Fußball

Leipzig sucht schon einen Nachfolger für Jesse Marsch

Drei Niederlagen hintereinander bezog RB Leipzig seit dem Aufstieg in die Bundesliga vor fünf Jahren noch nie. Freitag Abend war es so weit. Mit dem 1:2 bei Union Berlin in der Alten Försterei, bei dem auch Österreichs Teamspieler Konrad Laimer nur ein Schatten seiner selbst und keine Spur vom gewohnten Mentalitätsmonster war. Das folgte auf das 1:3 gegen Leverkusen und dem 0:2 in Hoffenheim. Nur 18 Punkte in 14 Runden, die schlechteste Bilanz seit 2016. Vorstandsboss Oliver Mintzlaff nannte die Leistung „indiskutabel, desolat und katastrophal“. Kündigte an, man werde nicht den Kopf in den Sand stecken und bis Weihnachten warten. Am Tag darauf tagte bereits der Krisenstab, zu dem außer Mintzlaff auch der technische Direktor Christopher Vivell und Frank Aehlig, der Leiter und Lizenzspielerabteilung gehörten. Laut Mintzlaff gab es sowohl eine Trainer-als auch eine Spielerdiskussion.

Es ging also um den erst im Sommer von Österreichs Meister Red Bull Salzburg gekommenen Jesse Marsch. Der Amerikaner ist der erste Trainer, den Mintzlaff alleinverantwortlich holte. Bei seinen Vorgängern Julian Nagelsmann und Ralph Hasenhüttl war Ex-Sportdirektor Ralf Rangnick die treibende Kraft. Nach 21 Pflichtspielen unter Marsch  mit einer Bilanz von acht Siegen, vier Unentschieden und neun Niederlagen beherrschen Ernüchterung und Fragezeichen die Bullen. Bisher verteidigte Mintzlaff Marsch intern. Freitag Abend rückte er aber von seiner Marschroute, nach der es keine Schicksalsspiele für den Trainer gab, deutlich ab. Weil die ausgegebene Marschroute, aus den vier Spielen bis Weihnachten zwölf Punkte zu holen, verpasst wurde, Mintzlaff: „Unser Kader gehört von der Qualität zu den vier besten der Bundesliga!“

Auch wenn Mintzlaff als Fan von Marsch gilt, über allem steht der Einzug in die Champions League. Ein Platz unter den ersten vier bringt bis zu 50 Millionen Einnahmen. Weil zu Rang vier schon fünf Punkte fehlen, geriet Mintzlaff ins Grübeln. Mit der Arbeitsweise von Marsch, der es als Ziel ausgab, dass die Mannschaft keinen Coach braucht, tun sich die Spieler schwer. Mit Eigenverantwortung können selbst die Leipziger Stars nicht immer umgehen, sie vermissen genauere Ansagen. Ähnliches hörte man bereits vor einem Jahr trotz Erfolgen in Salzburg. Marsch, der seit Amtsantritt einen Mentaltrainer wollte, ihn aber nicht bekam, war in den letzten zwei Wochen nach einem positiven Corona-Test zwar nicht bei der Mannschaft, bestimmte aber von daheim  den Spielplan, griff auch in das Coaching ein. Eine Entlassung aus dem Krankenstand wäre aber trotzdem heftig.

Foto: Red Bull Salzburg.

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