Fußball

Kloses Geständnis nach 525 Minuten ohne Altach-Tor

Manfred Schmid sagte sein für Mittwochabend geplantes Debüt im Münchener Sky-Studio als Stargast zum Champions League-Schlager Bayern gegen Paris St. Germain ab. Ihn ersetzt Didi Hamann. Schmid hat seit seinem Amtsantritt in Wolfsberg am Dienstagnachmittag jede Stunde damit zu tun, die richtigen Maßnahmen auszuloten, um die Mannschaft zu stabilisieren und in die Spur zu kriegen. Dem gilt seine volle Konzentration. Da bleibt keine Zeit, von Kärnten nach München zu fahren. Miroslav Klose kämpft seit acht Monaten darum, Altach zu stabilisieren. Die Tabelle sagt, dass ihm dies noch nicht gelungen ist. Für den WM-Rekordtorschützen muss es besonders schmerzhaft sein, dass eine von ihm trainierte Mannschaft seit 525 Minuten kein Tor erzielt hat. Seit Atdhe Nuhiu am 6. November per Kopf den Ausgleich zum 1:1 gegen Sturm erzielte. Darauf folgten ein 0:3 im Vorarlberg-Derby bei Austria Lustenau, ein 0:1 gegen LASK, das 0.3 in Hütteldorf gegen Rapid, daheim das 0:0 gegen WSG Tirol und Sonntag das 0:3 in Klagenfurt. „Es wäre, als hätte jemand den Stecker gezogen“, gestand Klose Montag bei „Talk&Tore“ zur ersten Hälfte im Wörthersee-Stadion. In der Pause packte er sie bei der Ehre, danach ging es besser. Das gibt leise Hoffnung.

Altach passiert es zum zweiten Mal hintereinander, in den ersten vier Spielen ein Tor zu erzielen. Es war auch 2022 so. 0:2 gegen die Austria (noch mit Schmid als Trainer), 0:2 gegen Klagenfurt, 0:2 gegen Admira, 0:4 in Salzburg. Als Draufgabe noch zum Auftakt der Qualifikationsrunde 0:0 gegen Hartberg. Fünf Spiele Torflaute, ehe beim 2:1-Auswärtssieg gegen Ried der französische Defensivspieler Mickael Nanizayamo, der nach der Rettung in der letzten Runde mit Klose-Vorgänger Ludovic Magnin zu Lausanne wechselte, den Bann brach. Nach insgesamt 549 Minuten. Samstag trifft Altach wieder auf Ried, diesmal daheim. Wird die Torsperre erneut gebrochen?  Es wäre an der Zeit. Denn in der letzten Rundes des Grunddurchgangs gastiert Altach so wie ein Jahr davor beim Tabellenführer Red Bull Salzburg: „Ich hätte es mir leichter vorgestellt“, gestand Klose. Ebenso, dass er mit seinen Spielern leidet. Abschalten tut der 44 jährige mitunter beim Schweizer Eishockey. Vor dem 0:0 gegen Tirol war er in Davos, sah beim Spiel gegen Lausanne eine Massenschlägerei vor seinen Augen, ohne dabei eine Miene zu verziehen (Bild oben).

Klose wirkte auch sehr von seinen Methoden und Ansichten überzeugt, als er sie beim „Talk&Tore“ darüber redete. Er versucht, zu jedem Spieler einen Draht zu bekommen. Ehrlich die Meinung zu sagen, schonungslos zu analysieren, das sei der richtige Weg: „Ich war nie ein Spieler, der vom Trainer motiviert werden musste. Mit einem Wir-Gefühl kann man verdammt viele Punkte gewinnen. Ich habe nie an meinem Weg gezweifelt“. Mit dem Wir-Gefühl muss es bei Altach noch nicht wunschgemäß klappen, worauf nur 16 Punkte aus 20 Runden schließen lassen. Die Mannschaft sieht etwa eine Fünferabwehr mit drei Innenverteidigern als Defensivvariante, Klose will sie offensiv interpretieren: „Reibungspunkte schaffen Energie“, glaubt Klose, meinte damit auch Personaldiskussionen mit dem neuen Sportchef Georg Festetics. Altach und Klose werden viel Energie brauchen, um die Klasse zu halten.

 

Foto: HC Davos.

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