Fußball

Rapid nach Stich ins Herz auf Suche nach Energie und Feuer

Rapid hätte gerne den Erfolg, sprich Aufstieg, von Wolfsberg in der Europa League. Anderseits würden die Kärntner gerne in der Bundesliga mit Grün-Weiß tauschen. Dann wäre sie Dritter statt Siebenter, müssten nicht noch einiges korrigieren, wie Trainer Ferdinand Feldhofer am historischen Donnerstagabend sagte. Denn nicht einmal mit einem Sieg über die Austria könnten die Europa League-Helden Sonntag auf Platz sechs vorstoßen. Allerdings hat Wolfsberg ein Spiel weniger ausgetragen. Die Austria ist derzeit ein Konkurrent Wolfsbergs im Kampf um einen Platz in der Meisterrunde, der in den letzten vier Spielen in der Lavanttal-Arena nicht gewinnen konnte. Es gab drei Niederlagen für Violett und ein Unentschieden. Der Befehl von General Manager Peter Stöger an seine Spieler nach sechs Runden ohne Sieg: „Wir müssen uns mehr wehren als beim letzten 0:4 gegen Sturm!“ Wolfsbergs herausragender Kapitän Michael Liendl wird bei Stöger schöne und zugleich wehmütige Erinnerungen hervorrufen: Er gehörte zu den Spielern, mit denen Stöger die Austria 2012/12 zu ihrem bisher letzten Meistertitel geführt hatte. Gut für Wolfsberg und Austria am Samstag: Das Unentschieden von St.Pölten und Hartberg, zwei Konkurrenten im Kampf um Platz fünf und sechs. St. Pölten führte 2:0, am Ende hieß es 2:2 (2:1) Aufsteiger Ried, punktegleich mit Wolfsberg und Austria, verlor daheim gegen Altach 1:4 (1:1), spielt nach Gelbrot für Markus Lackner über 80 Minuten mit zehn Mann. Am Tabellenende gab es damit wieder einen Wechsel von Altach zu Admira: Admira liegt nach dem 0:3 (0:1) bei Sturm Graz zwei Punkte hinter den Vorarlbergern, die ihre ersten Auswärtspunkte holten.

Rapid muss drei Tage nach dem Sich ins Herz oder Schlag in die Fresse, wie Trainer Didi Kühbauer und seine Spieler  das Scheitern an Molde bezeichneten, in Hütteldorf gegen WSG Swarovski Tirol im letzten Heimspiel des Jahres am Ende der achten englischen Woche seit September wieder die Energie und das Feuer finden, die gegen die Norweger fehlte, wie Kapitän Max Hofmann (Bild oben) eingestand. Zudem scheinen die Tiroler fast ein „idealer“ Gegner dafür zu sein, erstmals seit dem 3:0 gegen den LASK in der vierten Runde am 4. Oktober kein Tor zu kassieren: Denn vergangene Saison gewann Rapid beide  Duelle gegen den damaligen Aufsteiger 2:0. Aber Tirol zog vernünftige Lehren aus der letzten Saison wie die letzten Wochen und nun Punkt aus vier Partien zeigten, hat nach zehn Runden fünf Punkte mehr als 2019, liegt auf Platz sechs. Wenn man Trainer Thomas Silberberger auf den Kampf um den Strich anspricht, dann geht bei ihm die gute Laune sofort den Bach runter, wie er es ausdrückte. Er sieht es nicht als Nachteil, vor leeren Tribünen spielen zu können und nicht wie letzte Saison vor mehr als 20.000 Zuschauern.

Wer kann Rapid die nötige Energie spenden, damit nicht auch auf der nationalen Bühne alles infrage gestellt wird? Das bleibt die große Frage. Der Slowene Dejan Petrovic feierte Freitag Abend zwar in der zweiten Liga beim 1:1 der zweiten Mannschaft im Wiener Derby gegen die Young Violets über 45 Minuten sein Comeback nach wochenlanger Pause wegen Pfeifferschem Drüsenfieber, aber voll im Saft kann er noch nicht sein, um im Mittelfeld für mehr  Power und Dynamik zu sorgen. Eine Umstellung drängt sich nach Donnerstag gerade auf. Nämlich die mit Leo Greiml im Abwehrzentrum beginnt. Der Youngster kann nur besser als Matteo Barac spielen. Kühbauer versicherte schon am Tag nach der Molde-Enttäuschung: „Wir sind positiv geblieben und auf Sieg eingestellt!“

Apropos zweite Mannschaft: Die geht als Letzter in die Winterpause. Auch das wird Sportchef Zoran Barisic Sorgen bereiten. Genauso Stöger der vorletzte Platz der Young Violets.

Foto: FotobyHofer/Christian Hofer .

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