Eishockey

Platz sechs wäre so viel wert wie das Viertelfinale

Das  Olympiafinale in Mailand verpasste er wegen eienr Verletzung. Mit Pittsburgh scheiterte er im Play-off der NHL, daher ist der  inzwischen 38-jährige Sidney Crosby der Topstar von Kanadas Team bei der Eishockey-WM in der Schweiz, die am Freitag in der Stadt des neuen Schweizer Meisters Fribourg mit dem Schlager gegen Schweden eröffnet wurde. Kanada gewann 5:3. Für Österreichs Team, das Donnerstag in Zürich  zu einem Empfang bei Markus Wuketich, Österreichs Botschafter in der Schweiz, geladen war, wird es Samstagmittag in der Zürcher Swiss Life Arena gegen Großbritannien ernst. Peter Schneider, der Vertreter des aus privaten Gründen fehlenden Thomas Raffl als Kapitän, empfand den Empfang als Zeichen der Wertschätzung. Wenn die Mannschaft von Teamchef Roger Bader am Sonntag  zwei Siege  gegen Großbritannien und England auf dem Konto hat, dann verdient sie ebenso große Hochachtung wie vor einem Jahr, als sie in Schweden das Viertelfinale erreichte und in Österreich zur Mannschaft des Jahres gewählt wurde. Dennoch schaffte es der Verband nicht, einen Sponsor zu finden. Der neue Geschäftsführer, Alexander Helwig, seit sieben Monaten im Amt, lobte sich jedoch als Glücksfall für Österreichs Eishockey. Zum Glück schätzen sich Teamchef und Spieler realistischer ein als die Verbandsspitze.

In Österreichs Gruppe spielen mit Finnland, Olympiasieger USA und der Schweiz  zwei Nationen, die man zum WM-Favoritenkreis zählen kann. Die Finnen bieten 13 NHL-Profis auf, darunter Aleksander Barkov, der zweimal mit den Florida Panthers den Stanley Cup gewann, die USA spielen mit Florida-Kapitän Matthew Tkachuk, die Schweiz kann fünf NHL-Profis aufbieten, darunter New-Jersey-Kapitän Nico Hischier und Nashville-Star Roman Josi, Deutschland nur einen weniger. Darunter Detroit-Starverteidiger Moritz Seider, ein Mitspieler von Marco Kasper. Der Kärntner musste Bader verletzungsbedingt ebenso absagen wie Marco Rossi. Die Ausfälle auf der Center-Position wiegen so schwer (Kasper, Rossi, Thomas Raffl und Lukas Haudum), dass man nur Siege in den ersten zwei Partien „fordern“ darf. Gelingen die nicht, wird es in Sachen Klassenerhalt sogar eng. Denn gegen Lettland, die Schweiz, Deutschland, Finnland und die USA sind die Österreicher nur Außenseiter. Vinzenz Rohrer ist zwar seit Mittwoch beim Team, kennt aus seinen Saisons bei den ZSC Lions die Swiss Life Arena bestens – aber das ändert nichts an der Außenseiterrolle. Freitag bezwang Finnland Deutschland 3:1, die Schweiz Titelverteidiger USA ebenfalls 3:1.

Bleibt noch die Frage, wer  Samstag bei Österreich im Tor beginnt. Der Tormanntrainer, Österreichs Jahrhundertkeeper Reinhard Divis, gilt zwar als Fan von David Kickert. Aber es wäre keine Überraschung, soll sich Bader im ersten Spiel seiner Heim-WM für Atte Tolvanen entscheiden Fix ist, dass sich der eingebürgerte Finne und Kickert abwechseln werden. Ein Tormann wird sicher nicht alle Partien bestreiten. Durch das Scheitern von Salzburg und des KAC im Viertelfinale der ICE League, waren ihre Teamspieler früher als erwartet bei der WM-Vorbereitung dabei: „Wir haben sehr hart trainiert, sind vor allem auch physisch bereit“, versicherte Schneider, „das Allerwichtigste ist der Teamzusammenhalt.  Dass wir füreinander spielen, diese Drecksarbeit am Eis füreinander machen.“

 

Foto: Fresh Focus.

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