Ginge es nach Lothar Matthäus, sollte Österreich beim WM-Start gegen Jordanien ohne Kapitän David Alaba beginnen. Bei Österreichs WM-Generalprobe, dem 1:0 gegen Tunesien, war Alaba, so lange er spielte, der beste Österreicher, aber Matthäus nicht vor Ort. In Deutschland warf Matthäus den Magenta TV-Experten Jürgen Klopp und Thomas Müller vor, für Unruhe zu sorgen, weil sie Stuttgart-Stürmer Deniz Undav statt Jamal Musiala in Deutschlands Startelf gegen Curacao am Sonntag in Houston fordern. In Wahrheit wirft Matthäus Klopp und Müller das vor, was er in Österreich selbst macht. Der Unterschied ist sicher der, dass der ehemalige Erfolgstrainer Klopp und Weltmeister Müller in Deutschland ernster genommen werden als der 65 jährige Matthäus in Österreich und selbst in Deutschland. So großartig er als Spieler, der 1990 Weltmeister wurde und 1998 mit 37 seine fünfte Weltmeisterschaft bestritt, war, so umstritten und mit Ausnahme des Kapitels bei Partizan Belgrad erfolglos war er als Trainer. Wer ihn bei Rapid von 2002 bis 2002 auf seiner ersten Trainerstation erlebte, der kann ihn nicht ganz ernst nehmen. ÖFB-Sportdirektor Peter Schöttel war damals sein Spieler.
Als Trainer reichte er in Brasilien bei Atletico Paranense nach einem Monat den Abschied, in Israel löste Maccabi Netanya nach einer Saison den Vertrag. Als er Assistent von Giovanni Trappatoni bei Red Bull Salzburg war, wurde Rapid Meister. Als Teamchef von Ungarn und Bulgarien verpaste er die Qualifikation für WM und EM. Seit 2011 ist er „nur“ noch Experte. Derzeit bei RTL und Sky, zuvor auch beim ZDF. Zudem legt er als Kolumnist beim deutschen Massenblatt „Bild“ los. Sein Aktionsradius ist so wie früher als Mittelfeldmotor beachtlich. Das zeigte sich in den Wochen vor der Weltmeisterschaft. Vom Europa-League-Finale in Istanbul direkt nach Wien, um einen Tag später die vertraglichen Verpflichtungen bei „Interwetten“ zu erfüllen, und seine WM-Prognosen bekanntzugeben. sein Geheimfavorit Norwegen mit dem Torungeheuer Erling Haaland. Das hat etwas für sich.
Zuletzt jettete Mtthäus vom letzten deutschen WM-Test in Chicago gegen die USA nach München, um im Hangar 7 bei „Talk & Tore“ von Servus TV über die WM zu reden. Letzten Montag sagte er in Salzburg unter anderem: „Ich hätte mit ihm schon vor einem Vierteljahr verlängert. Man hat es in Österreich versäumt, mit ihm vor der WM zu verlängern. Pech für Matthäus, dass er fünf Tage später widerlegt wurde. Stören wird’s ihn nicht. Niemand kann seinen Redefluss stoppen.
Foto: ServusTV/Kirsten Frank .