Fußball

Mission erfüllt: Gratulation an Scheiblehner und Silberberger

Drei Runde vor Enden zehn Punkte mehr als das Schlusslicht Austria Lustenau _ damit haben Aufsteiger Blau Weiß Linz und WSG Tirol ihre Mission erfüllt. Der Klassenerhalt ist gelungen. Bei den Linzern durch in 2:0 (1:0) ein Wolfsberg, wo ein frühes Tor von Simon Seidl, der jüngeren Bruders des Rapid-Dauerbrenners, die Zeichen in Richtung Sieg stellte. WSG Tirol mit einem torlosen Unentschieden gegen Lustenau am Innsbrucker Tivoli. Lustenau hat bei acht Punkten Rückstand auf den Vorletzten, auf den Ländle-Rivalen Altach, noch immer eine theoretische Chance auf die Rettung. Nicht anzunehmen, dass die Entscheidung erst in der letzten Runde am 18. Mai beim Vorarlberger Derby in Altach fallen wird. Nächsten Freitag empfängt Lustenau in Bregenz die Wiener Austria, die trotz Niederlage in Tirol und Unentschieden gegen Altach weiter an der Spitze der Qualifikationsgruppe steht. Durch das Remis am Freitag sogar den Vorsprung von drei auf vier Punkten vergrößerte.

Nach der Rettung muss man  den Trainern von Blau Weiß und Tirol, Gerald Scheiblehner (Bild) und Thomas Silberberger, gratulieren. Scheiblehner, weil er aus dem verpatzten Start mit nur einem Punkt und 5:16-Toren aus den ersten fünf Runden, darunter dem 0:5-Heimdebakel, die richtigen Konsequenzen zog. Damals hieß es schon Blau Weiß sei nicht bundesligatauglich. Er sah ein, dass er taktisch anders als zuvor beim Aufstieg agieren muss, änderte die Spielanlage und damit begann Blau Weiß zu punkten. Auch als es nach dem Derbysieg gegen den LASK am 12. November bis zum 2:1 gegen Altach am letzten Dienstag über 13 Spiele keinen Sieg gab, verlor er nicht die Nerven. Blau Weiß gewann zwar nicht, zeigte aber auf. Mit Unentschieden gegen Sturm Graz und Red Bull Salzburg. Jetzt darf gejubelt werden. Aber es gilt auch für Blau Weiß: Die zweite Saison nach dem Aufstieg wird die schwerste.

Silberberger kündigte Anfang März seinen Rückzug per Saisonende an. Als er im Mai 2013 den Klub in der drittklassigen Regionalliga West übernahm, dachte keiner daran, dass er Wattens innerhalb von sechs Jahren in die Bundesliga führen kann. Gemeinsam mit Präsidentin Diana Langes und Manager Stefan Köck gelang es. Aber der Höhenflug fand nicht die richtige Unterstützung. Wattens hat kein bundesligareifes Stadion, in Innsbruck wird der Nachbar als WSG Tirol nicht akzeptiert. Leere Tribünen bei Heimspielen sind die Regel. Dazu stieg Hautsponsor Swarovski aus, Tirol hat das kleinste Budget der Liga. Gegen die Pläne, das Stadion in Wattens zu renovieren und zur Heimsttäte zu machen, gab es Widerstand von Anrainern, den obendrein der Bürgermeister unterstützte. Silberberger brachte Tirol vor drei Jahren sogar in die Meistergruppe, ein Jahrs später ins Play-off um den Europacupplatzgegen Rapid, jetzt erneut zur Rettung.  Er gab zu, dass ihn die Punkteteilung nach dem Grunddurchgang, die er speziell für die Qualifikationsgruppe für extrem ungerecht hält, sozusagen „killte“. Daher pausiert er vorerst einmal. Silberberger wird der Bundesliga als authentischer Typ abgehen, Köck es nicht leicht haben, den richigen Trainer zu finden, der in diesem Umfeld bereit ist, weiter um den Klassenerhalt zu kämpfen. Mehr zu schaffen, wird unmöglich sein. Darum kann man sich nicht vorstellen, dass Zoran Barisic das Angebot seines Freunds Köck annehmen wird. Es sieht eher nach einer Tiroler Llsung, nach Thomas Grumser oder Florian Mader, aus.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer.

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