Fußball

Mit Ausnahme von Salzburg und LASK geht die Liga in Kurzarbeit

Bis Anfang Mai hat die Bundesliga Pause, vielleicht noch länger. Bis auf Meister Red Bull Salzburg und den LASK haben die Vereine bereits darauf reagiert, in dem sie die Mitarbeiter, also auch die Spieler, zur Kurzarbeit bereits angemeldet haben oder dies noch in dieser Woche tun. Salzburgs kaufmännischer Geschäftsführer Christoph Reiter (Bild oben) kündigte dies noch nicht an. LASK-Präsident Siegmund Gruber versicherte Donnerstag Abend, dass der Tabellenführer noch nicht in Kurzarbeit geht. Dass die bei Salzburg noch kein dringliches Thema ist, kommt einerseits nicht sonderlich überraschend, aber doch sehr bemerkenswert, weil man bereits Mittwoch aus Leipzig ganz andere Töne hörte. Von Oliver Mintzlaff ,dem Boss von RB Leipzig, höchstpersönlich. Er stellte klar, dass Red Bull nicht alle Löcher stopfen kann, drastische Einsparungen sicher kommen müssten, weil man nach aktuellem Stand nur noch zwei Monate in der Lage sei, die aktuellen Gehälter pünktlich zu bezahlen.

In Österreich macht Thomas Tebbich, der für wirtschaftliche Belange zuständige Geschäftsführer von Sturm Graz, seit Mittwoch kein Geheimnis daraus, 90 Mitarbeiter zur Kurzarbeit anzumelden. Weil es darum gehe, Arbeitsplätze zu retten, keine Kündigungen auszusprechen. Falls die Saison nicht zu Ende gespielt werden kann,  würde es garantiert mit der Liquidität sehr eng werden. Sehr ehrliche Worte. Austrias AG-Vorstand Markus Kraetschmer sprach von der Notwendigkeit radikaler Maßnahmen. Donnerstag erhielten die Spieler die Anträge zur Kurzarbeit übermittelt. Mit der Aufforderung oder Bitte, zu unterschreiben. Das bringt den Vereinen zumindest für drei Monate eine finanzielle Entlastung, die hilft. Kosten bis zu monatlich 5370 Euro  der Höchstbeitragsgrundlage, werden den  Klubs pro Spieler ersetzt. Da kommen für jeden Kader der Bundesligaklubs  sechsstellige Summen zusammen.

Die Spielergewerkschaft riet dazu, einen Konsens mit den Arbeitgebern, sprich Klubs zu suchen, keinen Streit vom Zaun zu brechen. Seit zwölf Jahren gibt es in Österreich den Kollektivvertrag für Fußballer. Bei denjenigen, deren Verträge mit Saisonende auslaufen,  also praktisch Ende Mai, wie bei Rapids Kapitän Stefan Schwab, müsste man eigentlich Verständnis dafür haben, wenn sie der Kurzarbeit nicht zustimmen. Obwohl es in Zeiten wie diesen sicher die bessere Lösung ist, die „Corona-Einigkeit“ nicht auf die Probe zu stellen. Die Spielergewerkschaft stellte bei der Gelegenheit auch klar, dass man Fußballprofis in Österreich entgegen der weit verbreiteten Meinung nicht als Bezieher von Topgagen sehen könne. Auch da könnte Salzburg die Ausnahme sein. Andererseits hätte der Meister seine Finanzreserven sicher lieber für andere Dinge als für Corona verwendet. Das gilt sicher auch für die anderen österreichischen Klubs, die via Europa League in den letzten Monaten sehr gute Einnahmen hatten (LASK, Wolfsberg). Das durchschnittliche Fixum bei Spielern in der Bundesliga liegt bei 8000 Euro brutto, in der zweiten Loga bei 1400. Dennoch wird es heißen müssen: Kleinere Brötchen backen.

Einen Eklat wegen der Kurzarbeit gab es in der Schweizer Super League: Christian Constantin, der bekannt streitträchtige 63 jährige Präsident von Sion, schickte neun Spielern die fristlose Kündigung. Weil sie zuvor nicht das Formular mit dem Einverständnis zur Kurzarbeit unterschrieben. Das wird ein Corona-Fall für die Gerichte.

Foto: Servus TV.

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