Ein ungewohntes Gesicht zeigte Rapid im ersten der zwei internationalen Testspiele in Hütteldorf: Im grün-weißen Duell gegen den 20-fachen griechischen Meister Panathinaikos war zumindest in der ersten Hälfte fast jede Chance ein Treffer. Effizizenz war vor 6000 Zuschauern Trumpf – so kam Rapid über 120 Minuten zu einem klaren 4:1 (3:0). Die ersten drei Treffer fielen innerhalb von nur 29 Minuten, zwischen der 14. und 43. Dabei hatte Panathinaikos in dieser Phase eigentlich mehr Chancen, doch Torhüter Niklas Hedl hielt mit guten Reaktionen das „zu null“. Samstagabend kommt wird es gegen den Hamburger SV, der vor dem Trainingslager in Tirol nur für dieses Spiel nach Wien kommt, vermutlich schwerer, zu treffen. Für das Match sind schon 10.000 Karten verkauft. Die Konkurrenz durch die WM ist Samstag mit dem Spiel um Platz drei in Miami auch geringer als Mittwoch durch das Semifinale zwischen England und Argentinien.
Rapids Trainer Hoff Thorup tauschte nach 63 Minuten seine komplette Mannschaft. Der angeschlagene Petter Nossa Dahl durfte pausieren. In der Erstbesetzung begann Jakob Schöller neben Serge Raux-Yao im Abwehrzentrum, der Ex-Admiraner war auch Kapitän. Interessant, dass Linksverteidiger Jonas Auer, möglicherweise durch die Verletzung von Jannes Horn, anders als letzte Saison zum Zug kommt. Im zentralen Mittelfeld begann neben Romeo Amane Rückkehrer Nicolas Bajlicz. Hinter der Solospitze Tonni Adamsen spielten der verbesserte Yusuf Demir, Marco Tilio und das Mali-Talent Moulaye Haidara. Die Führung ging auf das Konto von Tilio, wäre ohne das Nachsetzen von Adamsen gegen den doch fitten holländischen Ex-Teamspieler Stefan de Vrij im Panathinaikos-Strafraum nicht zu Stande gekommen. Tiroli traf kur darauf auch die Stange. Dann erzielte Adamsen, der sich mitunter auch ins Mittelfeld zurückfallen ließ, nach Demirs Vorarbeit selbst. Gleich ein Tor des Dänen bei seinem ersten Spiel in Hütteldorf. Das 3:0 gelang dem schnellen Haidara bei einem Konter.
Kapitän Matthias Seidl und Nikolaus Wurmbrand kamen erst mit der zweiten Mannschaft. Im Ernstfall gehören beide aber diskussionslos unter die ersten elf. Das „Highlight“ der Zweitbesetzung mit Nenad Cvetkovic und Amin Gröller als Innenverteidiger, davor Seidl und Moritz Oswald, mit Louis Schaub, Tobias Gulliksen und Wurmbrand hinter Ercan Kara war ein direkt verwandelter Eckball von „Wien-West Louis“ Schaub in vorletzter Minute. Zum sogenannten „Ehrentor“ kamen die Griechen erst in der „Verlängerung“, nach 107 Minuten.
Einen Sieg gab es auch für Sturm Graz im letzten Test vor der Champions League-Qualifikation gegen Heart of Midlohian. Ein Tor des Franzosen Axel Kayombo nach 117 Minuten bedeutete in Leoben das 1:0 (0:0, 0:0) gegen Pogon Stettin. Ungewohntes Detail am Rande: Aus strategischen Gründen verständigten sich beide Klubs darauf, bei der Generalprobe vor dem ersten Pflichtspiel die Berichterstattung auf ein Minimum zu begrenzen. Daher wurde nur bekanntgegeben, dass Sturms Trainer Fabio Ingolitsch 23 Spieler einsetzte, aber nicht, welche die ersten elf waren, wer wann und statt wem eingewechselt wurde. Sollten Sportchef Michael Parensen und Ingolitsch glauben, die Schotten dadurch verunsichert zu haben. dann sind sie damit so ziemlich allein. Man kann´s auch übertreiben. Zwei Niederlagen setzte es hingegen für Red Bull Salzburg. Zunächst in Anif mit der „Zweitbesetzung“ mit einigen Liefering-Spielen gegen Gamba Osaka, den Sieger der asiatischen Champions League, mit 0:3 (0:2), dann im Nonntal gegen Basaksehir Istanbul 1:2 (0:1). Bis zur 88. Minute stand es 1:1, Salzburgs Ausgleich erzielte Adam Daghim. Christian Zawieschitzy, die neue Nummer eins im Tor, spielte 62 Minuten, kassierte einen Treffer.
Foto: Katharina Schiffl.