Fußball

Rapid kann jederzeit explodieren

Red Bull Salzburg, der unangefochtene Tabellenführer in der Bundesliga, kämpft Samstag in Wolfsberg um den neunten Sieg hintereinander. Gegen die Kärntner ist der Meister seit 13 Spielen ungeschlagen, allerdings kassierte  Wolfsberg in den letzten fünf Runden kein Gegentor. Mit dem neunten Sieg hätte Salzburg den alleinigen Startrekord in der Bundesliga aufgestellt. Dann wäre Rapid nur noch die Nummer zwei. Mit diesem Status in der Tabelle statt Rang sieben wäre die grün-weiße Chefetage derzeit hochzufrieden. Das Match im Lavanttal bringt das Aufeinandertreffen der drei Führenden der Torschützenliste: Bei Wolfsberg trafen Michel Liendl und Marc Andre Schmerböck bisher fünfmal, bei Salzburg Munas Dabbur.

Mit Blick auf die Lage der Liga nannte Salzburgs Trainer Marco Rose klar den LASK als derzeit gefährlichsten Herausforderer. Zu Grün-Weiß fiel dem Leipziger ein, dass Rapid jederzeit explodieren kann. Damit spielte er auf die seiner Meinung nach hohe Qualität des Kaders an. Und nicht auf die Lage im Umfeld nach den Vorkommnissen, die Mittwoch Abend auf das Elferschießen beim Cupaufstieg in Mattersburg folgten. Die menschlich verständliche Geste von Trainer Goran Djuricin sorgte für Aufregung. Nach offizieller Lesart eine Reaktion auf Beschimpfungen von d r VIP-Tribüne, auf der auch Rapids Vorstand Christoph Peschek und Steffen Hofmann sassen, die selbstverständlich von jedem Verdacht, gegen den Trainer Stellung bezogen zu haben, freizusprechen sind. Die Bilder lassen aber zumindest die Interpretation von der Reaktion mit dem Finger auf dem Kopf auf die“Gogo raus“-Rufe von der Fantribüne vertretbar und plausibel erscheinen.

Natürlich stellt Djuricin im Zuge des abgesprochenen grün-weißen Krisenmanagements in Abrede, sich gegen die Fans gewendet zu haben und wollte sich daher für nichts entschuldigen, was er nicht getan hat. Sportchef Fredy Bickel hielt eine emotionelle Brandrede gegen Medien und für den Trainer, bei der man aber zwischen den Sätzen doch auch heraushören konnte: Lieber Gogo, sei mir nicht böse, aber der Tag, an dem ich dich beurlauben oder entlassen muss, ist nicht mehr in allzuweiter Ferne. Nur will ich das nicht auf Druck der Fans tun.  Aber auch der auf Bickel wächst. Mit schlimmen Methoden, die eigentlich die Polizei beschäftigen müssten.

Das ist die explosive Lage vor dem Heimspiel gegen das Sensationsteam St. Pölten, das die Rapid-Ikone Didi Kühbauer nach oben gepusht hat. Die sich durch die vorzeitige Verlängerung des Vertrags mit Boli Bolingoli, der bis 2020 lief, um ein Jahr um nichts geändert hat. Kühbauer sieht in dem brisanten Match eine Chance, die Verbesserung zu beweisen und nannte als Ziel, dass der Punkteabstand zwischen beiden Mannschaften nach Schlusspfiff zumindest aus St. Pölten Sicht nicht größer ist als zum Anpfiff. Das heißt: Nicht verlieren, weiterhin acht Punkte mehr als sein Ex-Klub. St. Pölten hat im Vergleich zu Rapid eine bessere Effizienz, mit der Quote von 19 Prozent die beste Chancenverwertung in der Lage. Mit einem Sieg hätte St. Pölten 20 Punkte, so viele wie in der ganzen vergangenen Saison. Wäre Wahnsinn, weil die Niederösterreicher in der Bundesliga bisher noch nie Rapid in Hütteldorf bezwingen konnten.  Dann würde bei Djuricin und Rapid endgültig der Liganotstand ausbrechen, Dementsprechend hitzig dürfte das Match wären. Erwartet auch der Ex-Rapidler im St.Pölten-Angriff, Rene Gartler (Bild oben). Er glaubt an Punktezuwachs. Am wenigsten brisant, aber doch sehr interessant: Das Bruderduell im Hause Ljubicic. Dejan bei Rapid gegen den zwei Jahre jüngeren Robert bei St. Pölten.

Alle, die damit spekulieren, dass Kühbauer sozusagen in Hütteldorf gleich die Kabine wechseln könnte, wenn St. Pölten nicht verliert, werden völlig falsch liegen. Kühbauer hat keine Ausstiegsklauel bei St. Pölten, der Vertrag läuft bis Saisonende. General Manager Andreas Blumauer ist guter  Dinge, dass Kühbauer darüber hinaus bleibt, bis Winter soll das geklärt sein. Kühbauer war bei Rapid schon zweimal ein Thema, einmal bekam Damir Canadi den Vorzug, dann die Vertragsverlängerung mit Djuricin auf Bickels Betreiben. Ein Comeback könnte es bei Rapid von einem ehemaliger Kühbauer-Schützling bei Admira geben: Nach über einem Jahr Pause von Christopher Dibon, damals der verlängerte Arm des Trainers auf dem Spielfeld. In Mattersburg sass Dibon bereits auf der Bank, heute wird Djuricin  sicher wieder rotieren.

Foto: © SKN St. Pölten Media .

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