Fußball

Kalajdzic trifft nicht nur als Joker: Goldtor zum Aufstieg

19 Österreicher Dienstag und Mittwoch in der zweiten Runde des deutschen Pokals im Einsatz – nur acht stiegen auf. Einer schoss ein Goldtor: Sasa Kalajdzic entschied Mittwoch das Württemberg-Derby gegen den SC Freiburg und Philipp Lienhart schon nach 19 Minuten für den VfB Stuttgart. Der 2,00 Meter-Riese kam nach einem perfekten Pass von Kapitän Gonzalo Castro, der an Lienhart vorbeiging, frei vor das Tor, ließ  sich die Chance mit rechts nicht entgehen, bewies damit, dass er nicht nur als Joker für Schlagzeilen sorgen kann. Wie eine Woche zuvor, als Kalajdzic (Bild oben) mit zwei Toren das 2: gegen Union Berlin rettete. Sein erstes Tor im Pokal sorgte für den ersten Heimsieg Stuttgarts in dieser Saison: „Wir wollen etwas Geiles schaffen“, verriet Kaladjzic. Stuttgart träumt vom Finale.

Das zweite österreichische Tor fiel bereits Dienstag: Hannes Wolf leitete bei  seinem 19. Einsatz für Mönchengladbach den  5:0-Kantersieg beim Regionalligaklub SV Elversberg ein. Für Stefan Lainer war der Einsatz zur Pause beendet, Valentino Lazaro blieb auf der Bank.  Ein seltenes Erfolgserlebnis hatte Alessandro Schöpf beim Bundesligaletzten Schalke: Den dritten Sieg in dieser Saison. Einen mit Österreichs Team beim 1:0 in der Nations League gegen Rumänien in Ploiesti, wo der entscheidende Treffer auf sein Konto ging. Und zwei mit Schalke im Pokal gegen Regionalligaklubs. Im September 4:1 gegen Schweinfurt mit zwei Schöpf-Toren, Dienstag das 3:1 gegen Ulm.  Ein bisschen wenig für vier Monate. 24 Stunden nach dem Aufstieg erfuhr Schöpf, wer sein vierter Trainer in dieser Saison wird: Nach David Wagner, Manuel Baum und Huub Stevens in zwei Spielen wird es der 66 jährige Schweizer Christian Gross. Auf dessen Visitenkarte stehen sechs Meistertitel in der Schweiz (zwei mit Grasshoppers Zürich, vier mit dem FC Basel in zehn Jahren), Jobs in England (Tottenham), Saudiarabien (Al Ahli) und Ägypten (Zamalek Kairo) sowie beim VfB Stuttgart. Den rettete er 2009/10 vor dem Abstieg. Damals hatte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider diese Funktion bei den Schwaben. In Erinnerung daran traut er zehn Jahre später Gross zu, Schalke zu retten.

Zu den Aufsteigern gehört Marcel Sabitzer mit Leipzig nach dem 3:0 in Augsburg beim „Steirer-Duell“ gegen Michael Gregoritsch , Romano Schmid (3:0 mit Werder Bremen in Hannover), Matthias Honsak nach einem Fünfminuten-Einsatz beim 3:0 von Darmstadt bei Dynamo Dresden (mit Philipp Hosiner) und Peter Zulj mit Zweitligist Bochum nach einem Elfmeterkrimi in Mainz beim Vorletzten der Bundesliga mit Karim Onisiwo und Kevin Stöger. Zulj gab den Assist zu Bochum Ausgleich in letzter Minute der regulären Spielzeit zum 2:2. Kein Tor im Nachspiel, daher Elfmeterschießen. Da kam er nicht mehr daran, weil Mainz die ersten drei vergab. Stöger nagelte den zweiten an die Latte. Auch Ex-Austrianer Dominik Prokop scheiterte im Elfmeterschießen: Er scheiterte als vierter Elferschütze von Wehen Wiesbaden. Das war der zweite vergebene Penalty des Drittligisten, womit alles für Jahn Regensburg entschieden war. Bei Hoffenheims Scheitern am Dienstag im 18. Penalty des Spiels gegen Zweitligist Fürth (2:2 nach 120 Minuten) war Christoph Baumgartner Zuschauer: Nach 58 Minuten ausgetauscht, Stefan Posch blieb auf der Bank, Florian Grillitsch durfte schon pausieren.

Rot Weiß Essen spielt im deutschen Pokal die Rolle, die im österreichischen Cup die Vienna hat: Der einzige Viertligist im Bewerb. Essen schaltete wie die Vienna je einen Klub aus Bundesliga und zweiter Liga aus, allerdings in umgekehrter Reihenfolge: Zunächst Aufsteiger Bielefeld, Mittwoch dann Fortuna Düsseldorf mit 3:2 (1:1). Bei den Verlierern spielten Kevin Dan und Christoph Klarer. Der  nur in den letzten Minuten. Erwartet kam das Aus für Lukas Gugganig mit Zweitligist Osnabrück in Köln (0:1), für Ex-Rapidler Dominik Wydra mit Eintracht Braunschweig gegen Borussia Dortmund (0:2). Überraschend hingegen für Christopher Trimmel mit Union Berlin: Der Sechste der Bundesliga verlor daheim gegen Zweitligist Paderborn 2:3. Passt so gar nicht zu Erfolgslauf der „Eisernen“.

Kalajdzic traf in Stuttgart, ein anderer Stürmer von Österreichs Team in Nizza: Dort erzielte Adrian Grbic, der Kalajdzic in Österreichs Team drei Einsätze und zwei Tore voraus hat, zum 2:2 von Aufsteiger Lorient. Das dritte Saisontor von Grbic für den Aufsteiger in Frankreichs Ligue 1.

Foto: VfB Stuttgart.

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