Das Dinner mit Österreichs Bundeskanzler am Mittwoch Abend in Berlin, die Fotos davon mit der deutschen Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen und Sebastian Kurz sind für Ralph Hasenhüttl nur noch Erinnerung. Drei Tage später muss der RB Leipzig-Trainer die Zukunft ohne Naby Keita proben und dabei Platz zwei hinter Bayern München in Freiburg verteidigen. Denn der Mittelfeldmotor, der im Juli zum FC Liverpool wechselt, fehlt wegen seiner Gelbsperre. Wahrscheinlich bekommt mit Kevin Kampl ein anderer Ex-Salzburger seine Rolle. Für einen anderen mit Salzburger Vergangenheit geht der Neustart in neuer Rolle weiter:Konrad Laimer, Stütze von Österreich U21. So wie Philipp Lienhart. Aber der Innenverteidiger steht Freiburg wegen seines lädierten Knies weiterhin nicht zur Verfügung.
Für Laimer heißt es: Neue Position, neue Herausforderung als rechter Verteidiger. Durchaus bewältigt eine Runde zuvor beim 3:1-Heimsieg überSchalke samt Vorarbeit zur 2:1-Führung, als er die Vorlage von Marcel Sabitzer ideal zu TorjägerTimo Werner weiter leitete, erstmals in der Bundesliga ein Tor auflegte: „Zum letzten Mal hab´ich Verteidigr in der Jugend gespielt“, erinnerte sich der 20jährige, „aber wenn man die Abläufe und die Mannschaft kennt, dann kriegt man das schon zu hin“. Von Hasenhüttl gab es auch ein durchaus positives Feedback Im Herbst gehörte Laimer im Mittelfeld nur fünfmal zur Startelf, was ihn nicht besonders irritierte: „Eine neue Liga, ein neuer Verein. Da brauchte schon etwas Zeit, bis man richtig rein kommt. Aber ich weiß, was ich kann.“ Hasenhüttl weiß es auch.
Österreichs Teamchef Franco Foda ist Samstag bei Hoffenheim gegen Leverkusen, Sonntag in München beim früheren Klassiker Bayern gegen Werder Bremen, der in den letzten Saisonen zu einer einseitigen Angelegenheit verkommen ist. Wie viele seiner Teamkandidaten wird Foda an den zwei Tagen sehen? Geht man von der letzten Runde aus, dann bei Hoffenheim nur Florian Grillitsch. Innenverteidiger Stefan Posch war Ersatz wie Teamkapitän Julian Baumgartlinger bei Leverkusen. Und die Indizien deuten eher darauf hin, dass der Chilene Charles Aranguiz vor ihm dran kommt, wenn Trainer Heiko Herrlich im Mittelfeld etwas umstellt. Am Sonntag wäre David Alaba gesetzt, aber er hat einen Magen-Darm-Infekt. Florian Kainz könnte wieder Werders taktischen Planspielen zum Opfer fallen, Zlatko Junuzovic ist auf eigenen Wunsch kein Teamkandidat mehr. Meister Bayern sorgte für einen personellen Kracher: Schalkes 22jähriger Mittelfeldstar Leon Goretzka kommt ablösefrei im Sommer. Das nennt man einen Transfercoup. Nicht so prominent, aber für Österreich erfreulich: Die 18jährige Mittelfeldhoffnung Christoph Baumgartner bekam bei Hoffenheim einen Profivertrag bis 2021. Der frühere St.Pölten-Nachwuchsspieler, beraten vom Salzburger Thomas Böhm, gilt als der Regisseur der Zukunft.