Fußball

Liverpool, Watford abgesagt: Omikron macht auch den Boxing Day krank

Die beste Eishockeyliga der Welt, die nordamerikanische National Hockey League, lässt im Februar keine Spieler zu den Olympischen Spielen nach Peking. Grund sind die Probleme mit Omikron. Die Corona-Variante sorgte bereits für Absagen von mehr als 50 Partien. Und trifft auch den Profi-Fußball mit voller Wucht. Jetzt auch in England. Letzten Montag entschied die Premier League noch, das dicht gedrängte Weihnachtsprogramm trotz 100.000 Infektionen pro Tag durchzuziehen. Vor vollen Stadien. Die Zuschauer dürfen nach der 3 G-Regel weiter hinein. Dienstag und Mittwoch wurde in England  das Viertelfinale im League Cup gespielt, Donnerstag mussten aber zwei Partien am zweiten Weihnachtsfeiertag abgesagt werden. Omikron macht auch den Boxing Day krank.

Es handelt sich um die Partien zwischen Liverpool und Leeds sowie zwischen Wolverhampton und Watford. Der Grund: Weder Leeds noch Watford, der Klub von Österreichs Teamtorhüter Daniel Bachmann, haben wegen Erkrankungen oder Verletzungen genug Spieler zur Verfügung. Das wären zwei Torhüter plus 13 Feldspieler. „Sky“ wollte als Pop-Up-Channel der Premier League Sonntag zehn Stunden live vom Boxing Day übertragen, wird sich aufgrund der Absagen mit acht begnügen müssen. Liverpool-Leeds und Wolverhampton-Watford waren die zwei Mittagspartien. Nach den Absagen beginnt es zwei Stunden später mit Manchester City-Leicester und West Ham gegen Ralph Hasenhüttls FC Southampton.

In Spaniens La Liga, Italiens Serie A und der Ligue 1 in Frankreich wurde Mittwoch noch mit Zuschauern gespielt. In Spanien geht es am 2. und 3. Jänner weiter, in Italien und Frankreich am 6. und 7. Jänner. In Holland gibt es bereits seit Wochen wieder Geisterspiele, in Belgien dürfen ab Sonntag Sportveranstaltungen nur noch ohne Fans stattfinden. In Deutschland verfügte dies bereits Dienstag die Ministerpräsidenten-Konferenz. Bisher durften nur in Bayern und Sachsen gar keine Fans auf die Tribünen. Vorerst betrifft dies drei Runden und das Pokal-Achtelfinale im Jänner. Aber viele Vereins-Bosse befürchten, dass es bis zum Saisonende so bleiben wird. Dann würden die Verluste für die Klubs dramatisch werden.

Der VfB Stuttgart machte bisher 60 Millionen Euro Corona-Miese, verliert pro Spiel 2,5 Millionen. Bayern München hat im Vergleich zur vollen Allianz-Arena vier Millionen Verlust pro Heimspiel, Eintracht Frankfurt macht pro Spiel 2,5 Millionen Verlust, Borussia Mönchengladbach zwei. Hart trifft es auch den Tabellenführer der zweiten Liga, Guido Burgstallers FC St. Pauli: Der hat bis Ende März noch fünf Punktspiele im Kampf um den Aufstieg sowie den Pokal-Schlager gegen Borussia Dortmund, kalkuliert 4,5 Millionen Verlust ein.

Österreich? Es wird sich an der Symbolpolitik der Regierung nichts ändern, obwohl es bisher keinen Corona-Cluster in Zusammenhang mit einem Bundesligaspiel gab. Die Liga wird das unter der Devise „Gesundheit geht vor“ wie bisher zur Kenntnis nehmen, weil von der Politik Schadensersatz-Zahlungen geleistet wurden und werden. Red Bull Salzburg wird wohl darauf gefasst sein müssen, im Februar das erste Spiel der Klubgeschichte im Achtelfinale der Champions League gegen Bayern München vor leeren Tribünen bestreiten zu müssen. Statt vor 30.000 Zuschauern.

Foto: Sky Austria.

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