Fußball

Neun Millionen-Stürmer Grbic statt Arnautovic! Auch mit Baumgartner

18 Legionäre  aus Deutschland, je einer aus Frankreich und Belgien, dazu drei „Exoten“ aus Österreichs Bundesliga mit den Torhütern Cican Stankovic (Red Bull Salzburg) und Alex Schlager (LASK) sowie Salzburg-Kapitän Andreas Ulmer. Das ist der erste Kader von Teamchef Franco Foda seit neun Monaten für den Start in der Nations League gegen Norwegen im Ullevi-Stadion von Oslo am 4.September und drei Tage später gegen Rumänien in der Wörthersee-Arena von Klagenfurt. Die Bekanntgabe im Wiener Hilton Danube-Hotel sorgte für die erste Live-Übertragung der neuen Videoplattform des ÖFB-TV. Die Foda sozusagen mit zwei Teamneulingen würzte: Der 21 jährige Christoph Baumgartner, letzte Saison der große Aufsteiger bei Hoffenheim und der drei Jahre ältere Stürmer Adrien Grbic. Beide gehörten bei der U 21-Europameisterschaft 2019 in Italien zu Österreichs Aufgebot. Grbic machte letzte Saison bei Frankreichs Zweitligist Clermont Foot Werbung in eigener Sache. Mit 17 Toren, die ihm nicht nur auf Fodas Radar brachten, sondern auch den Wechsel in die Ligue 1. Aufsteiger Lorient war das Engagement von Grbic neun Millionen Euro Ablöse wert. Letzten Samstag erzielte der 1,88 Meter große gebürtige Wiener beim 3:1 in der ersten Runde gegen Racing Straßburg aus einem Elfmeter das 2:1.

Eigentlich wollte Grbic in Deutschland Karriere machen. War mit 16  von der Rapid-Akademie zum VfB Stuttgart gewechselt. Dort gab es nicht die gewünschte Perspektiven, daher nach vier Jahren Rückkehr nach Wien. Eine Saison beim FAC, dann in die Bundesliga zu Altach, dort zwei Jahre und dann 2019 nach Frankreich. Das Highlight von Grbic aus den Altach-Jahren: Das entscheidende Tor zum EM-Ticket der U 21 im November 2018, ein perfekter Freistoß aus 25 Metern zum 1:0 gegen Griechenland in St. Pölten. Grbic ist nicht nur Strafraumstürmer, sondern auch guter Techniker. Anzunehmen, dass er in einer der beiden Partien sein Debüt feiern wird. Die Konkurrenten im Angriff: Karim Onisiwo von Mainz und der nach Augsburg zurückgekehrte Michael Gregoritsch.

Grbic verdankt sein Debüt auch etwas der Corona-Situation, die den Einsatz von Marko Arnautovic verhindert. Laut den jüngsten FIFA-Richtlinien hat Shanghai SIPG gar keine Abstellpflicht, da Arnautovic nach der  Rückkehr aus Europa in China für mehr als fünf Tage in Quarantäne müsste. Auch bei einem anderen, der fehlt, hat dies mit Covid 19 zu tun: Schale-Legionär Alessandro Schöpf wurde vom Virus ausgerechnet beim Trainingslager in seiner Tiroler Heimat Längenfeld erwischt.  Sonntag absolvierte er dort noch mit dem nötigen Sicherheitsabstand eine Medienrunde, erst danach verspürte er erste Symptome, die sich beim Test bestätigten. Daher griff er zum Telefon, um Foda zu verständigen, dass er im September nicht zur Verfügung stehen kann

Es gibt nicht nur zwei Neulinge,sondern einen Rückkehrer: Anderlecht-Legionär Peter Zulj, ehemaliger Schützling von Foda bei Sturm Graz. In den ersten drei Runden spielte er beim 2:2 in Mechelen, dem 3:1 gegen St.Truiden und 1:1 gegen Mouscron unter dem neuen Trainer Vincent Kompany  durch. Der österreichische Mittelfeldspieler, von dem man in Belgien derzeit aber mehr als von Zulj spricht, ist Ex-Austrianer Raphael Holzhauser, der mit Aufsteiger Beerschot  überraschend von Platz eins lacht. Holzhausers Beitrag zu den drei Siegen: Drei Tore und zwei Assists. Das kann sich sehen lassen. Zulj hat 15 Legionären aus Deutschland, von Pavao Pervan, über Stefan Lainer, Aleksandar Dragovic, Martin Hinteregger, Philipp Lienhart, Stefan Posch, Florian Grillitsch, Stefan Ilsanker, Kapitän Julian Baumgartlinger, Valentino Lazaro, Florian Kainz (seit letzter Woche Vater des kleinen Theo), Xaver Schlager, Baumgartner, Onisiwo und Gregoritsch eines voraus: Er steht bereits im normalen Meisterschaftsrhythmus.

Spielpraxis haben hingegen David Alaba, Marcel Sabitzer und Konrad Laimer vom Finalturnier der Champions League. Anders als Deutschlands Teamchef Jogi Löw verzichtete Foda nicht auf die Champions League-Sieger von Bayern und die Semifinalisten von RB Leipzig: „Jeder hält das  anders“, meinte Foda lapidar. Mit Alaba hatte er zuletzt  Kontakt via Whatsapp, bei denen Alaba nie den Wunsch äußerte, nicht zum Team zu kommen. Mit Bayerns Sportvorstand Hasan Salihamidzic gab es keine Gespräche. Durchaus vorstellbar, dass es noch zu Diskussionen um Alaba kommen wird, auch Bayern das Thema auf´s Tapet bringen wird. Die 23 Teamspieler, die am 3. September nach Oslo fliegen werden, und ihre Betreuer  müssen einen Corona-Test mehr als geplant absolvieren: Norwegen Behörden erkennen die Ergebnisse der in Österreich, auch im Auftrag der UEFA, gemachten Tests nicht an, fordern einen gleich nach der Ankunft in Oslo.

Foto: Clermont Foot.

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