Fußball

Österreicher zu Southampton? „Im Sommer gut möglich“

Nachsitzen für Ralph Hasenhüttl und Southampton im englischen FA-Cup:  Im Pride-Park von Derby County konnten die „Saints“ eine 2:0-Führung nach 48 Minuten gegen die „Rams“, den von der Chelsea-Lgendey Frank Lampard trainierten Sechsten der Championship, sprich zweite Liga, nicht halten, kassierten innerhalb von drei Minuten den Ausgleich, lieferten in der letzten halben Stunde eigentlich nur noch ein Rückzugsgefecht, das in der Nachspielzeit auch mit einer Niederlage hätte enden können. Das Wiederholungsspiel als zusätzliche Belastung im dichten Terminplan wird Hasenhüttl nicht besonders gefallen.  Southamptons Chef Ralph Krueger (Bild oben links) ist nach dem, was er in einem Monat von Hasenhüttl seit seinem Einstand am 8. Dezember gesehen hat, überzeugt, mit dem österreichischen Trainer die absolut richtige Wahl getroffen zu haben: „Er führt uns wieder zur richtigen Philosophie zurück, zu unserem Southampton way, die wir etwas verloren haben. Er bringt uns alle neue Energie. Auch mir.“

Der Grazer erinnert Krueger etwa an seine Zeit als Erfolgstrainer im Eishockey bei VEU Feldkirch mit fünf Meistertiteln und dem Triumph in der Europa League. Ein Kompliment für Hasenhüttl ebenso wie der  Vergleich mit dem ersten Trainer, mit dem Krueger bei Southampton 2014 zusammengearbeitet hatte: „Er ist wie Mauricio Pochettino“. Das ist der  Argentinier, der Tottenham wieder stark gemacht, Harry Kane zum Toptorjäger geformt hat, der auf der Wunschliste von Manchester United ganz oben stehen soll. Der von Krueger eingeforderte Southampton way, mit dem sich Hasenhpttl laut dem Klubchef zum Unterschied seiner drei Vorgänger Mark Hughes, Mauricio Pellegrino und Claude Puel voll identifiziert, ist der mit in der eigenen Akademie ausgebildeten jungen Spielern, die man forciert: „Wir werden auch Spieler kaufen. Aber nur solche, die so viel Qualität haben,  um unseren Talente Rückhalt zu geben.“

Wie es der Ex-Salzburger Sadio Mane oder die holländische Abwehrkante Virgil van Dijk waren, die inzwischen Stützen beim FC Liverpool sind. Hasenhüttl begann bereits in seinen ersten sieben Spielen mit dem  Southampton way, schenkte sieben Hoffnungen zwischen 18 und 22 das Vertrauen. Englands U21-Tormann Angus Gunn war allerdings ein 14 Millionen-Kauf von Manchester City. Im Cup kam der 19jährige Mittelfeldspieler Callum Slattery zu seinem Profidebüt, wurden  mit den 22jährigen Marcus Barnes und dem 20jährigen Tyrelle Johnson zwei eingetauscht, die zuvor nur in der zweiten Mannschaft spielten. Da aber die Talente im Kampf um den Klassenerhalt in der Premier League irgendwann überfordert sein könnte, warten die Southampton-Fans schon gespannt, wer die neuen Spieler sein werden, die Hasenhüttl  für die Wintertransferzeit ankündigte: „Wirkliche Kracher kriegt man im Jänner nicht“, gab sich Krueger zurückhaltend, „etwas Großes wird sich erst im Sommer tun.“

Da muss man erst abwarten, wie sich der Brexit auswirken wird, nach dem Ausländer aus EU-Staten nicht mehr unbeschränkt engagiert werden können. Österreichische Spieler mit Führungsqualitäten werden beim großen Umbau ein Thema sein: „Das ist gut möglich. Wir haben auch vor Hasenhüttl s den österreichischen Markt beobachtet, wie der Kauf von Mane zeigte. Aber er wird sich dort besser auskennen. Wir haben auch schon über einige interessante Namen gesprochen.“ Welche wird nicht verraten; „Wir wissen, dass Salzburg wieder eine sehr gute Mannschaft hat.“ Dass Hasenhüttl im Alleingang entscheiden kann welche Spieler gekauft werden, bestreitet Krueger: „Ich mische mich zwar nicht in Fußballdetails ein, aber es gibt ein Budget, an das man sich halten muss. Wir machen das im Team.“ Zu dem auch Sportchef Ross Wilson gehört. Dass Geld seit dem Einstieg der chinesischen Gao-Familie, die nichts mit dem operativen Geschäft zu tun hat, keine Rolle spielt, bestreitet Krueger: „Wir machten in all meinen fünf Jahren einen Gewinn. So soll es bleiben.Die Vision von Krueger nach dem großen Umbau im Sommer klingt ambitioniert: „Wieder nach den großen sechs die Besten vom Rest zu sein, wie 2015 und 2016 für die Europa League qualifizieren.  Ich bin überzeugt, dass wird das mit Hasenhüttl schaffen werden.“ Große Vorgaben sind das.

Das österrreichische Erfolgserlebnis am englischen Cup-Samstag hatte Marko Arnautovic: Er köpfelte West Ham beim Debüt des französischen Dopingsünders Samir Nasri schon in der zweiten Minute gegen Birmingham in Führung. Nach 20 Minuten war das Match wieder beendet, was ihn gar nicht freute. Es soll wieder muskuläre Probleme im Oberschenkel geben. Arnautovic-Nachfolger Andy Carroll sorgte erst in der 91.Minute für das erlösende 2:0.

 

 

Foto: ORF.at.

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