Fußball

Prödl sieht noch keinen Grund, unruhig zu werden: Aber Bosnien begann mit 2:1

Vier Spiele, vier Siege, bester Start aller Zeiten von Watford in die Premier League, gemeinsam mit dem FC Liverpool und Chelsea an der Spitze.  Allerdings ohne Beteiligung von Sebastian Prödl: Beim 2:0 gegen Brighton, 3:1 über Burnley und 2:1 gegen Crystal Palace auf der Bank, beim 2:1 gegen Tottenham nicht einmal mehr das. Als der Konkurrent des Steirers im Abwehrzentrum, der Nordire Craig Cathcart, das Siegestor gegen den Favorit köpfelte, hielt es auch Ehrenpräsident Elton John nicht mehr auf seinem Platz, sprang er wie von der Tarantel gestochen jubelnd in die Höhe. Prödl ist darauf eingestellt, auch nach der Rückkehr von Österreichs Team nicht erste Wahl zu sein. Im Schlager gegen Manchester Unitd an der Vicarrage Road: „Ich seh´aber noch keinen Grund unruhig zu werden“, sagt der 31jährige Steirer. Wenn er das in diesen Tagen werden sollte, dann hätte das „nur“ private Gründe.

Während der Vorbereitung mit dem Team in Bad Waltersdorf auf den Start in die Nations League gegen Bosnien erreichte ihn die Nachricht, dass der Trainer, dem er es zu „verdanken“ hat, bei Watford in der Saison nur 90 Minuten im Ligacup gegen Reading im Einsatz gewesen zu sein, vor einer Vertragsverlängerung bis 2020 und 2021 steht: Javier Gracia, ein 48jähriger Baske aus Osasuna, der in den letzten sieben Jahre sechs Klubs  in Griechenland (Kerkyra, Volos), Spanien (Almeria, Osasuna, Malaga) und Russland (Rubin Kazan) trainiert hatte.  Am längsten dauerte eine Ära bei Malaga, nämlich 84 Spiele in zwei Jahren. Gracia kam letzten Jänner, als alles darauf hindeutete, dass Watford nach einer Niederlagenserie unter dem Portugiesen Marco Silva, der inzwischen bei Everton gelandet ist,  in Abstiegsgefahr geraten wird. Gracia schaffte nicht nur die Trendwende und souverän den Klassenerhalt, sondern auch je den Superstart. Sein Punkteschnitt in 20 Spielen der Premier League: 1,50. Für Watford außergewöhnlich gut.

Vor dem Saisonstart entschied sich Gracia für den Belgier Christian Kabasele und Cathcart als Duo im Abwehrzentrum: „Es ist nicht außergewöhnlich, das ein Trainer nichts ändert, wenn gewonnen wird“, behauptet Prödl gelassen, „ich hab mich in den letzten Saisonen immer gegen die internen Konkurrenten durchgesetzt. So wird es auch diesmal sein“. Schließlich ändert ja auch Franco Foda nichts an der Besetzung, die sich bewährte. Darum begann Prödl trotz wenig Spielpraxis in England  beim 2:0 gegen die Schweden (Bild oben), wird er Dienstag in Zenica sein 71.Match im Teamdress bestreiten. Vor dem er weiß: „Wir müssen noch an einigen Schrauben drehen, um in Bosnien zu gewinnen.“ Das wäre schon ein großer Schritt in Richtung Gruppensieg, der ja als deklariertes Ziel gilt. Bei den zwei Partien gegen Nordirland im Oktober und November kommt es auch zum Watford-Duell gegen Cathcart. Prödl geht davon aus, bis dahin auch  (1:0). Watford wieder erste Wahl so wie in Österreichs Team zu sein.

Einen Grund, etwas  unruhig zu werden, lieferte Samstag Nachmittag das erste Spiel in der Österreich-Gruppe: Bosnien gewann im Windsor Park von Belfast 2:1. Als klar unterlegene Mannschaft: 68 Prozent Ballbesitz für die Verlierer, 26:5-Torschüsse. Trotzdem gelang den Nordiren durch Nationalheld Greg Will ihr Tor erst in der Nachspielzeit. Bosniens Teamchef Robert Prosinecki bot 14 Legionäre auf. Für die Tore sorgten Dynamo Dresden-Stürmer Haris Buljevic nach Assist von Topstar Edin Dzeko sowie  Mittelfeldspieler Elvis Saric vom südkoreanischen Klub Suwon. Spätestens nach  Bosniens Sieg muss allen klar sein: Das wird Dienstag ein sehr heißer Tanz in Zenica.

 

Foto: © ÖFB (GEPA-Pictures.com).

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