Schmid machten es möglich, dass Rangnicks Gage angeblich verdoppelt wurde. Aber Geld war für Rangnick sicher nicht das größte Argument, um zu bleiben. Er meinte, er habe erst am Tag des Abflugs nach Kalifornien erfahren, dass auch bei seinen Mitarbeitern alles geklärt wurde. Das habe zur Entscheidung geführt. Wo würde er sonst so viele Vollmachten bekommen als beim ÖFB? Bei Milan sicher nicht. Das weiß auch Rangnick. Der den Spielern vor dem Samstag-Training nicht nur sein Verbleiben, sondern auch die Aufstellung gegen Jordanien mitteilte. Die erfuhren die Medien aber nicht.

Foto: ÖFB/Christopher Kelemen.

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