Fußball

Keiner redete wie Jogi Löw! Gehaltsverzicht von Rose und Lainer

Deutschlands Fußball ist wie ansonst mitunter in sportlichen Belangen jetzt auch in Sachen Corona-Solidarität einen Schritt voraus. Bei Borussia Mönchengladbach zeigten sich sowohl das Trainerteam um Salzburgs Meistermacher Marco Rose (Bild oben), zu dem wie in seiner Erfolgsära bei Österreichs Meister Alexander Zickler, Rene Maric und Patrick Eibenberger gehören, und die Mannschaft mit Österreichs Teamverteidiger Stefan Lainer spontan bereit, auf Teile des Gehalts zu verzichten. Laut Sportchef Max Eberl bringt das dem Traditionsklub pro Monat eine Erleichterung von einer Million Euro. Vorbildlich so etwas. Dortmunds Boss Hans Joachim Watzke kündigte an, auf ein Drittel seines Salärs zu verzichten. Noch bemerkenswerter: Die Nationalmannschaft spendet 2,5 Millionen Euro für den Kampf gegen Corona.

Initiiert wurde die Aktion von Teammanager Oliver Bierhoff, dem früheren Torjäger von Austria Salzburg, und Teamchef Jogi Löw, die mit der Bereitschaft, auf Teile des Gehalts zu verzichten, sozusagen mit gutem Beispiel vorangingen. In einer Telefonaktion mit dem Spielerrat, zu dem Kapitän Manuel Neuer, Barcelonas Tormann Marc Andre ter Stegen, Real Madrid-Legionär Toni Kroos, Bayerns Joshua Kimmich als Vertreter der jungen Generation und Ilkay Gündogan von Manchester City gehören, wurde alles rasch beschlossen: „Die Spieler machen sich große Sorgen um die Menschen im Land“, versicherte Bierhoff, „der Fußball wird den Menschen wieder Halt geben“. Geradezu aufrüttelnd waren die Worte von Löw in einer Video-Pressekonferenz des DFB, zu der er aus Freiburg zugeschaltet wurde. Der Teamchef mit Österreich-Vergangenheit bei der Wiener Austria und FC Tirol sprach von einem kollektiven Burnout der Welt: „Ich habe das Gefühl, die Natur stemmt sich gegen das Tun der Menschen. Geld, Gier, Macht und größere Profite standen im Vordergrund. Jetzt realisieren wir, was im Leben wirklich zählt.“ Worte, für die Löw nicht nur medial großen Beifall erhielt.  Wie lange die Corona-Krise alles und damit auch die Fußballszene im Griff hat, bleibt völlig unklar. Das Bundesland Baden-Württemberg verbot alle Spiele bis 15.Juni. Davon wären zwei Bundesligisten (Hoffenheim, Freiburg) und vier Zweitligisten (VfB Stuttgart, Heidenheim, Sandhausen und Karlsruhe) betroffen.  Das ist ein ziemlicher Tiefschlag nach der Hoffnung, durch die EM-Verlegung die deutsche Saison noch zu Ende bringen zu können.

Die Bundesligaklubs reagieren ähnlich wie die in Österreich. Vorerst ein Heimprogramm für die Spieler, einige denken daran, nächste Woche wieder den Trainingsbetrieb aufzunehmen. Die Spieler von Bayern München müssen der Teammanagerin Kathleen Krüger melden, ob sie daheim über Ergometer, Laufband und Polaruhr verfügen. Falls nicht, werden sie in Haus geliefert. Alle Spieler dürfen nicht verreisen. Daher darf David Alaba auch nicht zu seinen Eltern nach Wien. Vielleicht findet sich ja  beim ÖFB einer, der bei Alaba und Österreichs Teamspielern eine Aktion nach Vorbild ihrer deutschen Kollegen zur Diskussion stellt. Alaba rief in einem deutschen Online-Magazin zum Zusammenhalt bei der Bewältigung von Corona auf.

Foto: Borussia Mönchengladbach.

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